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Lima ist die Hauptstadt von Peru und der Region Lima Metropolitana. Es ist die größte Stadt des Landes mit 7.363.069 Einwohnern in der ganzen Region und 6.867.951 in der eigentlichen Stadt (Stand jeweils 1. Januar 2005). Lima ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Peru mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Nahebei liegt die Hafenstadt Callao, mit der Lima zusammengewachsen ist. Die Altstadt von Lima wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt
Lima liegt am Río Rímac im Westen von Peru, zwischen dem Pazifischen Ozean und den Ausläufern der Andenkordilliere, welche die Stadt nach Osten begrenzen, in der trockenen Küstenregion Perus durchschnittlich 30 Meter über dem Meeresspiegel.
Das Gebiet der Region Lima Metropolitana (auch "Municipalidad Metropolitana de Lima") hat eine Fläche von 2.672,28 Quadratkilometer, das entspricht der Bodenfläche des Saarlandes. Davon gehören aber nur 825,88 Quadratkilometer (31 Prozent) zur eigentlichen Stadt. 1.846,4 Quadratkilometer (69 Prozent) bestehen aus Vorstädten und Gebieten mit ländlicher Siedlungsstruktur.
Das Stadtgebiet (urban area) von Lima besitzt eine Ausdehnung von etwa 60 Kilometern in Nord-Süd-Richtung und rund 30 Kilometern in Ost-West-Richtung. Das Stadtzentrum befindet sich etwa 15 Kilometer landeinwärts am Río Rímac, welchem auch die peruanische Eisenbahn - die höchste Bahn der Welt - und die Hauptstraße in Richtung Ticliopaß (4.800 Meter) folgen, dem Hauptzugang zum von den Anden geprägten Zentralland Perus.
Der Río Rímac hat für Lima allergrößte Bedeutung. Er stellt für die Stadt das Trinkwasser zu hundert Prozent aus Gletscherwasser bereit. Der durch den Klimawandel bedingte Rückzug der Gletscher in den Anden bedeutet, dass es vorübergehend zum Teil mehr Wasser gibt. Sind die Gletscher nicht mehr vorhanden, versiegt der Fluss und damit die Lebensgrundlage der Menschen, Tiere und Pflanzen in der Region.
Klima
Die Stadt befindet sich in der subtropischen Klimazone. Im Allgemeinen zeichnet sich das Klima durch große Beständigkeit aus. Die mittlere Durchschnittstemperatur beträgt 19,2 Grad Celsius. In der Region fallen im Jahresdurchschnitt nur 15 Millimeter Niederschlag, und längere Perioden ohne Niederschlag kommen immer wieder vor.
Im Südwinter liegt die Stadt praktisch den ganzen Vormittag, und oft auch den Rest des Tages unter dichtem Küsten- oder Hochnebel. Der kälteste Monat ist Juli. Die Temperaturen fallen dann auf einen mittleren Wert von 16,2 Grad Celsius. Der Südsommer ist in Lima durch anhaltenden Sonnenschein bei angenehmen Temperaturen gekennzeichnet. Der wärmste Monat ist Januar mit einem Durchschnittswert von 22,7 Grad Celsius.
Die Stadt Lima erhielt ihren Namen aufgrund ihrer indigenen Wurzeln; der Name stammt vermutlich vom Aymarawort "lima - limac" oder "limac - huayta", das "gelbe Blume" bedeutet. Eine zweite Möglichkeit ist, dass der Name vom Quechuawort "rimac" abstammt, das übersetzt "Sprecher" bedeutet.
Am 18. Januar 1535 wurde Lima von dem spanischen Eroberer Francisco Pizarro unter dem Namen "Ciudad de los Reyes" (Stadt der Könige) auf einer Eingeborenensiedlung am Südufer des Flusses Rimac gegründet. Der Ort ist vor allem wegen seiner strategischen Lage ausgewählt worden. Nah am Meer gelegen bot Lima einen der einfachsten Zugangswege in die Anden an. Die Stadt wurde zu einem der wichtigsten spanischen Stützpunkte in Südamerika ausgebaut.
1551 erfolgte die Gründung der "Universidad Mayor de San Marcos" als erste Universität in Südamerika durch Benediktinermönche.
Während die erste Siedlung noch 117 Häuserblocks umfasste, dehnte sich Lima später zunächst hauptsächlich nach Norden aus. 1562 ist ein weiteres Stadtviertel am anderen Flussufer gebaut worden. Doch erst im Jahre 1610 wurde die erste Steinbrücke eingeweiht. Zu dieser Zeit hatte Lima circa 16.000 Einwohner.
Die Stadt erlitt schwere Schäden durch die Erdbeben vom 20. Oktober 1687 (5.000 Tote) und vom 28. Oktober 1746 (18.000 Tote).
Lima löste im Jahre 1826 Cuzco als Hauptstadt von Peru ab und entwickelte sich zu einer der reichsten und schönsten Städte des spanischen Kolonialreichs. Während des südamerikanischen Unabhängigkeitskampfes war die Stadt das Zentrum der spanischen Kolonialmacht. 1861 lebten in ihr etwa 100.000 Menschen.
Lima wurde von 1881 bis 1883 während des Salpeterkrieges von chilenischen Truppen besetzt und geplündert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts brachte der Abbau von Guano auf den der Küste vorgelagerten Inseln der Stadt Reichtum und Wohlstand. In den Jahren 1940, 1966, 1970 und 1974 richteten Erdbeben in der Stadt großen Schaden an.
Im April 1997 endete eine 126 Tage lange Geiselnahme in der Residenz des japanischen Botschafters mit der Erstürmung durch Regierungstruppen. Eine Geisel erlitt einen Herzinfarkt, zwei Soldaten und 14 Rebellen wurden getötet.
Bei im Jahre 1999 begonnenen Ausgrabungsarbeiten wurde am Stadtrand von Lima ein Inka-Friedhof aus der Zeit zwischen 1480 und 1535, jener Periode in der das Inka-Reich seine größte Ausdehnung hatte, freigelegt. Neben mehr als 2.000 Mumien sind dabei auch über 50.000 Grabbeigaben entdeckt worden.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl der eigentlichen Stadt (Ciudad de Lima) ohne den Vorortgürtel hat sich in den letzten fünf Jahrzehnten verachtfacht. Lebten 1951 in der Stadt 835.000 Menschen, so sind es 2005 mit 6.867.951 achtmal soviel. Diese leben auf einer Fläche von 825,88 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 8.316 Einwohner je Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.800.
In der Region Lima Metropolitana leben 7.363.069 Menschen auf einer Fläche von 2.672,28 Quadratkilometer. Die Bodenfläche entspricht ungefähr der Größe des Saarlandes. Die Bevölkerungsdichte beträgt 2.755 Einwohner je Quadratkilometer. Im Saarland sind es zum Vergleich 412. In den Vorstädten und ländlichen Gebieten außerhalb von Lima leben 495.118 Menschen auf einer Fläche von 1.846,4 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte liegt dort bei 268 Einwohner je Quadratkilometer.
Die Metropolregion Groß-Lima (Gran Lima) umfasst die 43 Bezirke der Region Lima Metropolitana und die sechs Bezirke der Region Callao. Dort leben 8.187.398 Menschen auf einer Fläche von 2.819,26 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 2.904 Einwohner je Quadratkilometer. (Stand jeweils 1. Januar 2005).
Wohnsituation
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist die Einwohnerzahl Limas explosionsartig angestiegen. Die Stadt ist nicht nur mit der Hafenstadt Callao und den früheren Fischerorten an der Pazifikküste zusammengewachsen. Darüberhinaus sind auf den trockenen Böden an der Peripherie große Elendsviertel entstanden (pueblos jovenes = "junge Dörfer" genannt), in denen heute circa zwei Drittel der Bevölkerung Limas leben.
Viele der älteren Siedlungen befinden sich trotz fehlender wichtiger Infrastrukturen (zum Beispiel Leitungswasser) gegenwärtig in einem Prozess der allmählichen Konsolidierung. In den letzten Jahren hat sich das Bevölkerungswachstum Limas verlangsamt und der Zustrom aus dem ländlichen Raum konzentriert sich nun verstärkt auf die Mittelstädte Perus.
Da der überwiegende Teil des Wachstums der letzten Jahrzehnte durch Landbesetzungen und Eigenbau an der Peripherie der Stadt vonstatten ging (Slums), fehlt ein verdichteter Wohnungsbau mit Mehrfamilienhäusern praktisch vollständig. Die ganze Stadt ist bis auf wenige Ausnahmen von Einfamilienhäusern mit ein bis drei Stockwerken verschiedenster Qualität (vom Villen- bis zum Bastmattenbau) geprägt.
Das Stadtzentrum hat in der Vergangenheit an Bedeutung zugunsten anderer Standorte im mittleren Bereich eingebüßt, so dass sich eine polyzentrale Stadtstruktur von ausschließlich mittlerer Dichte herausgebildet hat. Locker bebaute Randbereiche fehlen hingegen fast vollständig. Die Straßenquerschnitte der jüngeren Stadtviertel und damit des größten Teils der Stadt sind durchweg sehr großzügig angelegt worden.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Lima im Jahre 2004 betrug 32,605 Milliarden US-Dollar. Das waren 45 Prozent des BIP von Peru. Das Wachstum gegenüber 2003 lag bei rund fünf Prozent. Das BIP pro Kopf betrug in Lima 3.525 US-Dollar, in ganz Peru waren es 2.625 US-Dollar.
Die Hauptstadt ist das größte Wirtschaftszentrum des Landes. Die Metropolregion Lima ist mit rund 7.000 Betrieben der dominierende Schwerpunkt der industriellen Entwicklung geworden. Dazu trägt die große Zahl und höhere Qualität von Arbeitskräften, die Bedeutung des Absatzmarktes, die günstige Infrastruktur und insbesondere die Verkehrserschließung bei. Die bedeutendsten Wirtschaftszweige sind die Textil- und Bekleidungsindustrie, sowie Nahrungs- und Genussmittel verarbeitende Industrien. Außerdem werden Chemikalien, Fahrzeuge, Fisch- und Erdölprodukte sowie Lederwaren hergestellt.
Der größte Teil der ausländischen Betriebe in Peru hat sich in Lima angesiedelt, in denen sie teilweise ein Monopol besitzen. Das hat zu einer starken Konzentration der Industrie, insbesondere des Managements sowie der Forschungs- und Vertriebsabteilungen in Lima geführt. Auch die regionalen Verflechtungen der Industrie werden überwiegend von der Hauptstadt aus bestimmt, so dass die Metropolregion ein ausgeprägtes Zentrum - Peripherie - Verhältnis aufweist.
Probleme bereiten die hohe Luftverschmutzung durch den Schadstoffausstoß der Industrie und die Abgase der Kraftfahrzeuge (hohe Ozon- und Kohlenmonoxidwerte) sowie der Verkehrslärm. In der Industrie, die sich im Ballungsgebiet von Lima konzentriert, bestehen nur unzureichende Entsorgungs- und Reinigungskapazitäten für Abwasser, Abgas und Abfälle. Vor allem die Menschen in den Slumsiedlungen sind durch Infektionserkrankungen wie Cholera, öDiarrhe und Typhus gefährdet, die durch unzureichende hygienische Bedingungen verbreitet werden. Hinzu kommen Atemwegs- und Hauterkrankungen aufgrund der giftigen Emissionen der zahlreichen Industriebetriebe und des Autoverkehrs.
Die größte Stadt des Landes ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt Perus mit einem internationalen Flughafen und Anbindung an den Pan-American Highway.
Die erste Eisenbahnlinie in Südamerika wurde am 17. Mai 1851 zwischen Lima und dem 13 Kilometer entfernten Callao in Betrieb genommen. Der internationale Flughafen von Lima heißt "Jorge Chavez International Airport". Die deutsche Fraport AG ist zur Zeit am Ausbau des Flughafens beteiligt. Dabei werden ein neues Dienstleistungs- und Einkaufszentrum, eine zweite Start- und Landebahn sowie ein neues Terminal errichtet.
Der Öffentliche Personennahverkehr in Lima wird überwiegend durch dieselgetriebene Omnibusse bewältigt. Der erste zehn Kilometer lange Streckenabschnitt der U-Bahn Lima wurde am 18. Januar 2003 eröffnet. Ein weiterer Ausbau des Netzes ist geplant. Gleichzeitig soll ein System neuer Express-Buslinien als Zubringer zur U-Bahn eingerichtet werden.
Am 24. März 1878 fuhr die erste Pferdestraßenbahn und am 17. Februar 1904 die erste elektrische ßStraßenbahn in Lima. Der Betrieb wurde am 18. September 1965 eingestellt. Trolleybusse verkehrten zwischen 1928 und 1931 in der Stadt.
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