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Eritrea (Tigrinya: Ertra, Iritriyya) ist ein Staat im östlichen Afrika und grenzt an das Rote Meer, Äthiopien, den Sudan und Dschibuti. Der Jemen liegt nur wenige Kilometer entfernt am gegenüberliegenden Ufer des Roten Meeres.

Geographie

· Die Trockensavanne am Roten Meer ist sehr heiß und trocken.

· Im Hochland des Landesinneren dagegen fallen jährlich bis zu 600 mm Regen, vor allem in der Zeit von Juni bis September.

· Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Asmara 563.930 Einwohner, Assab 72.114 Einwohner, Keren 57.604 Einwohner, Massaua 37.077 Einwohner und Nakfa 26.662 Einwohner.

Bevölkerung

· Die Wachstumsrate der Bevölkerung beträgt 3,8 % (Schätzung 2002).

· Altersstruktur der Bevölkerung (Schätzung 2002):

· 0-14 Jahre: 42,9 % (männlich 958.564 / weiblich 955.625)

· 15-64 Jahre: 53,9 % (m 1.192.454 / w 1.213.313)

· 65+ Jahre: 3,2 % (m 73.017 / w 72.678)

Ethnische Gruppen

Innerhalb Eritreas gibt es neun ethnische Gruppen. Die einzelnen Gruppen und ihre Verbreitung sind Tigrinya (48 %), Tigre (35 %), Afar (4 %), Kunama (3 %), Saho (3 %), Bilen (2 %), Hedareb (2 %), Nara (2 %) und Rashaida (1 %).

Religion

Die Bevölkerung Eritreas teilt sich zu fast gleichen Teilen in 50 % Christen (Eritreisch-Orthodoxe Tewahedo Kirche, Protestanten, Katholiken, Orthodoxe) und 48 % Muslime. Daneben bestehen noch einige kleine einheimische Naturreligionen. Trotz der sehr unterschiedlichen Anschauungen und dem daraus resultierenden Konfliktpotential bildet die Bevölkerung eine nationale Einheit. Die christliche Bevölkerung hat sich vorwiegend in der Hochebene um Asmara und die muslimischen Teile der Bevölkerung hauptsächlich im Tiefland und in Küstennähe angesiedelt.

Sprache

Die offiziellen Amtssprachen Eritreas sind Tigrinya und Arabisch. Als Verkehrssprache kommt noch zusätzlich Englisch hinzu. Die Sprachen der neun Ethnien Eritreas sind Tigrinya (1,9 Mio.), Tigre (0,8 Mio.), Afar (0,3 Mio.), Saho, Kunama, Bedawi, Bilen und Nara (je 0,1 Mio.).

Bevor Eritrea 1889 italienische Kolonie wurde, beherrschten verschiedene Überseemächte das Land.

Erst 1941 wurde die Zugehörigkeit zu Italien durch alliierte Streitkräfte beendet. Das Gebiet wurde britisches Protektorat. Nach dem 2. Weltkrieg entschieden die UN auf eine öFderation mit Äthiopien. Nachdem Äthiopien die politischen Rechte der eritreischen Bevölkerung von 1952 bis 1961 systematisch aushöhlte und anschließend 1961 durch Anwendung militärischer Gewalt das kleinere Nachbarland annektierte, griffen die Eritreer zu Waffen. Die Unabhängigkeitsbewegungen erhielten in den 1960ern und den darauffolgenden Jahren großen Zulauf.

Nach dem dreißigjährigen Unabhängigkeitskrieg, der erst 1991 mit dem Sieg der Eritrean People's Liberation Front (EPLF) und des äthiopischen Widerstandes EPRDF über die Zentralregierung Äthiopiens endete, folgte die Unabhängigkeit Eritreas.

Am 24. Mai 1993 wurde nach einer Volksabstimmung die Unabhängigkeit erklärt. Dieser Tag ist der Nationalfeiertag Eritreas.

1998 brach ein Grenzkrieg mit Äthiopien aus, der durch Waffenstillstandsabkommen beendet wurde. Seitdem sind die UN-Beobachter in der Grenzregion versandt worden, um den rechtmäßigen Grenzverlauf zu markieren.

Politik

Die Politik Eritreas wird durch die People's Front for Democracy and Justice (PFDJ) dominiert. Die PFDJ, die aus der einstmaligen Kriegspartei Eritrean People's Liberation Front (EPLF) hervorgegangen ist, nimmt mit ihrem Parteivorsitzenden Isayas Afewerki auch gleichzeitig den Posten des Staatspräsidenten und Regierungschefs in Anspruch. Andere Parteien sind derzeit nicht zugelassen. Auch wenn von offizieller Seite bekräftigt wird, dass man sich für ein Parteiengesetz einsetze, sind diese Bemühungen eher kritisch zu sehen. Innerhalb des Landes gibt es noch einige oppositionelle Splittergruppen, die aber bisher keinen größeren Einfluss auf die Politik des Landes nehmen konnten.

Politische Struktur

Das Staatsoberhaupt und der Regierungschef sind die höchsten Instanzen der eritreischen Regierung. Zusammen mit der 24-köpfigen Staatsvertretung, bestehend aus 16 Ministern und weiteren Staatsvertretern, bilden sie die Exekutive Eritreas.

Die Legislative wird von einer, 150 Mitglieder umfassenden, Nationalversammlung gebildet. Die 150 Mitglieder sind 75 Mitglieder des Zenztralkommitees der PFDJ und 75 Volksvertreter, die direkt vom Volk gewählt werden. Unter diesen 75 Vertretern des Volkes müssen elf Frauen und fünfzehn Emigranten sein. Die Nationalversammlung wählt den Präsidenten, erlässt Gesetze und Verordnungen und kümmert sich um deren Einhaltung.

Die Judikative Eritreas besteht aus einem Obersten Gerichtshof, 10 Provinzgerichten und 29 Bezirksgerichten. Um den Bedürfnissen der muslimischen Bevölkerung gerecht zu werden, gibt es außerdem noch eine kleine Anzahl von Gerichten, die die Gesetze der Schari'a durchsetzen.

Infrastruktur

Das Straßennetz in Eritrea ist für afrikanische Verhältnisse sehr gut ausgebaut. Zwischen Massawa und Asmara gibt es eine Eisenbahnverbindung. Eine weitere zwischen Asmara und Agordat (westliches Tiefland) wird gerade erweitert. Große Tiefseehäfen sind Massawa und Assab, in Tio befindet sich ein kleinerer Hafen im Aufbau. Flughäfen finden sich in Asmara, außerdem in Massawa, Sawa und Assab. In Nakfa gibt es eine lange Schotterpiste, die jedoch kaum angeflogen wird.

Landwirtschaft

Etwa 75 % der erwerbstätigen Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Trotzdem müssen Nahrungsmittel importiert werden, da etwa 50 % der erwerbstätigen Personen in den Militärdienst eingezogen wurden. Das Hauptanbaugebiet ist das westliche Tiefland und das Hochland (Getreide, Kaffee, Baumwolle, Rohrzucker, Mais, Gemüse wie auch eine Vielzahl von Obst - mit künstlicher Bewässerung). In der Küstenregion wird zum Teil Viehwirtschaft und Fischfang betrieben. Jährlich werden etwa 15.000 Tonnen Fisch erwirtschaftet. An drei großen Landstrichen an der eritreischen Küste werden weltweit einmalige Seewasserfarmen errichtet, die die Küstengebiete fruchtbar werden lassen.

Industrie

Eritrea verfügt über Bodenschätze wie Gold, Silber, Kupfer, Schwefel, Nickel, Pottasche, Marmor, Zink und Eisen. Außerdem befinden sich Erdöl- und Erdgasvorkommen im Prozess der Erschließung. Salz wird im großen Umfang produziert. Es gibt Zement-, Textil- und Nahrungsmittelindustrie, darunter mehrere Brauereiunternehmen, Alkohol- und Weinproduktion. Eritrea verfügt über eine Vielzahl von Ersatzteil- und Möbelunternehmen. Seit einigen Jahren werden in der eritreischen Industriestadt Dekemhare Busse, Transport-, Reinigungs-, und Müllwagen von dem eritreischen Unternehmen Tesima produziert.

 

 

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