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Moskau ist die Hauptstadt Russlands und mit 10.381.288 Einwohnern in der eigentlichen Stadt und 11.846.595 in der Agglomeration (Stand jeweils 1. Januar 2005) die größte Stadt Europas. Sie ist das politische, wirtschafliche und kulturelle Zentrum des Landes mit Lomonossow-Universität, Hochschulen und Fachschulen sowie zahlreichen Kirchen, Theater, Museen, Galerien und dem 577 Meter hohen Fernsehturm.
Der Kreml und der Rote Platz im Zentrum Moskaus stehen seit 1990 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Mit neun Kopfbahnhöfen, vier Großflughäfen und drei Binnenhäfen ist die Stadt wichtigster Verkehrsknoten und größte Industriestadt Russlands.
Die Hauptstadt befindet sich in der kontinentalen Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 5 Grad Celsius, das Jahresmittel des Niederschlages liegt bei 688 Millimeter. Der meiste Niederschlag fällt im Juli mit 92 Millimeter im Monatsmittel, der wenigste im März mit 34 Millimeter im monatlichen Durchschnitt.
Überwiegend beträgt die Temperatur im Winter in Moskau -12° bis -15° Celsius, teilweise werden aber auch Temperaturen bis unter -20° Celsius gemessen. Recht oft herrscht Tauwetter. Die Winde sind mäßig, die Luft ist trocken. Der Windchill-Faktor (gefühlte Temperatur) ist deshalb relativ niedrig. Stärkere Fröste sind also verhältnismäßig leicht zu ertragen.
Das Moskauer Temperaturmittel beträgt im Dezember -6,1° Celsius, im Januar -9,3° und im Februar -7,7° Celsius. Der Sommer in der Hauptstadt ist in der Regel warm und sonnig, mitunter aber auch sehr heiß. In den Sommermonaten macht die Durchschnittstemperatur im Juni 16,6°, im Juli 18,1° und im August 16,4° Celsius aus. Das Temperaturmittel im Frühling beträgt im März -2,2°, im April 5,8°, im Mai 12,9° Celsius. Die Tagesdurchschnittstemperatur im Herbst liegt im September bei 10,9°, im Oktober bei 5° und im November bei -1,1° Celsius.
Die Schneeschmelze beginnt nach Berechnungen Moskauer äPhnologen in der Stadt um den 16. März, der Eisbruch auf dem Moskwa-Fluss um den 12. April, mit dem Auftreten der ersten Gewitter ist um den 2. Mai zu rechnen, mit den ersten Nachtfrösten um den 14. September und dem ersten Schneefall um den 28. Oktober. Der Moskwa-Fluss friert um den 18. November zu. Eine feste Schneedecke bildet sich um den 23. November.
Im riesigen Moskau sind die Klimaverhältnisse in der Innenstadt und in den Vororten und erst recht in der Umgebung unterschiedlich. In der Innenstadt ist es trockener und wärmer. In den Vororten ist die Temperatur um zwei bis drei Grad Celsius niedriger als im Stadtzentrum.
Der Kreml
Das bedeutsamste Bau- und Geschichtsdenkmal ist der Kreml, der älteste Stadtteil. Er steht seit 1990 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Dort befindet sich der Sitz des russischen Präsidenten. Die bis auf den heutigen Tag erhalten gebliebenen Mauern und 19 Türme wurden im 15. Jahrhundert errichtet und waren damals eine beachtliche Befestigungsanlage.
Die ältesten Baudenkmäler sind die Maria-Entschlafens-Kathedrale von 1479, die Verkündigungs-Kathedrale von 1489 und die Erzengel-Kathedrale aus dem Jahre 1509, die Kirche zur Gewandlegung der Muttergottes von 1486, der Facetttenpalast aus dem Jahre 1491 sowie der 80 Meter hohe Glockenturm von Iwan dem Großen (Kolokolnja Iwana Welikogo) von 1508.
Später kamen die Kirche zu den zwölf Aposteln und der Patriarchenpalast und der Terem-Palast, beide erbaut im 17. Jahrhundert, das Arsenal von 1737 sowie das Senatsgebäude aus dem Jahre 1787 hinzu. In letzterem Gebäude lebte und arbeitete von 1918 bis 1922 Lenin. Sein Arbeitszimmer und seine Wohnung sind so erhalten geblieben, wie zu seinen Lebzeiten.
Das Gebäude der Rüstkammer von 1851 enthält ein einzigartiges Museum mit Sammlungen alter Waffen und Kriegstrophäen, der größten Sammlung von Zarengewändern, Insignien, Thronsesseln, Kutschen und anderen seltenen Meisterstücken des russischen und ausländischen Kunsthandwerks, die mit der Geschichte Russlands verbunden sind. Unweit des Glockenturms befinden sich die Zarenkanone und Zarenglocke, einzigartige Denkmäler der russischen Gießerkunst des 16. bis 18. Jahrhunderts.
1961 wurde auf dem Kreml-Gelände der Kongreßpalast errichtet, ein sachlicher und zugleich festlicher Bau, dessen großer Saal ein Fassungsvermögen von 6.000 Personen hat. Hier finden wichtige öffentliche Veranstaltungen und internationale Kongresse statt, aber auch Schauspiele sowie Opern- und üBallettauffhrungen des Bolschoi-Theaters.
An den Kreml grenzt der Rote Platz, der Hauptplatz Moskaus, auf dem sich das Lenin-Mausoleum befindet. Auch er steht seit 1990 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Neben dem Platz befinden sich einige Gräber. In die Kremlmauer sind Urnen mit der Asche berühmter Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur eingelassen.
Auf dem Roten Platz stehen die Basilius-Kathedrale, errichtet 1560, sowie ein Denkmal für Kusma Minin, ein Führer der Volkswehr von Nischni Nowgorod und Fürst Dimitri Posharski (1578-1642), die Helden des Befreiungskrieges gegen die polnisch-weißrussische Intervention zu Beginn des 17. Jahrhunderts, fertiggestellt 1818 von Iwan Petrowitsch Martos (1754-1835).
An der Kremlmauer befindet sich im Alexander-Garten das Grabmal des unbekannten Soldaten, ein Ehrenmal für die im 2. Weltkrieg Gefallenen. Ganz in der Nähe des Kreml und des Roten Platzes sind auf dem Gelände, das an das Hotel Rossija, das mit 6.000 Plätzen größte Russlands, grenzt, die ältesten Steinbauten Moskaus erhalten geblieben, unter ihnen Baulichkeiten des alten Zarenhofs, erbaut zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert, das Haus des Bojaren Romanow, die Annen-Kirche aus dem 15. Jahrhundert sowie andere interessante Kirchen und Häuser.
Wirtschaft und Infrastruktur
Moskau spielt eine Schlüsselrolle in der Wirtschaft Russlands. Der Anteil der Stadt am Bruttoinlandsprodukt des Landes beträgt 12,5 Prozent. Etwa ein Viertel der Industrieproduktion Moskaus entfallen auf den Maschinenbau. Seine Hauptzweige sind Werkzeugmaschinen- und Werkzeugbau, Elektroindustrie, Lagerfertigung, Kraftfahrzeugindustrie und Gerätebau. Weitere wichtige Industriezweige sind das Hüttenwesen, die Leicht-, Kraftfahrzeug-, Baustoff-, Chemie- und petrolchemische Industrie. Die Stadt ist ein großes Zentrum des Militär-Industrie-Komplexes.
In Moskau sind etwa 80 Prozent des Finanzpotenzials des Landes konzentriert. Zwei Drittel des Gesamtumfanges ausländischer Investitionen in die Wirtschaft Russlands geht in die Hauptstadt. Moskau ist damit das größte Betätigungsfeld ausländischer Investoren. In der Stadt befinden sich etwa 18.500 Handelsbetriebe, Gaststätten und Dienstleistungsbetriebe, 9.000 Kleinhandelsobjekte und circa 150 Märkte in denen ungefähr eine Million Personen beschäftigt sind.
Die zentrale Lage prädestiniert Moskau zum wichtigsten Verkehrsknoten des Straßen-, Bahn-, Fluß- und internationalen Flugverkehrs im europäischen Teil des Landes. Ein Kanalsystem verbindet die Stadt mit fünf Meeren. Moskau besitzt mehrere Flughäfen: Scheremetjewo, 1960 eröffnet, für Flüge in Richtung Westeuropa und Nordamerika, Domodedowo, letzterer wurde 1964 in Betrieb genommen und wird für nationale und internationale Flüge genutzt, Wnukowo, 1941 fertiggestellt, wird gegenwärtig für Flüge nach Westeuropa ausgebaut und Bykowo für ausschließlich Inlandsflüge. Er ist 1933 eröffnet worden und damit der älteste Flughafen in Moskau.
In Moskau laufen alle Hauptlinien der Eisenbahn im europäischen Teil Russlands zusammen. Die Stadt ist größter Eisenbahnknotenpunkt des Landes mit mehreren Rangierbahnhöfen sowie Ausgangspunkt der Transsibirischen Eisenbahn, der wichtigsten Eisenbahnmagistrale Russlands über Nischni Nowgorod und Kirow nach Wladiwostok. Weitere Verkehrsverbindungen verlaufen sternförmig nach Europa, Zentralasien und den Kaukasus.
Moskau hat keinen Hauptbahnhof. Allerdings liegen einige wichtige Bahnhöfe am Platz der drei Bahnhöfe direkt nebeneinander. Der "Leningrader Bahnhof" für den Verkehr nach Sankt Petersburg, der "Jaroslawer Bahnhof" für die Transsibirische Eisenbahn und der "Kasaner Bahnhof" für den Verkehr in Richtung der Wolgarepubliken Tatarstan und Baschkortostan. Von Bedeutung sind außerdem der "Kiewer Bahnhof" für den Verkehr in die Ukraine, der "Kursker Bahnhof" und der "Pawlezker Bahnhof" für Züge nach Südrussland, der "Rigaer Bahnhof" für Züge ins Baltikum und der "Weißrussische Bahnhof" für Züge nach Mittel-/Westeuropa und nach Kaliningrad.
Rund um Moskau existiert ein autobahnartig ausgebauter Fernstraßenring, der in den nächsten Jahren um einen zweiten, weiter außerhalb gelegenen Ring erweitert werden soll.
Der Autoverkehr wird durch Straßenringe in der Innenstadt und einen Autobahnring am Rande der Stadt verteilt. Man plant weitere Entlastungs- und Ringstraßen, da das Straßennetz zunehmend überlastet ist. Oft kommt es auf dem Autobahnring zu stundenlangen Staus und eine wenige Kilometer lange Fahrt ins Zentrum kann in den Stoßzeiten leicht über zwei Stunden dauern. 1924 fuhren die ersten Omnibusse und am 15. November 1933 der erste Oberleitungsbus in Moskau. Die Stadt verfügt über das längste Oberleitungsbusnetz der Welt.
Moskau verfügt über ein leistungsfähiges System von Untergrundlinien, die Metro genannt werden. 1932 wurde mit dem Bau begonnen und der erste Streckenabschnitt am 15. Mai 1935 eröffnet. Heute ist ein Netz von 269,5 Kilometern mit elf Linien und 165 Stationen in Betrieb. Es werden acht bis neun Millionen Personen pro Tag befördert und drei Milliarden pro Jahr. Mehrere Streckenabschnitte sind zur Zeit in Bau und ein weiterer Ausbau des Netzes ist geplant.
Einige Bahnhöfe der Metro sind mit Mosaiken, Bronzestatuen, Marmor etc. sehr prunkvoll ausgestattet (Empfehlung: Die braune Kreislinie fahren und einfach bei einigen Stationen aussteigen und bis zur Haupthalle gehen). Andere können dank der sehr dicken und schweren Türen als Bunker für das Volk verwendet werden. Hauptzubringer der Metro in Moskau ist die Moskowski Tramwai, die Straßenbahn der Stadt. Die erste fuhr am 22. Juni 1872 als Pferdebahn. Der elektrische Betrieb der Straßenbahn wurde am 6. April 1899 eröffnet. Diese gliedert sich heute in zwei voneinander unabhängige Netze.
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