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Kishinev (deutsch Kischinau, russisch /Kischinjow alte moldawisch-kyrillische Schreibweise Kischineu) ist die Hauptstadt Moldawiens.
Die Stadt hat eine Fläche von 161.2 km² mit circa 647.700 Einwohnern (etwa 14,5% der Gesamtbevölkerung Moldawiens, Stand 1. Januar 2005). Das Gebiet ist in 5 Bezirke eingeteilt: Centru, Botanica, Buiucani, Rîşscani, Ciocana. In Kishinev befindet sich eine Universität, 6 andere Hochschulen, Theater, Museen und Kultureinrichtungen.
Geschichte
1818 wurde Kishinev, ein bis dahin unbedeutender Marktflecken, Regierungssitz von Bessarabien. Kishinev genoss als Stadt am Rande des russischen Imperiums keinen guten Ruf im Zarenreich, sondern galt als Strafversetzungslager für Unzufriedene und Aufmüpfige. Der junge russische Nationaldichter Alexander Sergejewitsch Puschkin war vom 21. September 1820 bis 1823 als Übersetzer nach Kishinev verbannt und schrieb über die Stadt:
Aufschwung im Industriezeitalter
Ab 1834 entstand durch einen großzügigen Stadtentwicklungsplan ein imperiales Stadtbild mit breiten und langen Straßen. Der Plan teilte die Stadt grob in zwei Bereiche. Die Altstadt - mit ihren verwinkelt gebauten Straßen und den unregelmäßigen Gebäudestrukturen, sowie die Innenstadt - mit dem im Voraus geplantem Konzept des Straßenverlaufs. Zur selben Zeit wurden ebenfalls das Stadtzentrum und der im Bezirk Centru liegende Bahnhofplatz geplant. Zwischen dem 26. Mai 1830 und dem 13. Oktober 1836 errichtete der Architekt Avraam Melnikov die Catedrala Naşsterea Domnului mit ihrem prächtigen Glockenturm. 1840 folgte der Bau des im folgenden Jahr fertiggestellten Triumphbogens vom Architekten Luca Zauskevici. In unmittelbarer Umgebung begann der Bau einer Vielzahl weiterer Gebäude und Plätze.
Der Stadtname
Die offizielle Bezeichnung der Stadt lautet Municipiul Chişsinăau (Munizipium Kishinev). Durch die häufigen Veränderungen der Gebietszugehörigkeit wurde die Stadt mehrmals umbenannt. So nannte man sie, zur Zeit als sie Hauptstadt von Bessarabien war, bei ihrem russischen Namen (Kischinjow). Später, als Bessarabien Teil von Rumänien wurde, bekam die Stadt den Namen Chişsinăau (Kischinau). Während der kurzzeitigen, deutschen Besetzung im 2. Weltkrieg wurde die Stadt vermutlich mit der damals gängigen, deutschen Trankription Kischinew bezeichnet.
Erste Wetterdaten reichen bis in das Jahr 1884 zurück. Damals beschäftigten sich die Forschungen allerdings eher mit dem idealen Klima für einen optimalen Weinanbau. Dabei rechnet man im Verlauf eines Jahres mit etwa 2215 Stunden Sonne - 329 Stunden alleine im Rekordmonat Juli - hingegen bloss mit 54 Stunden Sonnenschein im Dezember. Regional herrscht ein kontinentales Klima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 9.6°C und einer Niederschlagsmenge von 547 mm/m˛. Der Sommer beginnt etwa Mitte Mai, er fällt kurz aber stark aus. Hohe Temperaturen um 25°C erreicht das Termometer vor allem in den Monaten Juni, Juli und August. Mit verstärktem Niederschlag ist im Juni und Juli zu rechnen. Wie der Sommer, ist auch der Winter sehr kurz. Der Januar erreicht mit durchschnittlich -3.2°C die tiefsten Temperaturen, der Oktober mit 27 mm/m˛ die geringste Niederschlagsmenge. Ausgeprägt lang und warm ist der Herbst dank der Lage nahe dem Schwarzen Meer, welches das Klima der Region ebenfalls stark beeinflusst. Meistens herrscht jedoch mit 10°C eine mittlere Temperatur, mit einer generell geringen Niederschlagsmenge während dem ganzen Jahr.
Wirtschaft und Verkehr
Kishinev beherbergt vor allem Lebensmittelindustrie. So findet sich dort eine große Weinkellerei, Obst- und Gemüsekonservenindustrie, Tabakindustrie, Textilindustrie. Nach dem Ende des kommunistischen Systems in Moldawien entwickelte sich die Stadt zunehmend als attraktiver Standort für Banken. Aufgrund der schwierigen gesetzlichen Lage im Land und der stagnierenden Korruption blieb ein Zuzug großer ausländischer Investoren, wie in anderen ehemals kommunistisch regierten Republiken, bisher aus.
Bewohner von Kishinev genießen im Vergleich zu den ländlichen Verhältnissen eine höhere Lebensqualität. Im Vergleich zum europäischen Standard sind aber auch die Lebensumstände in der Stadt weit unter dem Durchschnitt. Doch hat sich das nach einem großen wirtschaftlichen Tief um das Jahr 2000 wieder stark verbessert.
Öffentlicher Verkehr
Als öffentliches Transportmittel stehen neben einem dichten Trolleybus-System (seit 12. Oktober 1949) ebenfalls Minibus und Taxi zur Verfügung. Taxis können rund um die Uhr telefonisch gerufen werden.
Busbahnhof
Generell das meistgenutzte Fernverkehrsmittel in Moldawien ist der Bus. Mit ihm reist man sehr preiswert über mehrere Stunden oder Tage. Beliebte Ziele sind beispielsweise Odessa (Ukraine) und Bukarest (Rumänien).
Flughafen
Der Aeroportul International Kishinev (Internationaler Flughafen Kishinev) befindet sich ca. 15 km südlich des Stadtzentrums und bietet internationale Flugverbindungen u.a. nach Amsterdam, Budapest, Bukarest, Frankfurt am Main, Istanbul, Kiew, Lissabon, Mailand, Moskau, Prag, Rom und Wien.
Bahnverkehr
Da Chişsinăau an der Hauptbahnstrecke Athen / Istanbul-Moskau liegt, stellt vor allem die Bahn eine der wichtigsten Verbindung nach Europa und anderen Großstädten dar. Aufgrund des anhaltenden Konflikts zwischen Moldawien und der international nicht anerkannten Transnistrischen Moldauischen Republik ist der Schienenverkehr in Richtung Ukraine zeitweise komplett zum Stillstand gekommen.
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