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Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen.

Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach der Definition im Grundgesetz versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8.

Deutschland gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima wird u.a. vom warmen Golfstrom positiv beeinflusst.

Extreme Wetterbedingungen wie strenge Dürren, Tornados, strenger Frost oder Hitze usw. sind sehr selten. Gelegentlich treten jedoch Stürme (Sommerstürme durch starken Temperaturabfall nach Gewittern, Herbststürme) auf. Intensive Regenperioden führen in seltenen Fällen im Sommer (z.B. Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) bzw. im Winter nach der Schneeschmelze (z.B. Rhein, Donau, Elbe) zu Überschwemmungen und damit zu teilweise starken Zerstörungen.

Der Straßenverkehr hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Eisenbahn als wichtigsten Verkehrsträger abgelöst. Deutschland besitzt eines der dichtesten Straßennetze der Welt. Es umfasst 11.980 km Autobahnen und 41.386 km Bundesstraßen.

Das Eisenbahnnetz der Deutschen Bahn AG ist in den vergangenen Jahren geschrumpft. Dem Rückgang des Eisenbahnverkehrs, besonders nach seiner Umstellung vom gemeinnützigen öffentlichen auf einen gewinnorientierten privaten Bahnbetrieb im Rahmen der Bahnreform ab 1993, steht ein starkes Wachstum des Straßen- und Luftverkehrs gegenüber.

Es gibt in Deutschland ein gut ausgebautes Netz von Wasserstraßen für die Binnenschifffahrt. Die wichtigsten schiffbaren Flüsse sind Rhein, Main, Weser und Elbe. Bedeutende Kanäle sind der Mittellandkanal, der Main-Donau-Kanal, der Dortmund-Ems-Kanal, der Nord-Ostsee-Kanal und der Elbeseitenkanal. Der Binnenhafen Duisburg-Ruhrort ist der wichtigste und umschlagsstärkste Hafen Deutschlands und der größte Binnenhafen Europas. Der Mannheimer Hafen ist der zweitgrößte Binnenhafen Europas.

Der Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt am Main ist das Drehkreuz der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa. Trotz der durch den weiter wachsenden Straßen- und Luftverkehr verursachten Umweltschäden und der wesentlich von diesen beiden Verkehrsträgern mitverursachten globalen Erwärmung ist die deutsche Verkehrspolitik auf deren weiterer Förderung statt auf die Verlagerung dieser Transporte auf die Schiene im Rahmen des Möglichen ausgerichtet.

Auf Grund des überproportional hohen Außenhandelsanteils ist Deutschland in erheblicher Weise auf den Seehandel angewiesen. Es verfügt über eine Anzahl moderner Seehäfen, wickelt aber auch große Anteile seines Handels nach Übersee über die Häfen von Nachbarländern, vor allem der Niederlande, ab. Um künftig wieder größere Anteile in eigenen Häfen umzuschlagen, gibt es derzeit mehrere große Bauprojekte. Dazu gehört der Bau eines 4. Containerterminals in Bremerhaven, die geplante – und sehr umstrittene – Vertiefung von Weser und Elbe und der neue Tiefwasserhafen JadeWeserPort in Wilhelmshaven. Er wird als einziger echter Tiefwasserhafen in Deutschland ab 2010 die größten dann in Fahrt befindlichen Containerschiffe abfertigen können. Die drei umschlagstärksten Seehäfen in Deutschland sind Hamburg, Wilhelmshaven und Bremen mit Bremerhaven.

Im Staat gilt Religionsfreiheit. Aufgrund der vielen Verbindungen von Staat und christlicher Kirche in vielen sozialen und schulisch-kulturellen Bereichen besteht nur eine bedingte Trennung von Staat und christlicher Religion im Sinne der Amtskirchen.

Gemeinschaften

Wie der größte Teil West- und Mitteleuropas, ist das heutige Deutschland in einem, bis zur Antike zurück reichenden, historischen und kulturellen Kontext christlich - abendländisch geprägt. Dieser Prägung liegen Einflüsse aus der antiken griechischen und römischen Kultur ebenso zugrunde wie Traditionen aus der jüdisch - christlichen Glaubenslehre, die sich seit Beginn der Christianisierung Nordwesteuropas, ab etwa dem 4. Jahrhundert, mit den archaischen Sagen und Mythen urgermanischer und keltischer Traditionen vermischt hatten.

Die Mehrheit der bundesdeutschen Staatsbürger gehört offiziell einer christlichen Konfession an: Römisch - Katholische Kirche 31,7 % (tendenziell überwiegend in West- und Süddeutschland), Evangelische Kirche 31,3 % (tendenziell vor allem in Nord- und Ostdeutschland), orthodoxe Kirche und orientalische Kirchen insgesamt 1,14 %, Neuapostolische Kirche 0,46 % und ein geringer Anteil von Angehörigen christlicher Freikirchen, wie z. B. der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten), der Bund freier evangelischer Gemeinden, der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden, die Methodisten, Adventisten und verschiedene charismatischer Gemeinden. Die Anzahl praktizierender Christen dürfte jedoch weit geringer sein, da viele Deutsche nur aus traditionellen Gründen einer der beiden Amtskirchen angehören. Das Land wurde seit der fränkischen Zeit christianisiert. Die christliche Reformation begann Anfang des 16. Jahrhunderts im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, angeführt von Johannes Calvin, Martin Luther und Ulrich Zwingli. Sie prägt die religiöse Landschaft im deutschen Sprachraum bis heute.

Etwa 30 % der Bevölkerung gehören keiner Religionsgemeinschaft an. Dies gilt insbesondere für das Gebiet der ehemaligen DDR, da dort seitens der kommunistisch orientierten Regierung bis 1989 eine atheistische Weltanschauung propagiert und vermittelt (siehe Jugendweihe) und der Kirchenaustritt gefördert wurde. Aber auch im Westen hat – wenn auch prozentual in wesentlich geringerem Umfang – die Zahl von Kirchenaustritten, insbesondere aus den evangelischen Kirchen, zugenommen.

Die Angehörigen der islamischen Gemeinden zählen ca. 3,3 Mio. Menschen und sind vorwiegend ausländischer Abstammung, davon mittlerweile etwa 732.000 deutsche Staatsangehörige oder knapp 0,9 %; die Zeugen Jehovas zählen ca. 164.000 oder 0,2 % der Bevölkerung.

Etwa 100.000 Menschen oder 0,12 % der Bevölkerung gehören jüdischen Gemeinden an. Seit den 1990er Jahren verzeichnen diese einen starken Zuwachs durch die Zuwanderung von Menschen jüdischen Glaubens aus Osteuropa, vor allem aus der Ukraine und aus Russland.

Von den Mitgliedern bestimmter christlicher Kirchen sowie der jüdischen Gemeinden erhebt der Staat traditionell eine Kirchensteuer und leitet diese an die Kirchen (bzw. den Zentralrat der Juden in Deutschland) weiter, die mit den Steuergeldern schwerpunktmäßig von ihnen organisierte öffentliche und soziale Aufgaben finanzieren.

Des Weiteren ist der Religionsunterricht laut Grundgesetz fakultatives, aber dennoch ordentliches Unterrichtsfach in den Schulen (mit Ausnahme weniger Bundesländer wie Bremen, Berlin und Brandenburg). Dieser Unterricht wird in aller Regel von einem Vertreter einer der beiden großen christlichen Amtskirchen abgehalten.

 

 

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