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Gambia (englisch: The Gambia) ist ein Staat in Westafrika, an den Ufern des Gambia-Flusses gelegen. Mit Ausnahme eines schmalen Küstenabschnittes, an der Mündung des Gambia-Flusses in den Atlantischen Ozean, wird Gambia vollständig vom Staat Senegal umschlossen.
Der etymologische Ursprung des Namens Gambia kommt aus dem portugiesischen. Der westafrikanische Staat ist nach dem Gambia-Fluss benannt, der sich vom portugiesischen Wort câmbio (= "Austausch" oder "Handel") ableitet. Câmbio ist vielleicht die Übersetzung der Bezeichnung für den Fluss der damaligen Bevölkerung im 15. Jahrhundert. Das Wort ba dimma in der Mankinka-Sprache (nach anderer Deutung fura), wird dabei als Quelle genannt. Oder - câmbio beschreibt einfach nur die Stelle, an der die Portugiesen die Region erkundeten und einfachen Handel mit der Bevölkerung betrieben hatten.
Das Klima ist tropisch mit einer ausgeprägten Regenzeit und Trockenzeit. Die Trockenzeit dauert von den Monaten November bis Mai an, sie ist beeinflusst von den trockenem nordöstlichen Wind aus der Sahara, genannt Harmattan. Die Temperaturen steigen dabei zwischen 21° und 27° Celsius an, die relative Luftfeuchtigkeit bleibt im Bereich zwischen 30 und 60 Prozent.
Die Regenzeit im Sommer beginnt im Monat Juni und dauert bis zum Oktober an. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt im Südwesten 1.000 mm und im Nordosten 800 mm. Der meiste Regen, fast neunzig Prozent, fällt dabei in den Monaten zwischen Juli und September. In Küstennähe (Kombo-St. Mary Area) ist das ozeanische Klima angenehmer.
Gambia liegt am Atlantischen Ozean und hat eine Küstenlinie von ungefähr 80 km Länge.
Große Probleme bereitet die Erosion der verschiedenen Strandabschnitte bei Stürmen. Bei Banjul ist ein Friedhof in Gefahr ganz vom Meer verschlungen zu werden. Eine Vielzahl von Gräbern sind schon vom Meer zerstört worden.
Bei Kololi, in dem Touristenzentrum Senegambia, mussten die Strandabschnitte des Senegambia Beach Hotel und des Kairaba Beach Hotel mühsam erneuert werden. Verwendet wurde dazu Sand vom Meeresboden der von Baggerschiffen durch Stahlrohre an die Küste gepumpt wurde.
Etwa 1.300 km², also 11,5 Prozent der Landesfläche, sind Wasserflächen. Davon trägt der Fluss Gambia, er ist einer der Hauptströme Afrikas, mit seinen Seitenarmen den Hauptanteil.
Bolong ist ein Wort für ein "bewegliches Wasser" oder "Fluss" in der Sprache der Mandinkas, die Namen einiger Nebenflüsse des Gambias tragen den Zusatz Bolong.
Weiter gibt es den River Benifet und den Tanji (Fluss), der bei dem Dorf Tanji in den Atlantik fließt. Der Allahein River, der bei Allahein in den Atlantik fließt, ist für etwa 10 km der Grenzfluss zu der südlichen senegalesischen Region Casamace.
Die Inseln die bedeutend sind, liegen im Fluss Gambia, darunter mit historischer Bedeutung die kleine Insel James Island mit dem Fort James. Der River Gambia National Park liegt auf der 585 Hektar großen Baboon Island, in diesem Schutzgebiet wurden 1979 wieder Schimpansen ausgewildert, die vorher in im Abuko Nature Reserve gehalten wurden. Auf der Janjanbureh Island liegt die Stadt Janjanbureh, sie war früher unter dem Namen Georgtown bekannt.
Das Land wird von dem Gambia-Fluss bestimmt, der von Osten nach Westen fließt. Die Flusslandschaft ist dabei von beiden Ufern von niedrigen Hügeln aus Laterit umgeben. Gambia liegt zu 78 Prozent unter 20 m über dem mittleren Meeresspiegel. Die höchste Erhebung, die nicht näher benannt ist, ist mit 53 m über NN angegeben
Gambias Bevölkerung ist zu 90 % moslemisch, 9 % christlich und 1 % glaubt an traditionelle afrikanische Religionen.
Obwohl Moslems (Sunniten) den Hauptanteil bilden, genießen alle Religionen eine ruhige und friedliche Koexistenz. Gambia ist ein weltlicher Staat, der Respekt für alle kulturellen, und traditionellen Werte fördert. Dieser Zustand garantiert Freiheit für alle, um die Religion ihrer Wahl auszuüben. Mit diesem Hintergrund ist es in Gambia traditionell üblich, dass alle offiziellen Veranstaltungen mit Gebeten durch einen christlichen Priester und einen moslemischen Imam eröffnet werden.
Die fruchtbaren Ufer des Gambia-Flusses sind seit Jahrtausenden besiedelt. Ein schriftliches Zeugnis gab der Karthager Hanno "der Seefahrer" um 470 v. Chr. im Bericht seiner Reise nach Westafrika. Die Verbindung zum Mittelmeerraum riss erst mit dem Fall des Römischen Reiches und der Ausbreitung des Islam nach Süden ab. Im 14. Jahrhundert erstreckte sich das riesige Reich der éMalink, von der Sahara bis zu den Wäldern im Süden dessen, was heute Liberia und Sierra Leone ist.
Gambia ist eine Republik mit einer demokratisch gewählten Mehrparteienregierung unter dem äPrsidenten Yahya Jammeh. Der junge Leutnant Jammeh kam 1994 durch einen militärischen, aber weitgehend unblutigen Staatsstreich an die Macht (der von einem Soldatenprotest über verspätete Soldauszahlung ausging) und er kündigte an, bis mindestens 1998 allein regieren zu wollen. Dennoch wurden - vielleicht um den Tourismus, von dem Gambia wirtschaftlich stark abhängt, nicht zu gefährden - bereits 1996 wieder Wahlen abgehalten, aus der Jammeh klar als Sieger hervorging. Eine neue Verfassung wurde eingeführt.
Tatsächlich sind die Jahre von 1996 bis 2000 von einer gewissen Stabilität und wirtschaftlichem Aufschwung geprägt: der internationale Flughafen in Banjul sowie zahlreiche Straßen werden modernisiert, ein neues Krankenhaus, neue Schulen, eine Fernsehstation und ein riesiges Revolutionsdenkmal entstehen, der Tourismus ist wieder eine gute Einnahmequelle.
2000 werden (laut Amnesty International) mindestens 14 Personen bei einer Straßenschlacht zwischen studentischen Demonstranten und der Polizei getötet. Schulen waren zeitweilig geschlossen, und Patrouillen prägen das nächtliche Stadtbild.
2001 wird Jammeh erneut wiedergewählt, und 2002 gewinnt die Alliance for Patriotic Reorientation and Construction (APRC) die Wahl zur Nationalversammlung, allerdings boykottiert die Oppositionspartei UDP die Wahl.
Seit Dezember 2004 beteiligt sich Gambia an einer Friedensmission im Sudan unter Führung der Afrikanischen Union (AU).
Am 16. Dezember 2004 wird der regierungskritische Journalist Deyda Hydara ermordet. Zuvor hatte er das neue Mediengesetz angeprangert, nach dem Journalisten für das Schreiben eines "verleumderischen Artikels" (zum Beispiel: üble Nachrede, Veröffentlichung aufrührerischer Artikel) zu einer Haftstrafe von mindestens sechs Monaten verurteilt werden können. Vier Tage nach Deyda Hydaras Ermordung protestierten Hunderte von Journalisten gegen die Ermordung und der Einhaltung der Pressefreiheit.
Gambia besitzt keine äBodenschtze die sich wirtschaftlich erschließen lassen, Landwirtschaft und Fischerei sind die Haupterwerbszweige der Gambianer. Zwei Drittel der Erwerbstätigen arbeiten in dem Bereich der Landwirtschaft, dass ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Der Gambia-Fluss mit seinen Nebenflüssen ist Gambias Lebensader. Seit der Ankunft der Portugiesen im 14. Jahrhundert, ist der Fluss ein Haupthandels- und Transportweg zum afrikanischem Hinterland gewesen und es wurde alles angefangen von Elfenbein, Eisen, Gold, Sklaven bis zu den Erdnüssen transportiert. Seit den achtziger Jahren wird der Flusstransport durch den Passagierverkehr beherrscht. Die Landwirtschaftliche Bewässerung, über Gezeiten oder Pumpen, ist die effektivste Nutzung des Flusswassers. Der Westen von Gambia, im besonderen in den dicht besiedelten Gebieten, hängt völlig von der Nutzung des Grundwassers für den haus- und industriellen Gebrauch ab.
Die häufigsten Naturkatastrophen, die das Land bedrohen, sind Buschfeuer, üDrren, Küstenerosion, Überschwemmungen, Staubstrüme und Heuschreckenplagen. Seit den 79ern kommt es, zusammen mit Buschbränden, zu erhöhtem Auftreten von Dürrekatastrophen. Und seit Mitte den 80ern treten Staubstürme, die mehr als drei Tage andauern, fast jährlich auf. In den letzten 20 Jahren sind weite Abschnitte der Küstenlinie zwischen Banjul und Tanji durch Erosion bei Sturmfluten beschädigt worden, wo bei es auch zu erheblichen Verlusten an Besitztümern gekommen ist. Seit kurzem treten Überschwemmungen des Flusses jährlich auf, die in vielen Teilen des Landes Felder und Gebäude beschädigen. Im Jahr 2004 bekämpfte die gesamte Westafrikanische Region eine riesige Population an Heuschrecken, die Gambische Regierung rief deshalb vorsorglich den Notstand aus.
Die Erweiterung der Ackerflächen, Überweidung durch Viehwirtschaft, Buschbrände und unerlaubter Holzeinschlag hat die Waldfläche von ungefähr 70 % in sechziger Jahren auf weniger als 9 % im Jahr 2000 verringert.
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