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Bosnien ist der nördliche Landesteil Bosnien und Herzegowinas und umfasst etwa zwei Drittel des Staatsgebiets. Es bildet heute keine administrative Einheit, sondern ist innerhalb des Staates Bosnien und Herzegowina auf die Republika Srpska und die Bosniakisch-Kroatische Föderation aufgeteilt.

Den Namen bekam es von dem Fluss Bosna, der bei Sarajevo entspringt und über Zenica und Doboj bei Bosanski amac in die Save fließt.

Landschaft

Bosnien ist ein großteils bergiges Land mit kontinentalem Klima und teilweise sehr kalten Wintern. Die Vegetation ist im Wesentlichen typisch mitteleuropäisch. In den ausgedehnten Wäldern gibt es noch heute u. a. Wölfe, Bären und Wildschweine. Die olympischen Winterspiele 1984 machten die Skigebiete Jahorina und Bjelanica (beide bei Sarajevo) weltbekannt.

Bosnien wird im Süden und Westen vom dinarischen Gebirge und der Herzegowina begrenzt. Im Norden endet es an den Flüssen Una und Save, und im Osten geht es ungefähr bis zur Drina.

Mit Ausnahme des nördlichen Landstrichs, der sich an der Save hinzieht, ist das Land von mehr oder weniger hohen Bergketten durchsetzt, deren höchste Gipfel in den Ausläufern der Dinarischen Alpen zu finden sind:

· Treskavica (2.128 m)

· Bjelasnica (2.067 m)

· Branica Planina (2.070 m)

· Bolujak mit dem Maglic (2.386 m)

Die Hauptgebirgszüge im nördlichen Bosnien erstrecken sich von Südosten nach Nordwesten und bilden hohe, langgestreckte Rückenformen sowie fruchtbare Täler. Im südlichen Bereich überwiegen Berge mit scharfem Profil und Karstcharakter, felsige Zacken und kraterförmige Kesseltäler, deren meist langgestreckte Sohlen zur Regenzeit mit Wasser angefüllt werden. Im Sommer trocknen sie aus und bilden tiefe Risse. Die Randgebirge dieser Kessel werden polje genannt und erheben sich bis auf 700 bis 900 m. Sie sind kahle und zerklüftete Kalkfelsen. Statt Wald findet sich hier nur spärliches Gestrüpp.

Im Waldbereich überwiegen mitteleuropäische Bäume, wie Buchen, Fichten, Birken, Erlen und Ahorn. Über etwa 1.600 m endet der Baumwuchs typisch und es treten alpine Kräuter auf.

Hauptfluss von Bosnien ist die Save, die eine natürliche nördliche Grenze gegen Slawonien bildet. Die Save ist schiffbar für leichte Fahrzeuge und bildet einen der wichtigsten Transportwege. Ihr fließen die Una, die Vrbas, die Ukrina, die Bosna und die Drina zu.

Geschichte

Schon in der Antike war Bosnien ein wichtiges Transitland zwischen Adria und Donauraum, so dass sich in dem kargen und gebirgigen Land einige wohlhabende Handelsstädte herausbilden konnten. In der Antike gehörte Bosnien zur römischen Provinz Illyricum. Von der römischen Präsenz zeugen auch heute noch viele Ausgrabungsstücke und Befestigungsanlagen.

Nach der Einwanderung der Slawen im 6. und 7. Jahrhundert stand Bosnien zumeist formal unter byzantinischer Herrschaft, jedoch gelang es den Fürsten, eine weitgehende Autonomie zu erwerben.

Es war zeitweise auch Teil der kroatischen und serbischen Reiche, später auch Teil Ungarns. Alle fremdländischen Herrschaften vermochten jedoch nicht, direkten Einfluss auf die Politik des Landes ausüben, die Macht verblieb in den Händen des lokalen Adels und der Fürsten.

Der Landesname Bosnien taucht erstmals um das 10. Jahrhundert auf, allerdings bezieht er sich hier nur auf das Kernland am Oberlauf der Bosna. In den Jahren 1154 bis 1463 war es meist ein selbstständiges Fürstentum bzw. später Königreich.

1299 führte der kroatische Ban ŠćPavao ubic Bribirski den Titel „Herr über ganz Bosnien“ (totius Bosniae Dominus). Seine Gebiete reichten von Gvozd bis an das Adriatische Meer, die Neretva und die Drina. Mladen II wurde sein Nachfolger.

1299 – 1321 herrschten die Fürsten von Bribir (Bribirski knezovi) über Bosnien und Hum.

1377 hat sich der bosnische Ban ćStjepan Tvrtko Kotromanic zum „König von Bosnien, Serbien/Rascien und Herzegowina/Hum sowie aller Serben“ im Kloster Milesevo bei Prijepolje vor der Grabstätte des ersten serbischen Patriarchen St. Sava gekrönt, was ihn in politischen Konflikt mit den regulären Nachfolger der serbischen Königskrone Marko Mrnjavcevic, der im Gebiet des heutigen Mazedoniens herrschte, brachte. Die mittelalterliche Hauptstadt und Sitz des Königs war Kraljeva Sutjeska, heute noch eine kleine Ortschaft mit dem ältesten Franziskanerkloster, Bücherei und zahlreichen historischen Andenken von BiH. Markos Onkel Ugljesa Mrnjavcevic herrschte über die Hum, die heutige Herzegowina mit Sitz in Trebinje. Das Königreich Bosnien wurde für fast ein Jahrhundert der mächtigste Staat der Region.

1389 folgte König Stjepan Tvrtko Kotromanic dem Aufruf des serbischen Fürsten Lazar Hrebeljanovic und entsandte ein Teil seines Heeres zum Amselfeld um sich dort mit den serbischem Heer den Osmanen entgegen zu stellen.

1443 bis 1461 König šćStjepan Toma Kotromanic.

1463 wurde Bobovac (die damalige Stadt), nähe Kraljeva Sutjeska, von den Osmanen eingenommen. König Stjepan Toma Kotromanic unterwarf sich. Mit dem Tod seiner Frau Katarina Kosaca-Kotromanic 1478 in Rom erlosch die bosnische Krone.

Erst 70 Jahre nach Sarajevo fiel Bihac als letzte bosnische Stadt. Bosnien wurde damit zu einem osmanischen Vilayet (Provinz). Mit der Rückeroberung Südungarns und Slawoniens durch Prinz Eugen wurde das Land zur Grenzzone. Österreichische Truppen versuchten mehrmals, auch Bosnien zu erobern, was aber scheiterte, so dass sich die Savegrenze stabilisieren konnte. Allerdings zerstörte Prinz Eugen bei einem Feldzug Sarajevo.

In den Gebieten um Bihaćc und entlang der Save wurden Befestigungen und Wehrdörfer eingerichtet. In diesem Grenzgebiet wurden auch viel Serben angesiedelt, die damals auch als Vlachen bezeichnet wurden.

Bosnien war eine der wichtigsten Provinzen des Osmanischen Reiches, da es die europäische Grenze des Reiches schützte. Der bosnische Beylerbey, Statthalter des Sultans, war wie kein anderer Statthalter ausgestattet mit unumschränkter Gewalt. Die Statthalter Bosniens gehörten neben dem Sultan zu den mächtigsten Männern des Reiches. Der Titel des "Beylerbey" war neben den bosnischen Statthaltern nur wenigen anderen Statthaltern des Reiches vorbehalten. Während der osmanischen Zeit erreichte Bosnien-Herzegowina eine zweite, orientalische Blüte, es ging vollends auf in der Kultur des Osmanischen Reiches und viele Männer aus Bosnien und der Herzegowina erwarben hohe Würden am Hofe des Sultans und wurden zu Militärführern, Diplomaten und Großwesiren des Reiches.

Nach der Reconquista in Spanien siedelten sich auch vertriebene sephardische Juden in Bosnien an.

1878 wurde Bosnien österreichisch - ungarischer Verwaltung unterstellt, während es bis 1908 formell weiterhin dem Sultan unterstand. In dieser Zeit wurde der Begriff Bosnien und Herzegowina (Bosna i Hercegovina) geprägt.

Der mittelalterliche Staat Bosnien war im Wesentlichen katholisch. Allerdings fiel hier die aus Bulgarien kommende Bogomilen-Bewegung, hier auch als bosnische Kirche bekannt, auf fruchtbaren Boden und konnte sich länger halten als in Bulgarien selbst. Die früher beliebte Behauptung, die von der katholischen Kirche verfolgten Bogomilen haben den Grundstock für die Islamisierung Bosniens gelegt, ist heute umstritten, da es Hinweise gibt, diese Bewegung sei zur Zeit der türkischen Eroberung im Wesentlichen schon ausgestorben gewesen. Auch die Verbindung zwischen den Stecci

 

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