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Andorra ist ein unabhängiger Kleinstaat in Europa, in den Pyrenäen zwischen Spanien und Frankreich gelegen. Er wurde am 8. September 1278 gegründet und ist der größte unter den sechs europäischen Zwergstaaten.
Geographie
Das Land liegt in einem Hochtal der Pyrenäen. Mehr als ein Drittel Andorras liegt oberhalb der Waldgrenze. Der höchste Berg ist der Coma Pedrose mit 2.946 Metern. Der niedrigste Punkt ist 840 Meter hoch.
Klima
Aufgrund seiner Lage herrscht in Andorra ein relativ kühles Gebirgsklima vor. Im Januar liegen die Temperaturen im Mittel bei -7 °C, im Sommer klettert das Thermometer auf 26 °C.
Bevölkerung
Andorra hat 70.549 Einwohner (Stand Juli 2005 geschätzt), davon sind:
Katalanen 36,0 %, Spanier 40,6 %, Portugiesen 10,2 %, Franzosen 6,5 %, Sonstige 6,7 %.
Der überwiegende Teil der Andorraner spricht Spanisch (58 %), Katalanisch wird von 35 % gesprochen, Französisch von 7 %.
Das jährliche Bevölkerungswachstum beträgt 5,0 %. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 84 Jahre. Die Säuglingssterblichkeit beträgt 0,6 %, die Kindersterblichkeit 0,7 %.
Der überwiegende Teil der Andorraner bekennt sich zur römischen Kirche.
Geschichte
Andorra ist seit der Zeit Karls des Großen unabhängig. 1278 wurde der Status eines Fürstentums ohne Fürsten unter der geteilten Oberhoheit (so genanntes Kondominium) des Bischof von Urgell (Spanien) und der Grafen von Foix (heute in Rechtsnachfolge der äPrsident von Frankreich) geschaffen.
Die Rechte der beiden Ko-Fürsten wurden im frühen 20. Jahrhundert von zwei nicht in Andorra residierenden Delegierten ausgeübt. Diese entsandten einen Vogt nach Andorra der die Aufsicht über die Gesetzgebung und Verwaltung hatte und jährlich einen symbolischen Tribut für die üKo-Frsten einnahm.
Am 25. Januar 1981 wurde vom Generalrat der Täler (Parlament) nach 703 Jahren Unabhängigkeit als Pyrenäen-Freistaat die erste Verfassung verabschiedet. Diese sah die Bildung eines Exekutivrates sowie eine Verwaltungsreform vor.
Bis zum Jahr 1993 gab es in Andorra keine klare Trennung der legislativen, exekutiven und judikativen Gewalt. Erst die Verfassung von 1993 etablierte Andorra als einen souveränen Staat mit einen parlamentarisch-demokratischen System. Die beiden Ko-Fürsten blieben Staatsoberhaupt (jeweils repräsentiert durch einen in Andorra residierenden Vertreter). Die exekutive Gewalt wurde jedoch einem dem Parlament verantwortlichen Ministerpräsidenten übertragen.
Politik
Es gibt drei Parteien, die Partit Liberal d'Andorra (PLA - Liberale Partei Andorras), die Partit Socialdemocrata (PS - Sozialdemokratische Partei) und die Partit Democrata (PD - Demokratische Partei).
Nur ein Bruchteil der Bevölkerung ist wahlberechtigt: Die Staatsbürgerschaft kann erst nach 25 Jahren Aufenthalt erworben werden (Ausnahme sind die beiden Staatsoberhäupter).
Das Parlament ist der Consell General (Generalrat).
Wirtschaft
Das kleine Fürstentum verfügt über so gut wie keine Naturressourcen, allenfalls Wasser wäre zu nennen. Früher war Andorra trotz seiner Gebirgslage ein Agrarland, im Laufe der Jahre beschränkte sich die Landwirtschaft jedoch weitgehend auf die Viehhaltung.
Das Land lebt heute vor allem vom Tourismus, zum Beispiel durch Wintersport. Rund 300 Hotels sowie Sport- und Ferienzentren stehen zur Verfügung.
Andorra ist kein Mitglied der Europäischen Union, da aber bis 2002 sowohl der französische Franc als auch die spanischen Peseten als alleinige offizielle Zahlungsmittel dienten, wurden diese wie in Frankreich und Spanien durch den Euro ersetzt. Aufgrund seiner Nichtzugehörigkeit zur Europäischen Union ist Andorra als Steueroase bekannt. Das bedeutet für viele Briefkastenfirmen paradiesische Zustände bei der Unternehmensbesteuerung, aber auch der einfache Tourist freut sich über niedrige Preise für z. B. Alkohol, Tabak und Kosmetik.
Medien
Andorra war bis 1981 Sitz der privaten Rundfunkgesellschaften Sud Radio und Radio Andorra, die bis zum 7. April 1981 in Encamp und auf dem Pic Blanc leistungsfähige Sendeanlagen im Mittel- und Kurzwellenbereich betrieben, deren Empfang in ganz Europa möglich war. Noch heute sind diese Anlagen vorhanden, aber wahrscheinlich nicht mehr funktionsfähig.
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