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Hawai, der 50. Bundesstaat der USA, ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean.
Geographie
Insgesamt gehören 137 Inseln mit einer Fläche von 16.636 km² zu Hawaii, die meisten davon sind jedoch nicht bewohnt. Die 8 größten Inseln sind (von West nach Ost) Niihau, Kauai, Oahu, Molokai, Lanai, Kahoolawe, Maui und Hawai, die größte Insel, die auch Big Island genannt wird. Die Midwayinseln gehören geographisch zwar zu der Inselkette, nicht aber politisch.
Die Inseln sind alle vulkanischen Ursprungs. Auf der größten Insel, Hawai, sind die Vulkane Kilauea und der Mauna Loa noch aktiv. Südöstlich befindet sich der untermeerische Vulkan Loihi.
Flüsse und Seen
Das Trinkwasser auf den Inseln wird unter anderem über artesische Brunnen gewonnen. Der längste Fluss ist der Kaukonahua auf der Insel Oahu. Der größte natürliche See ist der Halulu-See, auf Niihau.
Bevölkerung
Neben den polynesischen Ureinwohnern siedelten sich nach der Entdeckung weiße Missionare, Händler und Walfänger in Hawai an. Für den Zuckerrohranbau und später Ananasanbau wurden chinesische und japanische Arbeitskräfte angeworben, die sich dort ansiedelten und teilweise ihre Kultur mitbrachten. Die berühmten "goldenen Menschen" von Hawai entstanden aus der Durchmischung der polynesischen Ureinwohner mit den asiatischen (v.a. japanischen) Einwanderern.
Die Hawaii-Inseln zählen etwa 1,3 Millionen Einwohner. Hauptstadt und zugleich größte Stadt des Archipels ist Honolulu mit etwa 450.000 Einwohnern. Heute leben 23% Europäer, 23% Japaner, 20% hawaiianische Ureinwohner, 11% Filipinos, 5% Chinesen und 1% Koreaner auf der Insel.
Verbreitete Sprachen auf Hawaii sind neben Englisch Hawaii Creole English und die indigene Hawaiianische Sprache.
Geschichte
Besiedlung
Vermutlich gelangten zwischen dem 2. Jahrhundert und 6. Jahrhundert die ersten von den Marquesas-Inseln stammenden Polynesier nach Hawai, welche in der Lage waren, die ungeheure Entfernung von etwa 5000 Kilometern mit Kanus zu überbrücken. Diese Segelkanus bestanden aus ausgehöhlten und mit Harzen abgedichteten Baumstämmen, welche Segel aus großen Blättern besaßen. Zusammengehalten wurden die für bis zu 100 Personen ausgelegten Kanus mit Kokosnussfasern. Eine zweite Siedlerwelle von Polynesiern folgte etwa im 11. Jahrhundert aus Tahiti. An der Spitze der neu-hawaiianischen Gesellschaft standen die Adligen, die ihre Herkunft auf mehrere Götter zurückführten und ihre Macht auf das Prinzip des kapu stützten. Das kapu erlaubt und verbietet bestimmte Handlungen beziehungsweise den Zutritt zu bestimmten Orten. Den Adligen folgten die Priester und anschließend das gemeine Volk. Zeitweise kam es zu Kriegen zwischen verschiedenen Stämmen; ein Clan wurde jeweils vom Alii angeführt, einem von den Göttern abstammenden Häuptling.
James Cook
Am 18. Januar 1779 landete James Cook auf seiner 3. Pazifikreise in Kauai. Der eigentliche Zweck seines Unternehmens bestand darin, eine Passage in den Atlantik zwischen Alaska und Sibirien zu finden. Er nannte die Inseln, auf denen noch immer mehrere Königreiche bestanden, zu Ehren des 4. Earl von Sandwich (John Montague) „Sandwich Islands”. Vermutet wird allerdings, dass der Spanier Juan Gaetano bereits 1527 auf Hawaii landete. Cook betrieb Tauschgeschäfte mit den Einheimischen und ließ neben Schweinen, Ziegen und div. Saatguten auch Geschlechtskrankheiten auf der Insel zurück, welche die Bevölkerung innerhalb von den nächsten 80 Jahren von 300.000 auf 60.000 schrumpfen ließen. Ein Jahr später, 1780, kehrte Cook zurück und landete zufällig auf einem der heiligsten Plätze Hawais, und das zu einem Zeitpunkt, als die einheimische Bevölkerung ein Fest zu ehren der Gottheit Lono abhielt. Cook wird anschließend als jene Gottheit verehrt, doch nach einigen Missverständnissen mit den Einheimischen und seinem Versuch, die Inseln mit Waffengewalt zu erobern, werden er und ein Teil seiner Mannschaft getötet.
Übernahme der USA
Zwischen 1781 und 1811 wurden die Inseln unter Kamehameha I. geeinigt, dessen fünf Nachfolger bis 1872 regierten. Ab 1820 ließen sich immer mehr europäische und US-amerikanische Missionare und Händler in Honolulu nieder; in der Zeit entwickelte sich der Handel zwischen Asien und Amerika immer mehr. Hawai selbst war sehr erfolgreich mit dem Anbau von Zuckerrohr und Melonen und dem Walfang. Immer mehr Europäer und Amerikaner ließen sich in Hawai nieder und verdrängten die einheimischen Kulturen. Verschiedenen Könige versuchten durch die Schaffung einer Verfassung den Einfluss der Amerikaner und Europäer einzudämmen.
Der Einfluss der USA wurde dennoch immer größer. 1875 wurde ein Vertrag geschlossen, der es erlaubte, Zucker aus Hawai zollfrei in die USA zu exportieren. 1887 konnten die USA nach einer Ergänzung des Vertrags den Marinestützpunkt Pearl Harbor übernehmen. Als Königin Liliuokalani († 1917) den US-amerikanischen Einfluss zurückdrängen wollte, wurde sie 1893 in einem von Plantagenbesitzern und den USA unterstützten Putsch gestürzt und 1894 die Republik Hawaii errichtet.
Die Republik war nur von kurzer Dauer. Wegen der großen strategischen Bedeutung wurde Hawai während des Spanisch-Amerikanischen Krieges am 7. Juli 1898 von den Vereinigten Staaten annektiert. Diese Machtübernahme stieß bei vielen Einheimischen auf Widerstand und Proteste.
Ab 14. Juni 1900 zählte Hawai zum US-Territorium. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Pearl Harbor zum wichtigsten Flottenstützpunkt der USA ausgebaut. Mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 begann für die Vereinigten Staaten der Zweite Weltkrieg und über Hawaii wurde das Kriegsrecht verhängt.
Nachdem durch massive Förderung der Einwanderung von US-Amerikanern die Hawai'ianer zur Minderheit im eigenen Land geworden waren, wurde Hawaii am 21. August 1959 nach einem Volksentscheid der 50. Bundesstaat der USA. Zum ersten hawaiianischen Gouverneur wurde William F. Quinn erklärt.
Die USA verabschiedeten 1993 die Apology Resolution (formell United States Public Law 103-150), mit der sie den Putsch gegen die Monarchie von 1893 für unrechtmäßig erklärten und sich dafür entschuldigten. Am 23. November 1993 wurde das Gesetz von beiden Häusern des Kongresses verabschiedet und am gleichen Tag von Präsident Bill Clinton unterzeichnet.
Die polynesische Urbevölkerung, nun in der Minderheit, fordert heute wieder mehr Unabhängigkeit, Rechte und Land für die Hawaiianer sowie eine Lösung von den USA.
Die Unabhängigkeitsbewegung und Spannungen zwischen den ethnischen Gruppen abzubauen sind ein Schwerpunkt des Matsunaga Institute for Peacedas auf einen gewaltfreien Ausgleich der Konflikte hinarbeitet.
Der traditionelle Aloha-Spirit steht für Gastfreundschaft, gute Laune und Zusammenhalt.
Wirtschaft
Der Hauptwirtschaftszweig von Hawai ist der Anbau und Export von Zuckerrohr. Der Walfang wurde bereits von Kamehameha V. (1863-1873) verboten, so dass der Anbau dieser Pflanzen immer wichtiger wurde. Nebenbei werden auch Bananen, Kaffee, Tabak, Ananas, Reis Baumwolle und Cannabis geerntet.
1990 führte die US Regierung die Operation Wipeout aus. Es wurden über 90 % der hawaiianischen Cannabispflanzen vernichtet, das entsprach etwa einem Wert von 6 Milliarden US-Dollar. Quelle: Des weiteren ist die Tourismusindustrie und die Hollywood-Filmindustrie uf Hawaii ein bedeutender Zweig der Wirtschaft.
Der Hafen Honolulus hat ausgedehnte Verladeanlagen und liegt im Mittelpunkt der transpazifischer Passagier- und Frachtschifffahrtslinien. Der Internationale Flughafen Honolulu ist Flugverkehrsknotenpunkt im Pazifik. Industriezweige sind Lebensmittelverarbeitung (Dosenananas, Zuckerraffinade, Maschinenbau, Metallwaren, Baustoffe und Bekleidungsindustrie. Militäranlagen wie der Flottenstützpunkt Pearl Harbor, die Hickam Air Force Base und das Tripler Army Medical Center sind auch für die örtliche Wirtschaft von Bedeutung.
Oahu
Oahu ist die drittgrößte Insel Hawaiis, auf der 75 % der 1,2 Millionen Einwohner der Inselkette leben. Die meisten japanischen Einwanderer leben hier. Honolulu, Hawaiis weltoffene Hauptstadt, erstreckt sich auf einer Länge von über 42 km. Neben dem multikulturellen Stadtzentrum liegen auf Oahu der lebendige und weltberühmte Badeort Waikiki sowie der (erloschene) Vulkan "Diamond Head", das Wahrzeichen von Hawaii. Waikiki Beach ist ein 4 km langer Strand mit bis zu 15 m hohen Wellen. Ein Surferparadies.
Auf der Militär-Base Pearl Harbor gibt es eine Gedenkstätte zu besichtigen, anlässlich des Angriffs der Japaner am 7. Dezember 1941. 2346 US-Soldaten kamen damals ums Leben und 8 Schiffe sanken. Heute ist dieser große geschützte Hafen an der Südküste fast gänzlich militärisches Sperrgebiet. Er dient den USA als U-Boot Stützpunkt und Flottenbasis für den Pazifikraum.
Kauai
Hawaiis älteste und grünste Insel wird auch Garteninsel genannt. Die gezackten und üppig bewachsenen Klippen im Norden dieses Tropenparadieses stehen im starken Kontrast zu der trockeneren Westseite, die durch Waimea Canyon geprägt ist. Der Großteil der Küste wird von ursprünglichen, feinen Sandstränden mit Korallenriffen umsäumt. Am eindrucksvollsten ist die entlegene "Na Pali" Küste. Der Gipfel des Waialeale (1569 m) ist als regenreichster Ort der Erde bekannt.
Studium
1840 errichtete König Kamehameha III. das erste staatliche Schulsystem. 1907 wurde die University of Hawai gegründet, 1965 die Hawaii Pacific University und 1955 die Chaminade University of Honolulu.
Die Lebenshaltungskosten in Hawai sind sehr hoch. Studenten können sich bei den üblichen Stipendiengebern um eine finanzielle Förderung bemühen. Der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) verleiht unter anderem Kurzzeitstipendien für Arbeitsaufenthalte, Reisepauschale eingeschlossen. Bei der Bewerbung hilft der Nachweis, dass es sich um ein Pflichtpraktikum laut Studienordnung handelt.
Wohnen
Die Wohnheime auf dem Campus der University of Hawai in Honolulu sind sehr teuer und haben fast nur Doppelzimmer. Eine Jugendherberge gibt es in der Seaview Avenue, gegenüber der University of Hawai Die Übernachtung kostet etwa 12 Dollar.
Transport
Shuttle-Bus vom Flughafen etwa 10 Dollar. In Oahu gibt es das beste Bussystem der USA, "THE BUS" genannt. Mit den Bussen kann man für den Einheitstarif von zwei Dollar für zwei Stunden die ganze Insel erkunden. Eine Fahrt von Honolulu im Süden bis zur Nordküste dauert ungefähr zwei Stunden. Ein Monats-Buspass kostet derzeit 40 USD, erhältlich in allen 7-11 Läden.
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