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Erfurt ist die Landeshauptstadt und zugleich die größte Stadt des Freistaates Thüringen und die sechstgrößte der Neuen Bundesländer. Die Universitätsstadt ist eines der drei Oberzentren des Landes, katholischer Bischofssitz, Sitz des Bundesarbeitsgerichts und eine kreisfreie Stadt.
Die Einwohnerzahl der Stadt Erfurt überschritt 1905 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Grossstadt wurde. Heute ist Erfurt Mittelpunkt des Ballungsraumes „Thüringer Städtekette“, der sich als Korridor entlang der Bundesautobahn 4 über 100 km von Gotha bis Gera erstreckt und ca. 600.000 Einwohner hat.
Erfurt liegt nur 45,5 km südöstlich des geografischen Mittelpunkts von Deutschland, womit es seit der Wiedervereinigung von BRD und DDR (3. Oktober 1990) die zentrale Großstadt des Staates ist.
Erfurt liegt im Süden des Thüringer Beckens, in einem weiten Becken des Flusses Gera, einem Zufluss der Unstrut. Im Süden wird das Stadtgebiet von bewaldeten Höhen (dem Steigerwald) umgrenzt. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt von Nord nach Süd 21 km und von Ost nach West 22,4 km.
Die nächsten größeren Städte sind Leipzig, 105 km Luftlinie nordöstlich, Kassel, 115 km nordwestlich, Hannover, 180 km nordwestlich, Frankfurt am Main, 190 km südwestlich und Dresden, 210 km östlich.
Bis zum Einsetzen der Industriellen Revolution in Erfurt etwa um 1800 befand sich das bebaute Stadtgebiet innerhalb der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Die Stadtbefestigung umschloss Erfurt kreisförmig und besaß sieben Tore mit je einer Vorstadt an den auswärts führenden Straßen. Im Nordwesten der Stadt lag das Andreastor an der Straße nach Nordhausen (B4), im Nordosten lag das Johannestor an der Straße nach Sömmerda, im Osten das Krämpfertor an der Straße nach Kerpsleben, im Südosten das Schmidstedter Tor an der Straße nach Weimar, im Süden das Löbertor an der Straße nach Arnstadt, im Südwesten das Pförtchen an der Straße nach Neudietendorf und im Westen das Brühler Tor an der Straße nach Gotha. Zur Befestigungsanlage Erfurts gehörten außerdem noch die Zitadelle Petersberg sowie zwei Stadtgräben (der Kartäusergraben innerhalb - heute nicht mehr erhalten, nach 1945 zugeschüttet; Juri-Gagarin-Ring - sowie der noch heute erhaltene Stadtgraben). Der Mittelpunkt dieses „alten Erfurts“ war der Fischmarkt. Im 19. Jahrhundert dehnte sich die Stadt zunächst nach Osten und Südosten aus. Außerdem wuchs im Norden der Stadt der größte Vorort: Ilversgehofen mit etwa 10.000 Einwohnern (1910), der 1911 eingemeindet wurde. In der Zeit bis 1945 entstanden weitere Wohnviertel im Norden und Südosten, sodass aus der runden Stadt eine „langgezogene“ Stadt wurde. Zu DDR-Zeiten wuchs die Stadt zunächst nach Norden, wo 1950 Baubeginn für die Siedlung Roter Berg war und zwischen 1969 und 1974 im Rieth ein zweites neues Wohngebiet entstand. Zwischen 1977 und 1982 wurden im Gebiet Roter Berg zahlreiche neue Wohnungen in Plattenbauweise errichtet. Im Südosten der Stadt entstanden in der Folgezeit ebenfalls Plattenbaugebiete, ab 1979 auf dem Herrenberg und Wiesenhügel, ab 1986 auch auf dem Drosselberg. Nach der Wende entstanden auf dem Ringelberg und in den umliegenden Dörfern, die bis 1994 nach und nach eingemeindet wurden, neue Siedlungen aus Einfamilien- und Reihenhäusern. In den Plattenbaugebieten stehen seit Beginn des Bauboomes von Eigenheimsiedlungen in der Peripherie Erfurts Wohnungen leer, sodass in diesen Stadtteilen bereits mehrere Häuser der Funktionsbauweise (Plattenbauten) abgerissen wurden. An diesen Stellen entstanden neue Grünflächen.
Das Klima Erfurts wird geprägt durch seine Lage am Südrand des üThringer Beckens und der dieses umgebenden Mittelgebirge Harz und Thüringer Wald. Durch die Leewirkung dieser teilweise über 1000 Meter hohen Gebirge ergibt sich ein für Mitteleuropa recht trockenes Klima. Während die relativ flachen Bereiche des Stadtzentrums und der nördlichen Teile der Stadt ein ziemlich gleichmäßiges Klima haben, ergeben sich auf Grund der Höhenzüge öFahner Hhe und Steigerwald, die den Stadtkern um etwa 150 Meter überragen, in den südlichen Ortstteilen wie Bischleben oder Molsdorf lokale klimatische Besonderheiten.
Die Jahresdurchschnittstemperatur betrug in den Jahren 1961 bis 1990 in Erfurt 7,9 °C, wobei im Januar die mittlere Tageshöchsttemperatur bei +2 °C und die mittlere Tiefsttemperatur bei –2 °C liegt. Im Juli beträgt die mittlere Höchsttemperatur 24 °C und die mittlere Tiefsttemperatur 14 °C. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge betrug im genannten Zeitraum 500 mm, was unterhalb des deutschen Durchschnitts liegt. Die Zahl der jährlichen Sonnenstunden beträgt etwa 1600 und liegt, bedingt durch die Wärmeentwicklung der Stadt, etwa 50 Stunden über den Werten der unmittelbaren Umgebung. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit ist im Winter etwa 6 m/s, während dieser Wert im Sommer auf durchschnittlich 4 m/s zurückgeht. Die Erfurter Wetterstation befindet sich im Ortsteil Bindersleben auf einer Höhe von 315 Meter über NN und ist zuständig für den Naturraum Thüringer Becken. Da das Erfurter Stadtzentrum nur auf einer Höhe von 200 Metern liegt, kann davon ausgegangen werden, dass die Temperaturwerte dort, auch durch den Erwärmungsgeffekt der Stadt selbst, durchschnittlich um etwa ein Kelvin höher liegen.
Die Auswirkungen der Klimaerwärmung sind auch am Klima Erfurts ablesbar. So stieg im Zeitraum von 1971 bis 2000 die jährliche Mitteltemperatur um 0,8 Kelvin, während die jährliche Niederschlagsmenge um etwa 10 Prozent zurück ging. Diese Effekte sind in allen Jahreszeiten, außer im Herbst, feststellbar. Bis zum Jahr 2050 wird eine weitere Erhöhung der jährlichen Mitteltemperatur auf dann etwa 10,5 °C vorausgesagt.
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