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Israel ist ein Staat im Nahen Osten, der an Syrien, den Libanon, Ägypten, Jordanien und an die palästinensischen Autonomiegebiete grenzt.

Geographie

Israel ist lang und schmal. In der Länge misst das Land vom Norden bis zum Süden 470 km. Die breiteste Stelle des Landes misst 135 km. Obwohl Israel nur ein kleines Land ist, hat es mehrere klimatische Zonen. Im Norden gemäßigt und bewaldet, ist Israel im Süden heiß und wüst. 50 % des Landes sind üWste, wobei die Negev-Wüste die größte Fläche darstellt. An der Küste zum Mittelmeer und im Jordantal herrschen subtropisches Klima vor.

Im Jahr 2001 sind 81 % der israelischen Bevölkerung (das beinhaltet nicht die nicht-jüdische Bevölkerung des Westjordanlandes und des Gazastreifens, aber die jüdischen Siedler in diesen Gebieten) jüdischen Ursprungs. Die Bevölkerung gliedert sich in Vatikim (welche vor der Staatsgründung eingewandert sind), Olim (diese sind nach der Staatsgründung eingewandert) und Sabra (sind im Land geboren). Unter der israelischen Bevölkerung haben 26 % wenigstens einen in Israel geborenen Elternteil, 37 % sind Israelis der ersten Generation, 27 % sind Einwanderer aus dem Westen und 42 % sind aus Asien oder Afrika, einschließlich der arabischen Länder. [1]

6 % der israelischen Juden bezeichnen sich als Haredim (ultra-orthodox religiös); weitere 9 % sind "religiös"; 34 % bezeichnen sich selbst als "Traditionalisten" (die sich nicht strikt an die jüdische Halacha halten); und 51 % sind "säkular". Unter den Säkularen glauben 53 % an einen Gott. [2] Es gibt eine kleine Anzahl der Judenchristen. Insgesamt beträgt die Zahl der nicht-arabischen Christen 25 400 und die Christen arabischer (palästinensischer) Herkunft 113 100, was die Gesamtzahl der Christen von ca. 138 500 (ca.75 000 davon Katholiken) und etwa 2,1 % der Gesamtbevölkerung ausmacht.

Israelische Araber stellen etwa 18 % der israelischen Bevölkerung. Innerhalb dieser Gruppe befindet sich die oben erwähnte Minderheit von 10 % arabischer (palästinensischer) Christen. Die Mehrheit israelischer Araber sind sunnitische Muslime (etwa 14,6 % der Gesamtbevölkerung des Staates Israel).[3]

Weitere kleinere Minderheiten sind die Drusen (1,5 %) und eine sehr kleine armenische Gemeinde.

In Israel leben etwa 25 000 Karäer (2002), dort werden sie als nichtreligiöse Juden eingestuft. Außerhalb Israels wird die Zahl der türkischen äKarer auf 20 000 geschätzt.

Am 31. Dezember 2003 lebten etwa 224 200 israelische Bürger in Gemeinwesen im Westjordanland, in dieser Zahl sind die Israelis von Ost-Jerusalem nicht enthalten. Etwa 7 500 Israelis leben in den Siedlungen des Gazastreifens.

Die Volksetymologie des Alten Testaments deutet Israel als "Gottesstreiter" (vergleiche Gen 32,29). Jedoch ist diese Deutung vermutlich falsch. Vom Typ entspricht der Name Israel einer weit verbreiteten semitischen Namensform, die ein Verb im Imperfekt und das theophore Element à?Å?ì? (Gott) als Subjekt enthält. Das verbale Element im Namen Israel könnte, hier hätte die alttestamentliche Deutung Recht, von der Wurzel ù?ø?ä? (streiten, kämpfen) kommen. Möglich ist auch eine Ableitung von der Wurzel ù?ø?ø? (herrschen). Der hebräische Imperfekt kann mit dem deutschen Präsens oder der deutschen Wunschform wiedergegeben werden, sodass sich als mögliche Übersetzungen ergibt: "Gott streitet (für uns)." oder "Gott möge (für uns) streiten." oder "Gott herrscht." oder "Gott möge herrschen.".

Der Staat Israel existiert seit 1948, seine geschichtlichen Wurzeln liegen allerdings deutlich früher.

Im 13. Jahrhundert v. Chr. wird das Land Israel durch die Israeliten erobert. Jerusalem wird nach biblischer Überlieferung etwa 1000 v. Chr. Hauptstadt von Davids Königreich.

Im Jahr 332 v. Chr. beginnt die griechisch-örmische Oberherrschaft, die bis 636 n. Chr. andauert; die jüdische Eigenstaatlichkeit (mit den Königreichen Juda und Israel) ist zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahrhunderten Geschichte. Zwischen 636 und 1099 n. Chr. folgt die arabische Herrschaft. Die Kreuzfahrer regieren von 1099-1291 das Land unter dem Namen "Lateinisches Königreich Jerusalem", es folgen die Mameluken von 1291 bis 1517 und dann die Osmanische Herrschaft 1517–1918.

Seit der Zerstörung des Zweiten Tempels durch die öRmer wurde das Land "äPalstina" genannt und ist von einer Reihe fremder Herrscher regiert worden. Keine dieser Obrigkeiten hatte für Palästina eine eigene Verwaltung vorgesehen oder das Gebiet als selbstständige geografische Einheit betrachtet. Auch für die üTrken ist das Areal ein Teil Südsyriens. Das Land, das später wieder "Palästina" heißen sollte, wird in drei Distrikte eingeteilt.

Während der Osmanischen Herrschaft ist Palästina nur dünn bevölkert und stagniert wirtschaftlich. Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes gehen von der Ankunft der ersten jüdischen Einwanderer in den Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts aus. In den folgenden Jahrzehnten wandern – auch deshalb – viele weitere Menschen, Juden wie Araber, in Palästina ein.

Die erste Masseneinwanderung (Alijah = Einwanderung nach Israel) von Juden nach Palästina erfolgt um 1882. Diese Einwanderer waren in erster Linie Flüchtlinge aus anderen Staaten, die vor politischer und religiöser Unterdrückung flohen. Theodor Herzl beruft 1897 den ersten Zionistenkongress in Basel ein und legt damit einen wichtigen Grundstein für die spätere Gründung eines jüdischen Staates. Erst in der zweiten Einwanderungswelle spielte der Gedanke des Zionismus eine Rolle. Nach Angaben der "Jewish Colonization Association" für das Jahr 1903 lebten im Jahr 1898 5.200 Juden in Palästina in landwirtschaftlichen Mustersiedlungen (Siehe auch "Altneuland", 1904 Heft 11, Seite 339).

Im religiösen und historischen Bewusstsein der Juden (und abgeschwächter Weise im Bewusstsein des Okzidents) war Israel immer das "Heilige Land" geblieben, das mit der Bibel und der Geschichte des jüdischen Volkes verbunden ist. Der Bedürfnisse der arabischen Bevölkerung war man sich dabei nicht unbedingt bewusst. Zwischen 1904 und 1914 erfolgt die zweite Alijah. Bereits im Jahr 1909 wird mit Tel Aviv die erste moderne jüdische Stadt gegründet.

Israels Parlament, die Knesset wurde am 25. Januar 1949 zum ersten Mal gewählt. Sie wählt den Staatschef, den äPrsidenten für eine siebenjährige Amtszeit. Der Präsident hat die Aufgabe, den Ministerpräsidenten zu ernennen. Der Ministerpräsident bildet die Exekutive.

äMinisterprsident ist seit 2001 Ariel Scharon, sein Stellvertreter in einer großen Koalition war bis 2002 Shimon Perez von der Arbeitspartei. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Ernsthaftigkeit palästinensischer Friedens- und Waffenstillstandsvorschläge verließ die Arbeitspartei Ende 2002 die Koalition. Aus den Neuwahlen vom Januar 2003 ging Likud als stärkste Fraktion im Parlament hervor.

In Israel gelten für Frauen 24 Monate und für Männer 36 Monate Wehrpflicht. Ausgenommen von der Wehrpflicht sind nur orthodoxe Juden, israelische Araber, alle nichtjüdischen, schwangeren oder verheirateten Frauen. Rechtlich ist es nur Frauen gestattet, der Wehrpflicht aus Gewissensgründen nicht nachzukommen und einen zivilen Ersatzdienst von ein oder zwei Jahren zu leisten.

Auf die Wehrpflicht folgt ein Monat Reservedienst pro Jahr, bei Männern bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres (oder des 51. bei Offizieren) und bei Frauen bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres.

Israel verfügt über eine überregional einzigartige Streitmacht. Die bis zu 200.000 regulären Wehrdienstleistenden werden von über 800.000 hervorragend ausgebildeten Reservisten unterstützt, welche auch außerhalb ihrer Wehrpflichtszeit in häufiger Kooperation mit Armeen der NATO-Staaten (insbesondere die der USA) an den Übungen teilnehmen und innerhalb kürzester Zeit mobilisiert werden können. Israel verfügt über 4000 moderne Panzer und Panzerfahrzeuge, über 2000 Kampfflugzeuge und Hubschrauber sowie über eine U-Boot-gestützte Seestreitmacht. Des weiteren ist Israel als einziger Staat auf der Erde entlang seiner gesamten Grenzen durch ein äußerst effizientes Raketenabwehrsystem geschützt.

Israel besitzt vermutlich seit 1967 Atomwaffen. 1986 hat Mordechai Vanunu, ein ehemaliger Techniker des Atomforschungszentrums von Dimona, in England Fotos dieser Atomanlage an die Presse weitergegeben, die die Vermutung stützen, Israel sei Atommacht. Israel hat den Besitz von Atomwaffen seitdem weder bestätigt noch bestritten (die sogenannte Politik der "atomaren Zweideutigkeit"), Ende Juli 2004 hat Premierminister Ariel Sharon indirekt den Besitz von Atomwaffen zugegeben. Israel, Indien und Pakistan sind die einzigen Staaten, die den Atomwaffensperrvertrag nie unterzeichnet haben. Nordkorea ist dem Atomwaffensperrvertrag zwar 1985 beigetreten, hat aber am 11. Januar 2003 den Austritt erklärt.

Israel hat eine technologisch hochentwickelte Marktwirtschaft mit hohem Staatsanteil. Israel ist bei äfossilen Energietrgern (Rohöl, Erdgas, Kohle), bei Getreide, Rindfleisch, Rohstoffen und äümilitrischer Ausrstung von Importen abhängig. Trotz begrenzter natürlicher Ressourcen hat Israel seinen landwirtschaftlichen und industriellen Sektor in den letzten zwanzig Jahren intensiv entwickelt. Mit Lebensmitteln versorgt sich Israel, abgesehen von Getreide und Rindfleisch, weitgehend selbst. Israel besitzt bedeutende Kapazitäten bei öErdlraffinerien, Diamantenschleifereien und in der Fabrikation von Halbleitern. Bedeutende Exportartikel sind geschliffene Diamanten, Hochtechnologie, militärische Ausrüstung, Software, Arzneimittel, Feinchemikalien und landwirtschaftliche Produkte (Früchte, Gemüse und Blumen).

Israel steht meist im Leistungsbilanzdefizit, das durch große Transferzahlungen aus dem Ausland und durch Anleihen ausgeglichen wird. Etwa die Hälfte der staatlichen Auslandsschulden hat Israel bei den USA, seiner Hauptquelle für wirtschaftliche und militärische Unterstützung. Ein verhältnismäßig großer Anteil der israelischen Auslandsschulden wird in Form von Israel Bonds von Privatinvestoren gehalten. Die Kombination von amerikanischen Kreditgarantien und direkten Anleihen bei Privatinvestoren ermöglicht Israel, zu günstigen Zinssätzen zu leihen, manchmal unterhalb der marktüblichen Zinssätze. Diese Politik wird auch von der Bundesrepublik geduldet und unterstützt, um das strategische Ziel der Existenzsicherung des einzigen jüdischen Staates zu erreichen und um dem durch die Arabische Liga erzwungenem Wirtschaftsboykott gegen Israel entgegenzuwirken.

Aus der früheren Sowjetunion sind über eine Million jüdische Einwanderer ins Land gekommen, ein Sechstel der Bevölkerung, davon allein in der Zeit von 1989 bis 1999 mehr als 750.000. Dadurch kamen Wissenschaftler und Akademiker ins Land, die für seine Zukunft von beträchtlichem Wert sind. Der Zustrom, verbunden mit der Öffnung neuer Märkte nach dem Ende des Kalten Krieges, belebte Israels Wirtschaft und sorgte während der 1990er Jahre für ein rasches Wachstum. Doch ab 1996 begann das Wachstum sich zu verlangsamen, als die Regierung eine straffere Steuer- und Geldpolitik verfolgte und der Einwandererstrom sich verlangsamte. Dadurch sank die Inflation 1999 auf ein Rekordminimum.

Verkehr

Wichtigster Verkehrsträger ist die Straße, von besonderer Bedeutung sind die Überlandbusse der Buskooperative Egged. Von untergeordneter Bedeutung ist dagegen das Eisenbahnnetz der Israel Railways, das nach jahrzehntelanger Vernachlässigung seit einigen Jahren modernisiert und ausgebaut wird. Wichtigster Flughafen ist der Ben-Gurion-Flughafen bei Lod im Großraum Tel Aviv.

 

 

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