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Die Republik Malta (maltesisch: Repubblika ta' Malta, englisch: Republic of Malta) ist der kleinste europäische Inselstaat. Er liegt im Mittelmeer, etwa 90 km südlich von Sizilien. Der maltesische Staat verteilt sich auf die drei bewohnten Inseln Malta (etwa 246 km²), Gozo (etwa 67 km²) und Comino (maltesisch Kemmuna, etwa 3 km²), sowie auf die unbewohnten Inseln Cominotto (Kemmunett), Filfla (Filfola) und St. Pauls Island. Die Hauptinsel Malta ist in fünf Bezirke gegliedert, Gozo und Comino bilden zusammen einen sechsten.
Malta wurde am 21. September 1964 von Großbritannien unabhängig.
Geographie
Die Inseln, die den Staat Malta bilden, liegen im Mittelmeer zwischen Libyen (360 km) und Sizilien (90 km) am östlichen Ende der Straße von Sizilien. Die drei größten Inseln - Malta, Gozo und Comino - sind bewohnt. Die Inseln sind Reste einer alten Landverbindung zwischen Afrika und Europa.
Klima
Das Klima ist subtropisch (Mittelmeerklima) mit monatlichen Durchschnittstemperaturen zwischen 12 und 26° C sowie einer Jahresdurchschnittstemperatur von etwa 19° C. Die jährliche Niederschlagssumme beträgt etwas mehr als 500 mm; davon fällt mehr als die Hälfte in den drei Monaten von November bis Januar.
Wasservorkommen
Malta verfügt nur über spärliche Süßwasservorkommen. Laut Angaben der UN ist es das wasserärmste Land der Welt. Die Trinkwasserversorgung wird deshalb über Meerwasserentsalzungsanlagen und die Wiederaufbereitung von Abwässern zu 46% sichergestellt. Dies ist der höchste Wert innerhalb Europas.
Die Gesamteinwohnerzahl Maltas beträgt etwa 400.000. Da die Fläche Maltas relativ klein ist, ergibt sich eine sehr hohe Bevölkerungsdichte, die bei 1.267 Personen pro Quadratkilometer liegt. Somit hat Malta die dritthöchste Bevölkerungsdichte der Welt. 94 Prozent der Menschen leben in der Stadt.
Rund vier Prozent der auf Malta lebenden Menschen sind nicht maltesischer Nationalität, davon etwa zwei Prozent Briten.
Viele Malteser verbringen ihr Arbeitsleben im Ausland - bevorzugt in englischsprachigen Raum - und kehren als Rentner nach Malta zurück.
Gozo und Comino: Gozo hat etwa 30.000 Einwohner und Comino hat 4 permanente Bewohner. Auf Comino leben im Sommer zusätzlich ein Pächterehepaar der Hotelanlage und zwei Polizisten.
Religion
Die überwiegende Mehrheit der maltesischen Bevölkerung (98 %) ist römisch-katholisch. Daneben gibt es nur einige wenige Lutheraner, Orthodoxe und Juden. Die katholische Kirche hat deswegen einen starken Einfluss auf die maltesische Politik, so sind beispielsweise Ehescheidungen verboten und Schwangerschaftsabbruch strafbar. Es gibt 365 katholische Kirchen in Malta, aufgrund dieser Tatsache sagen Malteser oft, sie hätten eine Kirche für jeden Tag im Jahr. Der Katholizismus ist in der Verfassung als Religion des maltesischen Volkes verankert.
Trotz der geringen Bevölkerungszahl haben die Malteser eine eigene Sprache. Maltesisch zählt zu den semitischen Sprachen und hat sich aus einem arabischen Dialekt entwickelt. Aber auch größere Wortschatzanteile aus dem italienischen, sowie geringere aus der spanischen, französischen und englischen Sprache finden sich im Maltesischen wieder. Als einzige semitische Sprache verwendet das Maltesische lateinische Schriftzeichen (ausgenommen das Y) erweitert um die vier Sonderzeichen ċc, ġg, ħh und żz.
Aufgrund der langen Besatzungszeit der Briten beherrschen aber fast alle Malteser auch Englisch, größtenteils auch das 1934 als Gerichts- und Verwaltungssprache abgeschaffte Italienisch.
Auf den Inseln der Republik Malta finden sich Spuren einer Jahrtausende alten Geschichte. Sie reichen von den ersten monumentalen steinzeitlichen Tempelanlagen über römische Aquädukte bis zu den Wehranlagen des Malteserordens. Malta stand unter dem Einfluss vieler Kulturen. Nachdem der Orden des heiligen Johannes zu Jerusalem zu Rhodos und zu Malta (früher auch als Hospitallier bezeichnet) die Insel nutzbar gemacht und erfolgreich gegen osmanische Angriffe verteidigt hatte, musste er kampflos französischen Revolutionstruppen weichen. Die Briten führten die Inseln nach dem Sieg über Napoleon als Koloniegebiet und prägten so die Kultur des heutigen Malta maßgeblich. Zuletzt spielte Malta im 2. Weltkrieg eine bedeutende Rolle, als es zu heftigen Kämpfen um den strategisch wichtigen Hafen kam, von dem aus der Nachschub des deutschen Nordafrikakorps empfindlich gestört wurde.
Die Bevölkerung der Insel erhielt dafür 1942 das Georgskreuz verliehen, das auch auf der Staatsflagge gezeigt wird.
Infrastruktur
Auf maltesischen Straßen herrscht Linksverkehr. Auf der Insel gibt es keine Eisenbahninfrastruktur, jedoch ein dicht ausgebautes Autobusnetz, welches sternförmig von der Hauptstadt Valletta ausgeht. Die meisten Linienbusse stammen noch aus ßGrobritannien und wurden während der Kolonialzeit gebraucht nach Malta gebracht. Bis vor wenigen Jahren waren die Linienbusse einheitlich grün gestrichen, um die Verbundenheit Maltas mit Libyen zum Ausdruck zu bringen.
Der internationale Flughafen von Malta befindet sich in Luqa, von dort gibt es zudem einen Hubschraubershuttledienst nach Gozo. Comino ist nur mit kleinen Personenfähren zu erreichen, die meistens unregelmäßig verkehren. Einen planmäßigen Fährdienst gibt es hingegen zur Nachbarinsel Gozo von Cirkewwa aus.
Maltas Wirtschaft gestaltet sich im Vergleich zu den anderen im Jahr 2004 der EU neu beigetretenen Mitgliedsstaaten relativ positiv. Die zwei traditionellen Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft und Fischerei. Dabei wird die Landwirtschaft hauptsächlich auf Gozo betrieben. Der größte Arbeitgeber des Landes ist die Malta Drydocks, die zweitgrößte Werft Europas. Auch der Tourismus spielt eine große Rolle. Die meisten Urlauber kommen aus Großbritannien, Deutschland und Italien. Von 1965 bis heute hat sich die Zahl der Touristen etwa verzehnfacht. Heute sind es über eine halbe Million Touristen jährlich. 1992 wurde auf Malta eine eigene öBrse gegründet.
Europäische Firmen werden schon seit den 1970er Jahren mit Steuervorteilen gelockt. So produzieren etwa 55 deutsche Unternehmen für den Export, unter anderem die Firmen Playmobil, Rodenstock, Lloyd-Schuhe. Aber auch eine Elektronikbauteilfirma hat einen großen Erzeugungsstandort.
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