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Die Republik Mauritius ist ein Inselstaat im Südwesten des Indischen Ozeans, ungefähr 900 km östlich von Madagaskar. Im Norden befinden sich die Seychellen und im Westen das französische Überseedpartement La Reunion.
Geographie
Mauritius liegt im Indischen Ozean. Der höchste Punkt der Insel ist der Berg Piton de la Petite Rivire Noire auf Mauritius mit 828 m über Normalnull. Der tiefste Punkt liegt bei 0 m. Im Westen ist als nächstgrößere Insel Madagaskar etwa 900 Kilometer entfernt. Bis zum afrikanischen Kontinent sind rund 1.800 Kilometer zurückzulegen.
Der Staat Mauritius besteht aus zwei Inseln und zwei Inselgruppen: Als erstes wäre da Mauritius selber, die größte Insel des Landes, auf der auch die Hauptstadt Port Louis liegt. Die zweite Insel heißt Rodrigues und zählt rund 30.000 Einwohner. Sie liegt ca. 600 km östlich auf ungefähr der gleichen Höhe. Zusammen mit der französischen Insel Reunion bilden diese beiden Inseln die Maskarenen. Die Cargados-Carajos-Inseln liegen ca. 500 km nord-östlich von Mauritius. Diese Inselgruppe hat eine Länge von ca. 100 km und erstreckt sich von Nord nach Süd. Die Agalega-Inseln liegen über 1.000 km in nördlicher Richtung von Mauritius entfernt nahe bei den Seychellen. Die Hauptinsel Agalega hat zirka 50 Dauereinwohner, sie leben vom Fischfang. Durch den Zuzug von Mitarbeitern eines geplanten Hotels könnte sich diese Zahl erhöhen.
Das Klima ist recht tropisch: Die Durchschnittstemperatur liegt an der Küste bei 23,3 °C und auf den Höhen bei 19,4 °C. Die relative Feuchtigkeit variiert zwischen 70 % an den Küsten und 90 % bis 100 % in den Bergen. Der Winter geht von Mai bis November und ist relativ trocken, allerdings weht speziell in den Monaten Juli und August ein sehr starker Süd-Ost-Wind. Der Sommer von November bis Mai kann recht feucht sein und es treten in dieser Zeit immer wieder Zyklone auf.
Bevölkerung
Die offiziellen Sprachen sind Englisch und Französisch, wobei Englisch die offizielle Amtssprache und Sprache der Bildungseinrichtungen ist, während Französisch als Sprache der "Eliten" angesehen wird, obwohl die Franzosen das Land schon seit über 200 Jahren nicht mehr beherrschen. Morisyen, eine Kreolsprache, die auf dem Französischen basiert, wird von einem großen Teil der Bevölkerung im Alltag verwendet. Weiterhin werden auch einige asiatische Sprachen gesprochen, vor allem indische Dialekte.
Die am weitesten verbreitete Religion ist der Hinduismus, dem etwa die Hälfte der Bevölkerung angehört. Der Großteil der anderen Hälfte gehört dem Islam oder dem Christentum an. Der Hinduismus wurde von den indischen Arbeitern nach Mauritius gebracht, die von den Engländern nach Abschaffung der Sklaverei auf den Zuckerrohrplantagen eingesetzt wurden. Etwas mehr als die Hälfte der Einwohner stammt vom indischen Subkontinent ab. 43 Prozent sind sogenannte Kreolen (ehemalige Sklaven aus Afrika, teilweise mit anderen Gruppen vermischt). Drei Prozent der Mauritianer sind chinesischer Abstammung, die weiße Minderheit ist noch etwas kleiner. Ureinwohner gibt es nicht, da Mauritius vor der Kolonialisierung unbewohnt war.
Geschichte
Die Insel war Arabern und Malaien bereits bekannt. Entdeckt von Europäern wurde die Insel 1505 (andere Quellen nennen 1507 oder auch 1510) vom Portugiesen Pedro Mascarenhas. An ihn erinnert noch heute der Name der Inselgruppe der Maskarenen
Politik
Seit der Unabhängigkeit ist die Regierung eine der wenigen stabilen Demokratien in Afrika, mit freien Wahlen und Garantien für Menschenrechte innerhalb des Staates. Das Parlament von Mauritius besteht aus 70 Mitgliedern. Diese werden alle fünf Jahre in den 21 „constituencies“ genannten Bezirken gewählt, jeder Bezirk stellt drei Abgeordnete, mit Ausnahme von Rodrigues, das zwei stellt. Die restlichen acht sind die „besten Verlierer“ aller Bezirke, die bestimmten im "normalen" Wahlergebnis unterrepräsentierten Ethnien angehören müssen. Die Sinnhaftigkeit des Best Looser Systems, das auf einer Volkszählung der 1970er-Jahre fußt, ist umstritten, und könnte im Zuge einer diskutierten Wahlreform gestrichen werden. Das Staatsoberhaupt ist der Präsident, der nach den Wahlen vom Parlament gewählt wird. Er wählt aus den Abgeordneten des Parlaments den Premierminister, der die Regierung leitet und Kanditaten für die einzelnen Ministerämter vorschlägt, die dann wiederum vom Präsidenten eingesetzt werden.
Wirtschaft
Die stabile politische Lage auf der Insel nach der Unabhängigkeit zog in hohem Maße ausländische Investoren an, was Mauritius eines der höchsten pro-Kopf-Einkommen Afrikas einbrachte. In den letzten Jahren wurde das Wirtschaftswachstum durch Naturkatastrophen und fallende Zuckerpreise stark verlangsamt, was zu Protesten aufgrund des Lebensstandards der überwiegend kreolischen Bevölkerung führte. Der Rohrzucker, der auf fast 90% der kultivierten Fläche angebaut wird, ist eine der Haupteinnahmequellen von Mauritius: er macht 25% der Exporteinkommen aus. Auch die Textilindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, der aber aufgrund von limitierten Exportquoten ebenfalls unter Druck geraten ist. Vor der Unabhängigkeit war die Wirtschaft in Mauritius fast nur von Zuckerrohr abhängig. Doch das Land hat es geschafft die Industrie-, Bank- und Tourismusbranche auszubauen und zu fördern, was zu dem relativ hohen Lebensstandard führte. Insbesondere die Edelsteinschleiferei hat sich zu einem wichtigen Industriezweig entwickelt. Die im Juli 2005 abgewählte Regierung wollte Mauritius zu einem Cyber Island und Ziel von Outsourcing machen. Wahrscheinlich führt die neue Regierung die Cyber Island Strategy im Wesentlichen fort.
Kultur
Die koloniale Vergangenheit spiegelt sich auch in der Kultur wider, so enthält die kulinarische Karte von Mauritius Elemente aus den Niederlanden, Frankreich, Indien und von den Kreolen. Auch in den anderen Kulturbereichen herrscht eine Mischung der Einflüsse der beiden Kolonialmächte sowie Afrikas und Asiens.
Weiterhin ist Mauritius für seine Briefmarken berühmt, die Rote und Blaue Mauritius (im Englischen allerdings als der „Red Penny“ und der „Blue Penny“ bekannt). Sie wurden 1847 gedruckt, als Mauritius als fünftes Land der Erde begann, Briefmarken zu benutzen. Sie sind heute sehr selten und daher auch sehr wertvoll
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