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Mumbai (Marathi, von Mumba, Name einer lokalen Göttin, früher Bombay ) ist gegenwärtig die größte Stadt der Welt mit 12.692.717 Einwohnern in der eigentlichen Stadt und 17.476.068 im Ballungsgebiet der "Mumbai Metropolitan Region" (MMR), das auch die nördlichen Gebiete mit der Stadt Thane einschließt. (Stand jeweils 1. Januar 2005).

Mumbai ist die Hauptstadt des Bundesstaates Maharashtra in Indien und die wichtigste Hafenstadt des Subkontinents. Sie liegt auf einem schmalen Landstreifen, der von der sumpfigen Küste ins Arabische Meer hineinragt. Die Stadt ist das wirtschaftliche Zentrum Indiens und besitzt die größte Filmindustrie der Welt. Sie ist Verkehrsknoten, Kulturzentrum mit Universitäten, Theater, Museen und Galerien sowie Bischofssitz.

Zahlreiche Gebäude der Altstadt Mumbais sind in einer regionalen Abart des Historismus erbaut. Zwei Baudenkmäler der Stadt, der Chatrapathi Shivaji Terminus und die Höhle von Elephanta Island, stehen auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Der Name der Stadt

Seit Beginn der Kolonialisierung Anfang des 16. Jahrhunderts war Mumbai als Bombay bekannt. Der Name Bombay leitet sich vermutlich von der portugiesischen Bezeichnung "Bom Bahia" (Gute Bucht) und der späteren Abwandlung "Bombaim" her.

Der Name Mumbai wird von der örtlichen Bevölkerung schon genau solange verwendet und der regionalen Göttin Mumba zugeschrieben. Am 4. Mai 1995 beschloss die Regierung Maharashtras, deren Hauptstadt Bombay seit 1. Mai 1960 ist, die Stadt in Mumbai umzubenennen.

Die heutige Insel Mumbai ist das Ergebnis intensiver Landgewinnungsmaßnahmen, die bis in die Gegenwart anhalten. Vor der Ankunft der Europäer bis in das 17. Jahrhundert hinein bestand das Gebiet aus sieben voneinander getrennten Inseln, von denen sich fünf (Bombay, Mahim, Mazagaon, Parel und Worli) kreisförmig um eine Lagune gruppierten, während die zwei kleinsten (Colaba und Old Woman's Island) den südlichen Fortsatz bildeten. Bis 1862 waren die größeren Projekte der Landgewinnung beendet und aus ehemals sieben kleineren entstand eine große Insel.

Auf eine frühe Besiedlung der Inselgruppe lassen archäologische Funde von Faustkeilen und anderen Steinwerkzeugen schließen. Drawidische Fischer (Kolis) bewohnten schon vor der arischen Einwanderung um das Jahr 1500 v. Chr. die Region. Erste Spuren hinterließen arische Siedler im 8. Jahrhundert v. Chr.

Während der nachfolgenden zwei Jahrtausende bis zur Ankunft der Europäer gehörte die heutige Region Mumbai verschiedenen Reichen an, unter anderem dem Maurya-Reich (bis 185 v. Chr.), dem Shatavahana-Reich (bis 220 n. Chr.) und dem Kshatrapa-Reich (bis etwa 300 n. Chr.). Anfang des 7. Jahrhunderts wurde das Land von den Calukyas erobert, die nach einer jahrhundertelangen buddhistischen Periode den Hinduismus wieder in den Vordergrund stellten.

Ab dem 8. Jahrhundert siedelten Juden aus Jemen und Anhänger der Religion des Zarathustra aus Persien an der Westküste Indiens, die vor dem Ansturm der islamischen Eroberer dorthin geflüchtet waren. Bis Ende des 13. Jahrhunderts beherrschten verschiedene Dynastien zu unterschiedlichen Zeiten diesen eher unbedeutenden und abgelegenen Landstrich. Die Ortschaft Puri auf Elephanta Island war bis dahin die größte Siedlung in der Region.

Um 1300 bestand in der Gegend das legendäre selbständige Königreich unter König Bimbakyan. Er gilt als Gründer von Bombay, da er seinen Regierungssitz in die Stadt Mahikavati auf der Insel Mahim verlegte und dort Befestigungsanlagen baute. 1348 wird die Stadt von dem muslimischen Schah Murabak I. besetzt und als militärischer Außenposten in das Sultanat Gujarat eingegliedert.

Politik

Bürgermeister von Mumbai ist Datta Dalvi von der rechtsextremen Shiv Sena. Er übernahm am 18. Februar 2005 das Amt von Mahadeo Deole. Dalvi erhielt 140 Stimmen; sein Rivale von der Kongreßpartei Ramchandra Raghavan Pillai 63. Dilip Patel von der Bharatiya Janata wurde als stellvertretender Bürgermeister wiedergewählt. Dalvi ist auch Vorsitzender des ständigen Ausschusses der Municipal Corporation of Greater Mumbai. Letztere ist für den Erhalt und Ausbau der städtischen Infrastruktur zuständig.

Die Shiv Sena ist die mit Abstand größte Partei in der Metropole Mumbai. Während in den anderen großen Städten Indiens die Kommunistische Partei (Kolkata) oder die Kongreßpartei (Delhi) regiert, wird Mumbai von der hindu-nationalistischen Shiv Sena (Armee "Shivajis") beherrscht.

Die Partei des Hitler-Verehrers Bal Thackery tritt in Mumbai überwiegend mit promarathischer und antiislamischer Propaganda auf. Sie stellte zwischen 1985 und 1992 und wieder seit 1995 den Bürgermeister Mumbais. Eines ihrer wichtigsten Ziele ist es, die Zuwanderung südindischer und muslimischer Migranten zu stoppen beziehungsweise generell die illegalen Einwanderer aus der Stadt zu vertreiben. Die Shiv Sena wird auch für die immer wieder aufflammenden gewalttätigen Ausschreitungen gegen die muslimischen Bewohner Mumbais verantwortlich gemacht.

In Mumbai werden etwa 200 verschiedene Sprachen und Dialekte einheimischer und ausländischer Herkunft gesprochen. Die am meisten in der Stadt gesprochene Sprache ist mit einem Anteil von 43 Prozent Marathi. Es ist die erste Amtssprache im Bundesstaat Maharashtra und deren Lokalsprache. Es folgen mit einem Anteil von 19 Prozent Gujarati, die Sprache des nördlich gelegenen Nachbarstaates Gujarat und mit zehn Prozent Anteil Urdu. Letztere wird von den in Mumbai lebenden Muslimen als Muttersprache gesprochen. Urdu wird in arabischer Schrift geschrieben und war im Mogulreich offizielle Hofsprache.

Mit einem Anteil von acht Prozent liegt Hindi nur auf dem vierten Platz. Im restlichen Teil Nordindiens ist sie die am meisten gesprochene Sprache. Die bisher erwähnten Sprachen gehören zur indo-arischen Sprachgruppe. Die dravidischen Sprachen Tamil und Telugu werden von etwa 2,5 Prozent der Einwohner gesprochen. Sie stammen aus Südindien und sind mit den indo-arischen Sprachen nicht verwandt.

Nur auf dem 12. Platz liegt Englisch, die zweite Amtssprache in Indien. Sie wird in Mumbai überwiegend von der Oberschicht als Umgangssprache verwendet und bei amtlichen Befragungen nur von circa ein Prozent der Menschen als Mutterprache angegeben. Für viele ist Englisch jedoch eine Art Zweitsprache. Alle amtlichen Dokumente und Publikationen in der Stadt werden neben Marathi auch auf Englisch herausgegeben.

Die beiden bedeutendsten Tageszeitungen in Mumbai erscheinen in englischer Sprache. Das Missverhältnis zwischen der hohen Bedeutung als Verwaltungs- und Schriftsprache und der geringen Bedeutung im alltäglichen Sprachgebrauch der Bevölkerung ist dadurch zu erklären, dass Englisch als neutrale Verständigungsbasis von allen Sprachparteien anerkannt wird, während Hindi von den Menschen im Süden Indiens generell abgelehnt wird.

Religion

Wie bei den Sprachen findet man auch bei der religiösen Zusammensetzung der Bevölkerung in Mumbai ein ähnlich komplexes Muster. Der überproportionale Anteil religiöser Minderheiten im Vergleich zu anderen Metropolen in Indien ist das auffälligste Merkmal. Buddhisten, Christen, Jainas, Juden, Parsen und Sikhs gehören zu diesen Minderheiten. Juden, Parsen und Sikhs haben einen Anteil von unter zwei Prozent an der Bevölkerung, Buddhisten und Jainas von unter fünf Prozent, Christen von etwa sieben Prozent.

Die beiden größten Religionen sind Hinduismus und Islam. Zu Lasten des Hinduismus geht die zahlenmäßige Stärke der religiösen Minderheiten. Während in ganz Indien etwa 80 Prozent dieser Glaubenrichtung angehören, sind es in Mumbai nur cirka 70 Prozent. Die Hindus sind aber die mit Abstand dominierende Religionsgemeinschaft. In Mumbai spielen die Jainas und die Parsen eine wichtige ökonomische Rolle, obwohl es sich um kleine Religionsgemeinschaften handelt.

Nur die Muslime können hier mit einem Anteil von etwa 15 Prozent an der Bevölkerung mehr als die religiösen Minderheiten noch ein gewisses Gegengewicht schaffen. Sie fallen durch ihre Dominanz in einzelnen Branchen und ihr teilweise geschlossenes Auftreten in einzelnen Stadtvierteln von Mumbai stärker ins Gewicht.

Mumbai ist ein wichtiger Verkehrsknoten mit Autobahnen, Überland-Busterminals, Hafen, Flug- und Eisenbahnverbindungen. 1920 nahm im ehemaligen Bombay der erste Flughafen in Indien den Betrieb auf. Der 1971 eröffnete internationale Flughafen Sahar ist der betriebsamste des Landes. Die Einreiseformalitäten sind allerdings langwierig und die Ankunftshalle chaotisch. Bei Inlandsflügen landet man auf dem benutzerfreundlicheren "Santa Cruz Domestic Airport".

In Mumbai laufen zwei Hauptlinien der Eisenbahn zusammen: Nach Nord- und Westindien fährt die Western Railway und in die Regionen im Osten, Süden und der Landesmitte die Central Railway. Am 1888 fertiggestellten Victoria Terminus (VT), offiziell in Chatrapathi Shivaji Terminus (CST) umbenannt, halten die meisten Züge aus den zentralen, südlichen und östlichen Regionen Indiens, am Bahnhof Mumbai Central die Züge aus dem Norden und an der Dadar Station die Eisenbahn aus dem Süden des Landes.

Viele Besucher möchten Mumbai schnell wieder verlassen. Dazu gibt es eine Anzahl Dienstleistungsgesellschaften, die eine Weiterreise organisieren oder bestätigen. Dutzende Reisebüros und Busgesellschaften verkaufen Busfahrkarten, die Eisenbahnbetriebe unterhalten spezielle Touristenschalter und alle namhaften internationalen und nationalen Fluggesellschaften besitzen hier Büros.

Die Nahverkehrsmittel der Stadt sind hoffnungslos überlastet. Der Verkehr kriecht die meiste Zeit des Tages im Schneckentempo dahin oder bildet Massenstaus an den Straßenkreuzungen. Am 15. Juli 1926 wurde im ehemaligen Bombay der motorisierte Omnibusverkehr aufgenommen. Zwischen 1962 und 1971 fuhren elektrisch betriebene Oberleitungsbusse in der Stadt. Mumbai unterhält ein undurchschaubares und komplexes Busnetz, das bis in die entlegensten Teile der Stadt reicht. Eine Fahrt mit einem Doppeldeckerbus ist zwar langwierig, kostet aber nur ein paar Rupien.

Die am 5. Januar 1928 in Betrieb genommene elektrische S-Bahn (slow train) ist wesentlich schneller, doch die Fahrt in den überfüllten Waggons stellt selbst außerhalb der Stoßzeiten einen Härtetest dar. Die Züge fahren alle paar Minuten und halten an Dutzenden kleinen Stationen. Ohne die Vorortzüge der S-Bahn, die jeden Tag Millionen Pendler zwischen dem Zentrum von Mumbai und den endlosen Vororten im Norden hin und her befördert, würde in der Stadt nichts funktionieren.

Wer mit einer Rikscha fahren möchte, sollte sich in die Außenbezirke von Mumbai begeben, denn in der Innenstadt verkehren diese nicht. Weniger anstrengend ist die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der Stadt im Rahmen eines geführten Stadtrundgangs. Den Hafen von Mumbai verlassen in regelmäßigen Abständen Fährschiffe. Sie verbinden die Stadt mit dem auf der anderen Seite liegenden Ufer und einigen dazwischenliegenden Inseln. Die Fähre nach Elephanta Island ist die am meisten genutzte.

 

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