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Bangkok (thailändisch Krung Thep – meist übersetzt mit „Stadt der Engel“ – oder offiziell Krungthep Mahanakhon; in Thai) ist seit 1782 die Hauptstadt des Königreichs Thailand und verwaltungsmäßig zugleich die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz (Tschangwat). Bangkok Metropolis hat 6.642.566 Einwohner und eine Fläche von 1.565,2 km².

In der Bangkok Metropolitan Region (BMR), der größten Agglomeration in Thailand, leben 10.787.211 Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2005). Die Stadt ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Thailands mit Universitäten, Hochschulen, Palästen und über 400 Wats (buddhistische Tempelanlagen und Klöster) sowie wichtigster Verkehrsknotenpunkt des Landes. Das Nationalmuseum in Bangkok ist das größte seiner Art in Südostasien.

Bangkok ist auch UN-Stadt (UNESCAP).

Geographische Lage

Die Stadt liegt an der Nahtstelle von Indochinesischer- und Malaiischer Halbinsel am Chao-Phraya-Strom (in der westlichen Welt als Maenam bezeichnet, was wörtlich übersetzt „Mutter des Wassers“ heißt, eigentlich aber ganz allgemein „Fluss“ bedeutet) und nördlich des Golfs von Thailand durchschnittlich 20 Meter über dem Meeresspiegel.

Das westlich des Chao-Phraya gelegene Gebiet wird Thonburi genannt und war bis 1971 eine eigenständige Stadt, während der östlich gelegene Teil vor mehr als zweihundert Jahren nur ein kleines Dorf war, hauptsächlich bewohnt von chinesischen Händlern.

Die geografischen Koordinaten der Stadt sind 13,75 Grad nördlicher Breite und 100,51 Grad östlicher Länge.

Verwaltungstechnisch ist Bangkok eine von 76 Provinzen Thailands (changwat), wobei sie aber die einzige Provinz ist, in der der Gouverneur direkt gewählt wird. Das Stadtgebiet der Metropolregion Bangkok geht allerdings über die Grenzen der Provinz Bangkok hinaus und reicht bis in die Nachbarprovinzen Nonthaburi, Samut Prakan und Pathum Thani.

Die heutige Provinz Bangkok entstand 1972 aus der Zusammenlegung der alten Provinz Bangkok - changwat Phra Nakhon - und der Thonburi-Provinz.

Das Wappen der Provinz zeigt die Gottheit Indra auf Erawan, dem mythologischen Elephanten, der in einigen Abbildungen auch drei Köpfe haben kann. In seiner Hand hält Indra einen Blitz. Das Wappen basiert auf einer Zeichung von Somdej Chaofa Kromphraya Narisra-nuwattiwong.

Bangkok ist unterteilt in 50 Distrikte (khet, manchmal auch amphoe genannt). Diese sind:

Bang Bon, Bang Kapi, Bang Khae, Bang Khen, Bang Kho Laem, Bang Khun Thian, Bang Na, Bang Phlat, Bang Rak, Bang Sue, Bangkok Noi, Bangkok Yai, Bueng Kum, Chatuchak, Chom Thong, Din Daeng, Don Mueang, Dusit, Huai Khwang, Khan Na Yao, Khlong Sam Wa, Khlong San, Khlong Toei, Lak Si, Lat Krabang, Lat Phrao, Minburi, Nong Chok, Nong Khaem, Pathum Wan, Phasi Charoen, Phaya Thai, Phra Khanong, Phra Nakhon, Pom Prap Sattru Phai, Prawet, Rat Burana, Ratchathewi, Samphanthawong, Sai Mai, Saphan Sung, Sathon, Suan Luang, Taling Chan, Thawi Watthana, Thonburi, Thung Khru, Wang Thonglang, Watthana und Yan Nawa.

Bangkok befindet sich in der tropischen Klimazone. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 28,4 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 1.507 Millimeter im Mittel.

Die durchschnittlichen Temperaturen liegen das ganze Jahr über zwischen 26,1 und 30,4 Grad Celsius.

Hauptregenzeit ist zwischen Mai und Oktober. Der meiste Niederschlag fällt im September mit 344 Millimeter im Mittel, der wenigste im Januar mit durchschnittlich acht Millimeter

Der Ursprung Bangkoks liegt in der Kleinstadt Thonburi, heute Teil Bangkoks, am westlichen Ufer des Chao Praya. General Taksin machte Thonburi im Jahr 1772, nachdem Ayutthaya 1767 im Krieg mit Birma weitgehend zerstört worden war, zur neuen Hauptstadt. Zehn Jahre später verlegte der neue König Rama I., Begründer der bis heute regierenden Chakri-Dynastie, den Regierungssitz auf das östliche Ufer und begann damit das Gebiet namens Rattanakosin, mit dem damals vor allem von Chinesen bewohnte Dorf Baan Makok („Dorf der Wildpflaume (Olive)“), nach dem Vorbild der früheren Residenzstadt zur Hauptstadt auszubauen.

Der offizielle Name der Stadt lautet seit damals in der Kurzform „Krung Thep“ - also „Stadt der Engel“. Das ist jedoch nur eine Kurzform des vollständigen Namens, des weltweit längsten Städtenamens (siehe oben Der Name der Stadt). Westliche Händler und Reisende verwendeten statt dessen den Namen des Dorfes, woraus im Lauf der Zeit „Bangkok“ wurde, die heute international bekannte Bezeichnung.

Rattanakosin wurde durch einen Kanal, den Klong Lot, zu einer künstlichen Insel in einer Biegung des Chao Praya in deren Zentrum der neue Königspalast und der königliche Tempel, der Wat Phra Kaeo mit dem Smaragd-Buddha (Phra Kaeo), dem Nationalheiligtum Thailands, errichtet wurden.

In jener Zeit war die ganze Stadt von einem dichten Netz von Kanälen (Klongs) durchzogen. Der Verkehr spielte sich zum Großteil auf diesen Klongs ab. Selbst die Märkte („Schwimmende Märkte“) fanden auf dem Wasser statt. Straßen gab es kaum. Damals wurde Bangkok auch manchmal als das Venedig des Ostens bezeichnet. Die meisten Klongs wurden ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nacheinander zugeschüttet um Raum für den stetig zunehmenden Straßenverkehr und die wachsende Stadt zu schaffen.

1864 wurde die erste gepflasterte Straße der Stadt Thanon Charoen Krung („Neue Straße“) an Stelle eines früheren Kanals fertiggestellt. Während der Regentschaft König Rama V. Chulalongkorn (regierte 1868-1910) entstanden eine Eisenbahnlinie die Krung Thep mit dem Norden des Landes verband, Straßenbahnlinien für den innerstädtischen Verkehr, eine große Anzahl neuer Straßen und die Mehrzahl der oft von europäischen Stilen beeinflussten Regierungsgebäude.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Stadt über ihre früheren Grenzen hinaus nach Norden und Osten. Einen weiteren, Wachstumsschub insbesondere für die westlich des Flusses gelegenen Stadtteile, bedeutete die Einweihung der ersten Brücke, der Memorial Bridge, über den Chao Praya im Jahr 1932. Während des Zweiten Weltkrieges war Bangkok für einige Jahre von japanischen Streitkräften besetzt und wurde ab 1944 von den Alliierten bombardiert. Nach dem Ende des Krieges erholte sich die Stadt aber rasch und wuchs beständig weiter.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren die meisten Klongs bereits zugeschüttet und durch Boulevards und Straßen ersetzt worden. Ab den 1960er und 1970er Jahren wurden soviele Häuser gebaut und Stadtautobahnen ausgebaut wie nie zuvor. Mit dem Wirtschaftsboom der 1980er Jahre (siehe „Tigerstaaten“) setzte eine weitere neue Entwicklung ein, die zur Errichtung eine großen Zahl von Hochhäusern führte und das Stadtbild nachhaltig veränderte. Die Zahl der Bewohner stieg zugleich rasant und machte Bangkok schließlich zu einer der größten Metropolen der Welt.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts leben in Bangkok über sechs Millionen Menschen, in der Metropolregion sogar über zehn Millionen. Wirtschaftlich erholt sich die Stadt zusehends vom Zusammenbruch am Ende des Booms der 1980er Jahre, was nicht zuletzt auch in neuen Bauvorhaben seinen Ausdruck findet. Eines der größten städtischen Probleme stellt der Straßenverkehr dar. Auch der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes mit Bangkok Metro und Bangkok Skytrain konnte die Situation bislang nur minimal entspannen.

In der eigentlichen Stadt Bangkok leben 6.642.566 Menschen auf einer Fläche von 1.565,2 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 4.244 Einwohner pro km². In Berlin sind es zum Vergleich 3.800. Bangkok belegt Platz 22 der bevölkerungsreichsten Städte weltweit.

In der Bangkok Metropolitan Region (BMR) leben 10.787.211 Menschen auf einer Fläche von 6.193 km². Die Bevölkerungsdichte beträgt 1.742 Einwohner pro km². Zur BMR gehören die eigentliche Stadt Bangkok Metropolis und die sie umgebenden Provinzen Nakhon Pathom, Nonthaburi, Pathum Thani, Samut Prakarn und Samut Sakorn. Die BMR belegt Platz 26 der bevölkerungsreichsten Metropolregionen weltweit.

Bangkok ist ein Beispiel für ein dynamisches, jedoch ungeplantes städtisches Wachstum. Zwischen 1970 (3,1 Millionen) und 2000 (6,3 Millionen) hat sich die Einwohnerzahl verdoppelt. Die Stadt ist weitaus größer als alle anderen Städte Thailands. Sie hat gegenwärtig (2005) bereits 17 mal so viele Einwohner wie die nächstgrößere Stadt Samut Prakan (388.920 Einwohner), die Agglomeration Bangkok sogar 44 mal soviel wie das nächstgrößere Ballungsgebiet Udon Thani (247.231 Einwohner).

Da in der Hauptstadt alle wichtigen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen gefällt werden, ist Bangkok eine Primatstadt. Das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt ist zehnmal höher als in der ärmsten Region des Landes. Während die Hauptstadtregion sich wirtschaftlich entwickelte, profitierten weite Teile des Landes nicht oder hatten gar einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes zu verzeichnen. Durch diese Vorrangstellung hatte die Stadt in den letzten Jahrzehnten einen immensen Wanderungszuwachs.

Ein großes Problem für die Metropole ist die vielen zugezogenen Menschen ausreichend zu versorgen. Für zahlreiche Menschen mußten Wohnungen gebaut werden. Die zunehmende Nachfrage nach Bauland steigerte die Wohnungs- und Grundstückspreise erheblich. Deshalb werden viele Siedlungen für die weniger Verdienenden am Stadtrand errichtet (Slums). Die öffentlichen Einrichtungen (Krankenhäuser und Schulen) sind unzureichend. Müll und Abwasser werden nicht mehr ausreichend entsorgt, der Grundwasserspiegel sinkt durch den gestiegenen Verbrauch immer schneller.

Ein weiteres Problem in Bangkok ist der zunehmende Verkehr. Das Straßennetz ist komplett überlastet. Außerdem verfügt Bangkok nur über wenige Massentransportmittel (U-Bahn). Durch die zahlreichen Autos kommt es in der Stadt zu sehr großer Luftverschmutzung (hohe Ozon- und Kohlenstoffmonoxidwerte).

Überblick

In der Stadt gibt es über 400 Wats (buddhistische Tempelanlagen). Der bedeutendste ist der Wat Phra Kaeo (Wat Phra Sri Rattana Satsadaram), der den so genannten "Smaragd-Buddha" beherbergt und eine landesweite hohe Verehrung genießt.

Zusammen mit dem Grand Palace (Phra Borom Maharatchawong), dem Wat Pho (Wat Phra Chetuphon), dem ältesten und größten Tempel Bangkoks mit seiner 46 Meter langen vergoldeten Statue des liegenden Buddha, und dem Wat Mahathat, die eine der großen buddhistischen Universitäten (Maha Chulalongkorn Universität) Südostasiens beherbergt, bildet er auf "Koh Rattanakosin" (Koh = Insel) das historische Zentrum der Stadt.

Weitere bedeutende Tempel sind der Wat Arun (Tempel der Morgenröte) in Thonburi und der Wat Trimitr (auch Wat Traimit), mit der in materieller Hinsicht wertvollsten Buddhastatue Thailands, die aus mehr als fünf Tonnen purem Gold gefertigt wurde.

In Bangkok befinden sich zudem das thailändische Nationalmuseum, das größte seiner Art in Südostasien, die Nationalgalerie und das Nationaltheater.

 

 

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