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Burundi ist ein Staat in Ostafrika. Burundi grenzt (im Uhrzeigersinn) an Ruanda, Tansania und die Demokratische Republik Kongo. Der größte Teil der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo liegt im Tanganjika-See.

Geographie

Burundi ist einer der kleinsten Staaten Afrikas. Zwischen dem Viktoriasee und dem Tanganjikasee gelegen, wird das Land von einem Hochplateau (1.400 – 1.800 Meter) durchzogen, das allmählich auf über 2.700 Meter ansteigt. Dieses Randgebirge des Zentralafrikanischen Grabens fällt schließlich zum Innern der vom Tanganjikasee gefüllten Grabensenke steil ab.

Das Klima ist tropisch-wechselfeucht mit zwei Regenzeiten. Die Temperaturen werden durch die Höhenlage gemildert. Niederschlag fällt durchschnittlich 1.000 mm im Jahr. Zur artenreichen Tierwelt zählen Leoparden, Löwen, Paviane, Zebras und Antilopenarten, in den Flüssen leben Krokodile und Flusspferde.

Größte Bevölkerungsgruppe mit 85 Prozent sind die Hutu, die wie fast alle Ruander die Bantusprache Kirundi sprechen, 12 Prozent der Bevölkerung gehören zur Ethnie der Tutsi, den Rest bilden die Twa (1%), ein Volk, das traditioneller Weise zu den "Pygmäen" gerechnet wird. Schon seit Jahrhunderten üben die Tutsi die Vorherrschaft über die Bevölkerungsmehrheit der Hutu aus; dies führt immer wieder zu Konflikten. Viele Einwohner sind in die Nachbarländer geflohen. 80 Prozent der Burundier sind Christen (vor allem Katholiken), eine kleine Minderheit bekennt sich zum Islam.

Geschichte

Burundi war zwischen 1885 und 1918 Teil der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Diese befand sich auf dem Gebiet der heutigen Staaten Tansania, Ruanda und Burundi. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde im Versailler Vertrag beschieden, dass Deutschland alle seine Kolonien abtreten muss. Burundi fiel als Völkerbundsmandat (ab 1946 als UN-Treuhandgebiet) zusammen mit Ruanda als Ruanda-Urundi an Belgien.

Die (Ba)Tutsi sind als osthamitische Großviehzüchter und Krieger wahrscheinlich im 13. Jahrhundert von Norden kommend langsam in das Gebiet eingewandert. Durch Kriege und Einheirat in die lokalen Herrscherfamilien haben sie im Laufe der Zeit die vollkommene Macht über die ansässigen Ackerbauern, die Hutu, erlangt. Die Batutsi verstehen sich als Herrenmenschen, was aus einem Sprichwort aus dem Ostkongo klar hervorgeht: "Lass einen Tusti zur Tür herein, und schon spielt er den Hausherrn!" Mit Beginn der Kolonialzeit rekrutierten die deutschen Kolonialherren die Tutsi als Hilfstruppen, setzten Menschen aus dieser Bevölkerungsschicht als Verwaltungshilfskräfte ein, da es diese seit Jahrhunderten gewohnt waren, die (Ba)Hutu für sich arbeiten zu lassen.

Als die belgische Kolonialmacht das Gebiet übernahm, übernahmen die Belgier auch die Verwaltungs- und damit Herrschaftsstrukturen. Die Hutu lehnten sich immer wieder gegen die Vorherrschaft der Batutsi auf; der Konflikt zwischen diesen Bevölkerungsgruppen schwelt bereits seit der deutschen Kolonialzeit.

1960 wurde dann von Belgien die Entkolonialisierung wegen zunehmender innenpolitischer Unruhen zwischen den Tutsi und den Hutu eingeleitet, die dann 1962 in der Unabhängigkeit Burundis und der Selbständigkeit Ruandas endete. Seitdem machte in Burundi ethnisch motivierte Gewalt zwischen Hutu- und Tutsi-Gruppen, z.B. in den Bürgerkriegen von 1972 (zwischen 50.000 und 300.000 Tote), 1988 (mind. 5.000, wahrscheinlich weit mehr Tote) und 1993 (ca. 200.000 Tote), Hunderttausende zu Flüchtlingen und kostete mindestens 250.000 Menschenleben (vgl. Völkermord in Ruanda).

Obwohl mittlerweile viele Flüchtlinge aus den Nachbarstaaten zurückgekehrt sind, mussten immer wieder Menschen aufgrund ethnischer Spannungen ihre Heimat verlassen. Burundische Truppen haben außerdem immer wieder in den Bürgerkrieg in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo eingegriffen. Dies auch deswegen, weil die Bevölkerungsdichten in den Ländern sehr stark differieren. Ruanda und Burundi sind sehr dicht besiedelt, die Republik Kongo (Zaire) dagegen nur dünn besiedelt. Es bestand daher schon immer ein Interesse der Ruander und Burundi, im Kongo zusätzliche Landgebiete hinzuzugewinnen. Letztendlich geht es bei dem Konflikt zwischen den Hutu und Tutsi, zwischen Uganda, Ruanda, Kongo und Burundi nicht zuletzt um die Herrschaft über reiche Bodenschatzvorkommen. Im Gebiet gibt es Gold, Diamanten, seltene Metalle....

 

 

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