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Bogota (vollständiger spanischer Name Santa Fe de Bogota) ist die Hauptstadt Kolumbiens. Sie liegt auf einer Hochebene der Anden, der Sabana de Bogota, auf ca. 2640 Metern über NN, am Fuß der zwei Kordillerenberge Guadalupe und Monserrate. Mit ihren 7.102.602 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005), meist Mestizen, ist sie die größte Stadt Kolumbiens. Ihr Bürgermeister ist zurzeit Luis Eduardo Garzon.
Mehrere Flüsse und Bäche winden sich durch die Stadt, unter anderen der Fluss San Francisco, der sich süd-westlich mit dem Fluss Funza (auch bekannt als Fluss Bogotá) vereinigt. Der Fluss Funza ist sowohl für seinen 145 Meter langen Wasserfall, den Tequendama, als auch für seine extreme Verschmutzung bekannt. Das Klima ist mild mit Durchschnittstemperaturen um die 14 °C, und da Bogotá nahe am Äquator liegt, gibt es keine großen jahreszeitlichen Unterschiede.
Bogota bildet das Distrito Capital, das direkt der Zentralregierung untersteht. Sie ist gleichzeitig die Hauptstadt des Departements Cundinamarca.
Bogota wurde am 6. August 1538 am Ort der Chibcha-Stadt Bacatá von Gonzalo Jimenez de Quesada offiziell neu gegründet. Er gab ihr den Namen Santa Fe, benannt nach seinem Heimatort Granada (Spanien). Kurz danach wurde "de Bogotá", abgeleitet vom ursprünglichen indianischen Bacata, angehängt, so dass der endgültige Name der Stadt Santa Fe de Bogotá lautete. Im selben Jahr erreichte von Süden her auch eine weitere spanische Expedition unter Sebastian de Benalcazar, dem Neugründer von Quito, und von Osten her ein dritter Zug unter dem Welser-Hauptmann Nikolaus Federmann aus Augsburg das Chibcha-Reich und die Hochebene von Bogota und beanspruchten Rechte, erhielten von Quesada jedoch nur eine Abfindung und verließen die neugegründete Stadt. Quesada gründete die Stadt dann auch formell und juristisch im April 1539 mit Nikolaus Federmann und Sebastian de Belalczar.
Kolonialzeit
In der Kolonialzeit war Bogotá die Hauptstadt Neugranadas. Mit Cartagena de Indias war sie die wichtigste Stadt im Territorium des heutigen Kolumbiens. Unter anderem durch den Einfluss der in Bogotá lebenden einflussreichen Kreolen, entstand dort die äkolumbianische Unabhngigkeitsbewegung, die am 20. Juli 1810 die erste Abspaltung von Spanien erreichte. Die Spanier konnten die Territorien wieder erobern; erst 1819 wurde Kolumbien endgültig unabhängig. 1803 besuchte Alexander von Humboldt den Biologen Jose Celestino Mutis in Bogotá.
Republikanische Ära
Bogota wurde die Hauptstadt Großkolumbiens, das sich kurz darauf in die heutigen Länder Ecuador, Kolumbien und Venezuela aufteilte. Bogotá wurde in den nächsten Jahrzehnten von mehreren üBrgerkriegen heimgesucht. Der einflussreichste Krieg dieser Zeit war der Guerra de los Mil Dias (Krieg der tausend Tage) zwischen der konservativen und liberalen Parteien zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit hatte die Stadt etwa hunderttausend Einwohner.
Zwanzigstes Jahrhundert
Im zwanzigsten Jahrhundert wuchs die Stadt nicht nur in Hinsicht auf ihre Bevölkerung, sondern auch in kultureller Hinsicht, so das sie als das „Athen Südamerikas“ bekannt wurde. 1948 wurde in Bogotá die Organisation Amerikanischer Staaten gegründet; dieses Ereignis wurde durch die Ermordung von Jorge Elicer Gaitn blutig unterbrochen. Während des sogenannten Bogotazo, einer mehreren Tage andauernden Welle der Gewalt, wurde die Stadt durch aufgebrachte Menschenmassen geplündert. Zu dieser Zeit wohnte der spätere kubanische Staatschef Fidel Castro in Bogotá.
Nach dem Bogotazo entwickelte sich die Stadt deutlich anders. Die wohlhabenden Familien, die bis dahin in der Stadtmitte lebten, zogen in andere Stadtteile oder nahe gelegene Orte wie Chapinero, El Chic, Usaquen, größtenteils im Norden der Stadt.
Die Fünfziger
Die Militärdiktatur der Mitte 50 Jahre führte zu einem Ausbau der Stadt Richtung Westen, großteils dadurch, dass der internationale Flughafen El Dorado zu dieser Zeit gebaut wurde, und dass die Stadt sich wegen der natürlichen Grenze der Berge nicht mehr weiter Richtung Osten ausdehnen konnte. Einer kurzen Diktatur wurde von einer institutionalisierten Koalition zwischen liberaler und konservativer Partei, des sogenannten Frente Nacional (Nationale Front) besiegelt.
1961 besuchte der nordamerikanische Präsident John Fitzgerald Kennedy die Stadt im Rahmen des Programms Allianz für den Fortschritt. Diese hatte zum Ziel, die lateinamerikanischen Mitglieder der Organisation Amerikanischer Staaten der USA näher zu bringen, da diese die sowjetische Einflussnahme in diesen Staaten nicht gerne sah. Aus diesem Besuch entstand eines der größten Stadtteile Bogotás, Ciudad Kennedy, der heutzutage mehr als eine Million Einwohner fasst.
Nach dem Bogotazo durchlebte das Land Kolumbien eine Welle der Gewalt nach der anderen. Dies führte dazu, dass die Hauptstadt zur Zufluchtstelle von Vertriebenen wurde. Sie wuchs im 20. Jahrhundert von weniger als einer halben auf mehr als sieben Millionen Einwohner.
Die Siebziger
In diesem Jahrzehnt wird die Guerillagruppe M-19 ins Leben gerufen, die die Zukunft der Stadt und des Landes mitprägte. Die Regierung entschied sich, die Casa de Nario zu bauen, dem Sitz des Präsidenten, der ein für die Zeit übliches Beispiel von Luxus inmitten des verarmten Stadtzentrums darstellt.
Die Achtziger
Der Justizminister Rodrigo Lara Bonilla wird durch Sicarios im Norden der Stadt ermordet. Diese Tat führte zu der Konfrontation des Staates mit den Kartellen des Drogenhandels im ganzen Land. Der 6. November 1985 wurde zum tragischsten Tag in der Geschichte der Stadt seit dem Bogotazo. Die Guerillagruppe M-19 nahm den Justizpalast in Bogotá ein. Die darauf folgenden Auseinandersetzungen und die Wiedereinnahme durch die Staatsmächte kostete mehreren hundert Menschen das Leben. Am 13. November 1985 brach der Vulkan Nevado del Ruiz aus; und seine Schneehaube schmolz durch die Hitze. Dies führte dazu, dass der Fluss Lagunilla aus seinen Ufern trat und die Stadt Armero unter Tonnen von Schlamm verschüttete. Bogota wurde die neue Heimat für tausende Überlebende, weitere tausende starben.
Bogotá wurde zum Ziel der Drogenkartelle. Es wurden viele Terrorattentate in der Stadt verübt, unter anderen Bomben in Einkaufszentren und dem Hauptgebäude des DAS (des Staatssicherheitsdienstes). Diese Attentate rissen hunderte von Unbeteiligten in den Tod, und der Drogenkrieg wurde intensiver. Dieses Jahrzehnt wurde durch den Tod des Drogenbarons Jose Gonzalo Rodriguez Gacha, alias der Mexikaner, durch die Sicherheitsdienste des Staates besiegelt.
Die Neunziger
Nach der Auflösung des M-19 durch dessen Führer Carlos Pizarro Leon Gomez stellte sich dieser als Präsidentschaftskandidat auf. Er wurde daraufhin während eines Linienflugs ermordet. Die Stadt änderte sich darauf hin unter dem Einfluss der Bürgermeister Jaime Castro, Antanas Mockus und Enrique Penalosa.
Das 21. Jahrhundert
2000 wird Antanas Mockus zum zweiten Mal Bürgermeister der Stadt, gefolgt von Eduardo Garzon, der 2003 als erster sozialistischer Bürgermeister Bogotás das Amt antrat. 2000 wurde der Bau des TransMilenio gestartet.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Stadt beherbergt ungefähr 100.000 Einzelunternehmen in allen Sektoren. Jedes Jahr fließen ca. $4000 Millionen Auslandskapital als Investition ein. 24 % des nationalen Exportgutes wird in Bogota produziert. 411 multinationale Unternehmen betreiben aktiv Geschäfte in dieser Stadt, davon 136 aus der Global Fortune 500.
Verkehr
Bogota ist schachbrettartig aufgeteilt. Die Strassen sind nach „carreras“ und „calles“ nummeriert, wobei einige der großen Umgehungs- und Hauptverkehrsstrassen auch einen Namen tragen. Um den „íPlaza Bolvar“ Platz sind viele öffentliche Gebäude sowie Kirchen angesiedelt.
Bogota ist mit beiden Küsten und den größten Städten mittels Eisenbahnnetzen verbunden und hat einen Internationalen Flughafen, El Dorado International Airport, der von einer Vielzahl von direkten Linienflügen bedient wird. In Bogota gibt es zwar keine U-Bahn, jedoch brachte die Einführung des innovativen Verkehrskonzeptes "TransMilenio", welches im Jahr 2000 in Angriff genommen wurde und noch immer im Gange ist, ein wenig Ordnung in das für lateinamerikanische Metropolen übliche Verkehrschaos. Taxis sind in auffällig hoher Anzahl vorzufinden.
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