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Australien (engl. und lat.: Australia= Land im Süden gelegen) ist flächenmäßig der sechstgrößte Staat der Erde und ein eigener Kontinent. Australien wird auch bezeichnet als "Down Under" oder Oz.
Der Kontinent und das Land Australien liegt nordwestlich von Neuseeland und südlich von Indonesien, Timor-Leste und Papua-Neuguinea. Er umfasst die gesamte Hauptlandmasse des Kontinents Australien sowie die vorgelagerte Insel Tasmanien und einige kleinere Inseln. Darüber hinaus gehören noch einige Inseln als „Außengebiete“ zum Australischen Bund.
Ein Großteil der westlichen und zentralen Landesteile sind unbewohnbar, im Outback findet sich Platz für extensive Weidewirtschaft – 130 Mio. Schafe und 25 Mio. Rinder.
Die Hauptstadt Canberra (308.700 Einwohner) ist eine eigens angelegte Stadt (Planhauptstadt) zwischen Sydney und Melbourne, da diese beiden Städte sich nicht einigen konnten, welche die Hauptstadt sein sollte.
Die größten und bekanntesten Städte sind Sydney (4 Mio. Ew.), Melbourne (3,03 Mio. Ew.), Brisbane (1,4 Mio. Ew.), Perth (1,2 Mio. Ew.) und Adelaide (1,1 Mio. Ew.). Siehe auch die Liste der Städte in Australien.
Der höchste Berg und gleichzeitig der einzige Vulkan auf australischem Hoheitsgebiet ist mit 2.745 m der auf der unbewohnten Insel Heard gelegene Big Ben.
Auf dem australischen Kontinent, der seit über 200 Millionen Jahren durch Ozeane von der übrigen Welt getrennt ist, konnte sich eine große Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren entwickeln. Zeugnis dieser isolierten Entwicklung sind z.B. die Beuteltiere (engl.: marsupials) Australiens, die ansonsten nur noch in Süd- und Nordamerika vertreten sind.
Von den rund 20.000 heimischen Pflanzenarten in Australien sind ca. 85 % ausschließlich auf diesem Kontinent zu finden. Typisch für die australische Vegetation sind die Eukalyptus- und Akazienbäume, von beiden gibt es über 600 Arten. Der schnellwüchsige und anspruchslose Eukalyptusbaum kommt in den verschiedensten Umgebungen vor, auch im heißen und trockenen Zentralaustralien. Die Größe variiert von Buschhöhe bis zu 90 m. Im Südosten von Australien gibt es ausgedehnte Waldgebiete, die dichteste Vegetation findet sich in den tropischen Regenwäldern von Nordqueensland. Starke Abholzung führt zu einer Gefährdung des Bestandes und bedroht die Artenvielfalt in den Wäldern. In Trockengebieten kommt der Baobab-Baum vor, auch Flaschenbaum genannt, der in seinem Stamm Wasser speichern kann.
Typische Vertreter der australischen Tierwelt sind die Beuteltiere. Beuteltiere bringen im Gegensatz zu den Plazentatieren ihre Jungen im Embryo-Stadium auf die Welt und ziehen diese dann in einem Beutel auf. Zu den Beuteltieren gehören z.B. die Kängurus, von denen es über 40 verschiedene Arten gibt. Die größten sind die roten Riesenkängurus, die inklusive Schwanz bis zu 2 m lang und bis zu 100 kg schwer werden können. Das Junge wird mit einer Größe von ca. 2,5 cm geboren und wächst im schützenden Beutel der Mutter heran. Das Känguru ist (zusammen mit dem Emu, einem großen Laufvogel) das Wappentier Australiens. Neben dem Känguru bekanntester Vertreter der Beuteltiere ist der Koala: übersetzt aus der Sprache der Ureinwohner Australiens bedeutet der Name "trinkt nicht", da diese Tiere mit extrem wenig Wasser auskommen. Weitere Beuteltiere sind z.B. der Wombat, der Tasmanische Teufel oder Beutelteufel, die Beutelmaus und die Gattung der Kletterbeutler (Possums).
Einzigartig auf der ganzen Welt sind Eier legende Säugetiere (Kloakentiere), die nur in Australien und Neuguinaea vorkommen, in Australien vertreten durch das Schnabeltier (engl. Platypus) und den Ameisenigel (engl. Echidna). Viele der einheimischen Beuteltiere wurden durch eingeführte Säugetiere wie Dingos, Kaninchen, Kamele, Füchse usw. aus ihrem Lebensraum verdrängt und sind inzwischen ausgestorben.
Die Reptilien- (Dornteufel) und Vogelwelt Australiens mit den zahlreichen Papageien (Wellensittiche, Loris, Kakadus) und dem australischen Eisvogel (Kookaburra) ist sehr artenreich.
Einen einzigartigen Lebensraum bildet auch das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens, mit einer Länge von 2.012 km das größte Korallenriff der Erde. Auch hier besteht die Gefahr einer nachhaltigen Störung des ökologischen Gleichgewichts durch die intensive industrielle Fischerei in den umliegenden Gewässern und den Tourismus.
Australien reagiert auf die Gefährdung von Fauna und Flora mit dem Einrichten von großflächigen Naturschutzgebieten, die auch Teile des Meeres umfassen. Rund 12 % der Landesfläche sind zu solchen Schutzzonen erklärt worden, elf Gebiete gehören dem Weltkulturerbe an.
Rund 92% der Bevölkerung sind Weiße (überwiegend britischer oder irischer Abstammung) 7% sind Asiaten und 1% Aborigines. Rund 15% der Weißen sind nicht britischer oder irischer Abstammung.
Die Lebenserwartung beträgt 75/81 Jahre, bei Aborigines 20 Jahre weniger (WHO, 1999).
Ureinwohner
Die Ureinwohner Australiens, die Aborigines, haben ihre traditionelle Lebensweise zum größten Teil aufgegeben, das heißt sie leben heute nicht mehr in der ursprünglichen Stammesform wie sie seit Tausenden von Jahren existiert. Ihre Religion basiert auf der „dreamtime“ (Traumzeit), in der die Ahnen (unter anderem die mächtige Regenbogenschlange) über das Land gestreift sind und Landschaftszüge sowie heilige Stätten kreierten.
Das Verhältnis zwischen Ureinwohnern und Eroberern wurde durch viele Ereignisse getrübt und ist bis heute oft durch Misstrauen und Ausgrenzung geprägt. Das Mabo-Urteil von 1992, durch den der Mythos von Australien als terra nullius aufgehoben wurde, verschärfte diesen Konflikt noch.
Eine Sonderrolle spielen die Torres Creole sprechenden Torres-Strait-Insulaner, die auf den Inseln der Torres-Strait zwischen Queensland und Papua-Neuguinea leben.
Geschichte
Wann die Besiedlung Australiens durch Menschen begann, ist bis heute umstritten. Spuren davon reichen bis 120.000 Jahre zurück. Die Aborigines leben seit etwa 50.000 bis 60.000 Jahren auf dem Kontinent und gehören damit zu den ältesten Kulturen der Welt. Lange vor der Entdeckung Australiens hatten Gelehrte im alten Europa die Existenz eines Südkontinentes behauptet. Häufig wird das rätselhafte "Südland" (lat. terra australis) erwähnt.
Marco Polo segelt 1292 von China zurück nach Venedig und erwähnt ein an Gold und Muscheln reiches Land südlich von Java.
Im 16. und 17. Jahrhundert erreichen vermutlich portugiesische und spanische Seefahrer die Küsten Australiens und gehen an Land. Im Jahre 1606 entdeckte der Niederländer Willem Jansz das Land für Europa. Im Juli 1629 strandete das Handelsschiff Batavia der Niederländischen Ostindien Kompanie an der Westküste, aber dessen Kapitän Francisco Pelsaert maß seiner Entdeckung keine entscheidende Bedeutung zu. Für lange Zeit, bis 1824, war die Bezeichnung "Neuholland" in Gebrauch, erst dann führten die Briten den heute gültigen Namen ein.
Erst im Jahre 1642 entschloss sich die Niederländische Ostindien - Kompanie, den Kontinent durch eine geplante Expedition zu erforschen. Abel Tasman entdeckte dabei das heutige Tasmanien. Eine weitere Expedition, die Im Jahre 1696 unter Willem de Vlamingh begann, kartografierte Teile der Westküste Australiens. Die Holländer hatten aber kein Interesse, Australien zu kolonisieren.
Kolonisierung
Im April oder Mai 1770 erreichte schließlich Kapitän James Cook die Ostküste Australiens und nahm das Land formell als Neusüdwales für die britische Krone in Besitz. Der Zweck seiner Reise war das Auffinden der sog. Terra Australis, die nach einer in der Zeit gängigen Theorie als Gegengewicht zu den Landmassen im Norden der Erdkugel vorhanden sein müsse. Einige Entdecker machten sich auf den Weg diese sagenhafte Landmasse zu finden, segelten aber an ihr vorbei. (1642 wurde Tasmanien von seinem Namensgeber Abel Tasman entdeckt, der es für einen Teil der Hauptinsel hielt.)
Am 26. Januar 1788 begann die britische Regierung in der Gegend um das heutige Sydney eine Kolonie für britische Sträflinge einzurichten. Noch im selben Jahr trafen die ersten 11 Schiffe der "First Fleet" ("Ersten Flotte") mit Siedlern und Verurteilten unter der Führung von Captain Arthur Phillip in der Botany Bay ein. Die neue Ansiedlung wurde Sydney genannt, nach dem Viscount Sydney, dem obersten Kolonialbeamten Australiens. Bis 1868 wurden 160.000 Gefangene dorthin verbannt. 1801-1803 umsegelte Mathew Flinders als erster den gesamten Kontinent. Weitere Städte entstanden: Hobart (1803), Brisbane (1824), Perth (1829), Melbourne (1835) und Adelaide (1836). Nach einem großen Schafschererstreik entstand 1898 "Waltzing Matilda", die heimliche Nationalhymne Australiens.
Der Australische Bund
Am 26. September 1907 erhält der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien.
2001 wurde eine zehnprozentige Konsumsteuer auf alle Güter und Dienstleistungen eingeführt.
2004 gewinnt die national-liberale Koalitionsregierung von Premierminister John Winston Howard erneut die Parlamentswahlen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind vergleichsweise gut.
Politik
Der Australische Bund ist eine parlamentarische Monarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage mit einem Zwei-Kammern-System (Repräsentantenhaus und dem Senat als Oberhaus). Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II. (als Königin von Australien, nicht als Königin des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland), vertreten durch einen Generalgouverneur (seit 11. August 2003: Major General Michael Jeffery). Seit 1996 heißt der Ministerpräsident (Premierminister) des Australischen Bundes John Howard von der Liberal Party; er regiert gemeinsam mit der kleinen Nationalen Partei (Stand: 2005). Trotz der in der Bevölkerung heftig umstrittenen Beteiligung am Irak-Krieg gewann Howard im Oktober 2004 zum vierten Mal die Wahlen gegen die damals von Mark Latham geführte Labor Party, was einen politisch Rekord darstellt. Wahlentscheidend wirkte sich das anhaltende Wirtschaftswachstum aus. Australiens Liberale sind gesellschaftspolitisch konservativ eingestellt; wirtschaftspolitisch setzen sie auf Liberalisierung und Privatisierung.
International kritisiert wird Howard vor allem wegen seiner Pacific Solution sowie seiner engen Anlehnung an die USA. Nachdem US-Präsident Bush im Herbst 2003 Australien als "Amerikas Sheriff" in Südostasien bezeichnet hatte, beeilten sich vor allem malaysische Politiker, sich einmal mehr einer ökonomischen Integration des "westlichen Transplant" Australien in Ostasien zu widersetzen.
Nationalfarben
Der Generalgouverneur Sir Stephen Ninian erklärte am 19. April 1984 Gold und Grün zu den offiziellen Nationalfarben von Australien (nicht zu verwechseln mit den amtlichen Farben der Flagge Australiens), denn bis dahin hatte Australien keine eigenen Nationalfarben. Die Gestaltung der Nationalflagge und die offiziellen Wappen von Regierungsstellen sind an den Insignien des britischen Königshauses angelehnt. Um ihre Eigenständigkeit gegenüber der britischen Königin zu demonstrieren, verwenden die Australier bei den Vereinsfarben und Farben ihrer Sportklubs sehr oft die Nationalfarben und dies auch bei internationalen Wettkämpfen.
Der Flugverkehr nimmt für so ein großes Land eine wichtige Stellung ein. Allerdings spielt, besonders im dicht besiedelten Südosten des Landes, auch der Straßenverkehr eine bedeutende Rolle. Die erste Straße Australiens wurde 1789 bis 1791 von Sydney nach Parramatta gebaut. Das heutige Straßennetz beläuft sich auf etwa 913.000 km, davon sind etwa 353.000 km befestigt, das heißt asphaltiert oder betoniert. Ein großer Teil des Warenverkehrs im Outback wird über die so genannten Road Trains transportiert, das sind große Sattelschlepper mit zwei bis drei Anhängern bis zu 55 m Länge und bis zu 50 Tonnen Gewicht. Aber auch die Eisenbahn wird nicht vernachlässigt. Es gibt viele Neubauprojekte, so beispielsweise die kürzlich fertig gestellte Eisenbahnlinie von Alice Springs nach Darwin, bekannt unter dem Namen The Ghan. Die Transaustralische Eisenbahn von Sydney nach Perth ist für den Fracht- und den Fremdenverkehr von Bedeutung.
Australien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. In den 1980er Jahren begann die Labor Party unter Premierminister Bob Hawke und Finanzminister Paul Keating, Australiens Wirtschaft zu modernisieren. Nach einem schweren Wirtschaftseinbruch – Keating nannte ihn „die Rezession, die wir haben mussten“ – erholte sich Australien rasch und weist seit den 1990er Jahren eine der höchsten Wirtschaftswachstumsraten unter den OECD-Staaten auf. Die Arbeitslosigkeit ging markant zurück und die Wettbewerbsfähigkeit australischer Unternehmen stieg an. Die Liberalen unter John Howard hielten seit 1996 an der liberalen Wirtschaftspolitik fest. Am 1. Januar 1966 löste der Australische Dollar das Pfund Sterling als Landeswährung ab.
Die Großunternehmen in Australien prägen die Exportbilanz. Die 100 größten Unternehmen des Landes haben 2001 für rund 50 Mrd. A$ Waren- und Dienstleistungsexporte erbracht und liefern damit rund ein Drittel der gesamten Ausfuhr des Landes. Im Jahre 2001 lag der australische Export bei rund 154 Mrd. A$ und macht damit über 20 Prozent des BIP aus.
Kultur
Nationalfeiertag ist der 26. Januar (Australia Day), basierend auf dem 26. Januar 1788, der Ankunft Captain Arthur Phillip und der "First Fleet". Mit der Deportierung englischer Strafgefangener begann die Besiedlung Australiens durch Europäer.
Ein weiterer wichtiger Feiertag ist der Anzac Day am 25. April. Er ist der Jahrestag der ersten Militäraktion von australischen und neuseeländischen Truppen im Ersten Weltkrieg, der Landung auf Gallipoli 1915.
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