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Die Islamische Republik Mauretanien ist ein Land in Westafrika am Atlantik. Es grenzt an die Staaten Marokko, Algerien, Mali und Senegal.
Geographie
Die Grenze zum Staat Senegal bildet der Senegalfluss, ein Beispiel einer unglücklichen Grenzziehung durch die europäischen Kolonisatoren, da auf beiden Seiten des Flusses vielfach die gleichen Volksgruppen leben. Es findet ein reger Austausch statt.
Gesellschaft
Die französischen Kollonisatoren des 19. Jahrhunderts sahen das Land als geographische und kulturelle Brücke zwischen Nordafrika und Westafrika. Am Anfang des 21. Jahrhundert sieht es jedoch ganz anderes aus. Anstatt dessen haben wir eine zwischen zwei kulturellen und linguistischen Traditionen zerrissene Gesellschaft, die eine tiefe Verwandlung erfährt. Der von der kolonialen Regierung zu Beginn 20. Jahrhundert initierte Vorgang, Nomaden zu einem seßhaften Leben zu zwingen, wurde durch eine ernste Trockenheit Mitte der Sechziger beschleunigt. Für die zwei folgenden Jahrzehnte war der Urbanisierungssatz vergleichslos; Mauretanien ist von einer nomadisch pastoralen Gesellschaft zu einer hauptsächlich sesshaft städtischen übergegangen. Große Pastoralebevölkerungen wurden gezwungen den Boden zu verlassen, der ihnen nicht mehr genügende Unterstützung bot. Die schon fast überbevölkerten Städte des Südens waren nicht aufbereitet die große Zahl der Zuwanderer aufzunehmen.
Obwohl zum Teil kompensiert hat die hohe und wachsende Säuglingssterblichkeit in den Siebziger und Achtziger die Urbanisierungsprobleme verschlimmert. Kombiniert mit einer geschwächten Wirtschaft haben die Urbanisierung und die Überbevölkerung zu einem niedrigen Lebensstandard beigetragen. In den Achtziger hat die Regierung ihre hageren Mitteln dazu aufgewendet die Investitionen in Erziehungs-, Unterkunfts- und Gesundheitswesen zu erhöhen, um die Auswirkungen der verbreiteten Armut zu reduzieren.
Anfang des 21. Jahrhundert ist die mauretanische Bevölkerung weiterhin nach ethnischen und regionalen Linien geteilt. Mauren im Norden - Weisse und Nachkommen der ehemals schwarzen Sklaven, die sich mit den Werten der Mauren identifizieren - setzen eine traditionelle Elite zusammen. Die andere Hauptgruppe setzt sich aus den schwarzafrikanischen Nachkommen derer damals im Süden lebenden Bevölkerung, die sich mit den afrikanischen kulturellen und sozialen Werten identifizieren. Das Vermächtniss der maurischen Dominanz und die Versklavung der Schwarzen wurden durch Mischehen und Assimilation in der Kultur der Mauren verwischt; der Spalt zwischen den beiden Gruppen ist aber weiterhin groß, was die schwache Basis für den sozialen Zusammenhalt und das nationale Gewissen widergespiegelt. Die ethnischen Spannungen waren offensichtlich in der häufigen Auseinandersetzungen in der Staatspolitik. Gegen Ende der achtziger Jahre waren die ethnischen Spannungen der Grund für eine unbeständige soziale Atmosphäre. Die Gemeinsamkeiten zwischen den Mauren und den afrikanisch stammenden Völker waren ziemlich oberflächlich. Die religiöse Einheit im Islam verdeckte wichtige Unterschiede in der religiösen Betrachtungsweisen der Schwarzen und der Mauren. Die Regierung hoffte, dass die schnelle Urbanisierung die soziale und kulturelle Wechselwirkung erhöhen und die Vorurteile abbauen würde.
Bevölkerung
Wie viele Entwicklungsländer konnte Mauretanien keine präzisen Bevölkerungsstatistiken während seiner ersten Jahrzehnte der Unabhängigkeit kompilieren. Die offizielle Zählung vom Dezember 1976 lieferte mehr als 1,4 Millionen Personen, einschließlich einer nomadischen Bevölkerung von ungefähr 513.000. Auf diesen Angaben basiert die Schätzung von 1987 von 1,8 Millionen, von denen ungefähr 50,25% weiblich sind. Die Regierung hat das jährliche Bevölkerungswachstum auf 1,6% in den Siebziger geschätzt, aber die Bewertungen der Vereinten Nationen (UNO), haben das Wachstum auf 2,9% zwischen 1975 und 1985 geschätzt. Mit dem Satz 2,9% sollte die Bevölkerung Mauretaniens im Jahre 2000 2,5 Millionen erreicht haben. Man erwartete, dass diese Wachstumsrate, die viel niedriger als jene vieler anderer afrikanischer Länder ist, in den neunziger Jahre steigen würde. Die brutto Geburtenrate stieg im Vergleich zu 1965 laut Angaben der UNO von 45,1 pro 1.000 auf 50,1 pro 1.000 in den Achziger. Die brutto Sterblichkeitsrate hingegen ist von 28 pro 1.000 im Jahre 1965 auf 20,9 pro 1.000 im Jahre 1980 gesunken. Die Säuglingssterblichkeit ist auf 137 pro 1.000 Geburten geschätzt worden. Die Lebenserwartung lag bei 42,4 Jahren bei Männer und bei 45,6 Jahren bei Frauen. Wie viele Entwicklungsländer ist die Bevölkerung Mauretaniens jung: im Jahre 1985 waren ca. 72% unter 30 Jahre, und 46,4% unter 15 Jahre. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte lag im Jahre 1987 bei 1,8 Personen pro Quadratkilometer - das niedrigste Niveau in Westafrika. Die Bevölkerung ist ungleich verteilt: Die Zählung von 1976 zeigt, daß 85% südlich der 18°-Kreis, ostlich von Nouakchott. Die mauretanische Bevölkerung erfuhr infolge der Trockenheit und der Migration in den sechziger und siebziger Jahre dramatischen Veränderungen: In den sechziger Jahren haben die pastoralen Nomaden (großtenteils Mauren) und die seßhaften Landwirten (meist Schwarzafrikaner) mehr als 90% der Bevölkerung gebildet . Mitte der achtziger Jahre zeigen Beobachtungen, daß noch weniger als 25% der Bevölkerung nomadisch bzw. halbnomadisch waren, während die Stadtbevölkerung ca. 30% erreichte. Viele andere Faktoren haben ebenfalls zu dieser Veränderung der Lebensart beigetragen, einschließlich ein langfristiger Plan aus der Kolonialzeit, die Nomaden umzusiedeln und neue mit den Mienen und der Ausfuhrindustrie zusammenhängenden Arbeitsplatzangebote einzurichten. Einige Quellen gegen Ende der achtziger Jahre schätzen die seßhafte Stadtbevölkerung Mauretaniens auf mehr als 80%.
Mehr als irgendeine andere Stadt reflektiert Nouakchott, die Haupstadt Mauretaniens, die durch schnelle und nicht kontrollierte Urbanisierung verursachte Probleme. Anfangs als kleine zentrale Verwaltungsstelle mit ca. 30.000 Einwohner im Jahre 1959 errichtet, erreicht sie schon im Jahre 1970 mehr als 40.000 und wuchs in den siebziger Jahren um 15% bis 20% pro Jahr; die schnelle Expansion hält bis Anfang des 21. Jahrhunderts noch (2005). Nur ca. ein Zehntel der Bevölkerung der Stadt hatte in den Achziger Zugang zu angemessenen Wohnungen. Der Mangel an Wasser und an Wohnung sind besonders ernst. Die meisten der Neuankommlinge landen in Kebbas (Vorstadtsviertel), die die Hauptstadt umschlingeln. Im Jahre 1983 schätzte ein französischer Forscher, dass mehr als 40% der Bevölkerung von Nouakchott in Kebbas lebten und der Prozentsatz noch weiter steigen würde. Die Regierung Mauritaniens suchte die internationale Hilfe, um das Bevölkerungsproblem zu bewältigen und den Zustrom der Menschen in den Städten zu stoppen, indem er Boden und Saatgut, sowie Transport all denen anbot, die der Rückkehr zum Land anzutreten bereit wären. Ein ermutigendes Verlagerungsprogramm wurde im Jahre 1985 eingeführt, aber in Anbetracht beharrlicher Trockenheit war es schwierig, gute Perspektiven zu erzielen.
Ungeachtet der massiven Arbeitslosigkeit ist eine wesentliche Anzahl an Ausländer - mehr als 15% der Arbeitskräfte im modernen Bereich - notwendig, um die Nachfrage der qualifizierten Arbeitskräfte zu decken. Gleichzeitig verliess mehr als 600.000 Mauritanier ihr Land auf der Suche nach Beschäftigung außerhalb, in Westafrika, im Mittleren Osten und in Westeuropa.
Geschichte
Die zeitgenössischen Beobachter Mauretaniens haben das Land oft als Brücke zwischen Nord- und Westafrika beschrieben. Gewiss haben verschiedene Gruppen in Mauretanien starke kulturelle und wirtschaftliche Verbindungen mit ihren Nachbarn in den beiden Regionen aufrechterhalten, mit denen sie meist in Kontakt waren. Obwohl das Land als geographische Transportbrücke für den Gold-, Salz- und Sklavenhandel zwischen den nördlichen und südlichen Grenzen der Sahara diente, markierte es ebenfalls die kulturelle Grenze zwischen den sesshaften Landwirten des subsaharischen Afrika und den arabisch berberischen Nomaden des Maghrebs. Über die gesamte Geschichte Mauretaniens war die Wechselbeziehung zwischen den beiden Kulturen voller politischer und sozialer Konflikte, was die Mauretanische Politik beeinträchtigte und weiterhin beeinflussen wird. Einzig der Islam, zu dem sich die Gesamtheit der Bevölkerung seit dem 9. Jahrhundert bekennt, stellt eine Einheitsfassade dar.
Politik
Nach dem Militärputsch wurde von dessen Führung die Bildung eines "Militärrates für Gerechtigkeit und Demokratie" ausgerufen, die das Land für zwei Jahre allein regieren soll.
Am 03. August 2005 gab es einen erneuten Putsch. Die unmittelbare Ursache war die Abwesenheit des Staatschefs, der zur Beisetzung des saudischen Königs nach Riad reiste. Die neue Militärregierung kündigte an, innerhalb von zwei Jahren demokratische Verhältnisse in Mauretanien einzuführen. Oberst Ely Ould Mohammed Vall wurde zum Vorsitzenden des 17-köpfigen Militärrates, und damit zum Staats- und Regierungschef ernannt.
Mauretanien ist auf dem Landweg vom Norden am einfachsten über Marokko und die besetzte Westsahara zu erreichen. Die Fahrtstrecke beträgt ab der französischen Grenze bis Nouadhibou etwa 7.000 km und ist in ca. 10 Tagen zu bewältigen. Mit Ausnahme eines kleinen Teilstückes zwischen der marokkanischen Grenze und Nouadhibou ist die gesamte Anreisestrecke asphaltiert; für dieses sollte man jedoch Wüstenerfahrung mitbringen. Die Weiterfahrt nach Nouakchott ist auf einer teilasphaltierten Piste möglich, für diese gilt Navigations- und Wüstenerfahrung. Die Weiterreise von Nouakchott in den Senegal gestaltet sich problemlos.
Einreisebestimmungen EU-Bürger benötigen für Mauretanien einen gültigen Reisepass sowie ein Visum. Visa erhält man an der Botschaft von Mauretanien, Berlin für etwa 21 Euro, im mauretanischen Konsulat in Casablanca für etwa 20 Euro (200 DH) oder an der mauretanischen Grenze für etwa 50 Euro. Bei der Anreise mit dem Auto wird dieses an der Grenze in den Pass eingetragen. Der Eintrag kostet 10 Euro (quittiert).
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