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Die Bundesrepublik Nigeria (Federal Republic of Nigeria) liegt in Westafrika und grenzt an Benin, Niger, den Tschad und Kamerun.

Bevölkerung

50 % sind Muslime (vorwiegend Schiiten und Suffis), 40 % Christen und 2 % Kopten. 8 % hängen Naturreligionen an. Die Hauptethnien sind Hausa und Yoruba; dahinter folgen Igbo (Ibo) (18,0 %), Fulani (11,2 %), Ibibio (5,6 %), Kanuri (4,2 %), Edo (3,4 %), Tiv (2,2 %), Ijaw (1,8 %), Bura (1,7 %), Nupe (1,2 %) und andere (8,1 %). Die Lebenserwartung beträgt 51,3 Jahre bei den Männern und 51,7 Jahre bei den Frauen. Die Geburtenrate je 1000 Menschen ist 45,4 (Weltdurchschnitt 25,0). Die Todesrate je 1000 Menschen liegt bei 15,4 (Weltdurchschnitt 9,3). Gesprochen werden Englisch (Amtssprache), Yoruba, Hausa und Igbo.

Wegen des aus religiösen Gründen verhängten Impfverbots in Teilen Nigerias, waren 2004 fast zwei Drittel der weltwelt über 1.250 Polio-Fälle in Nigeria anzutreffen. Auch auf die Bevölkerung der Nachbarländer wirkt sich dies negativ aus.

Die Bundesrepublik Nigeria war bis zu ihrer Unabhängigkeit im Jahre 1960 eine Kolonie Großbritanniens. In vorkolonialer Zeit befanden sich auf dem heutigen Territorium Nigerias zahlreiche verschiedene afrikanische Staaten sowie Ethnien, die ohne zentrale Autorität lebten. Seit 1960 gab es eine Abfolge von Militär- und Zivilregimen, überschattet durch einen großen Ölboom während der 1970er Jahre. Seit 1999 ist der größte Erdölexporteur Afrikas wieder eine - formale - Demokratie unter dem 2003 wieder gewählten Präsidenten Olusegun Obasanjo.

Politik

· Gesundheit/Soziales: Kranke, Arme und Alte sind auf Familienhilfe angewiesen, nur Regierungsbedienstete kommen in den Genuss öffentlicher Fürsorge. Niedrige Einkommen, die schnell wachsende Bevölkerung und die leere Staatskasse führten zum Scheitern aller Pläne, ein Gesundheits- und Rentensystem zu schaffen. Epidemien fordern unter der unterernährten und schlecht versorgten Landbevölkerung oft Tausende von Opfern.

· Bildung: Schulpflicht von 6 bis 15 Jahren. Einschulungsquote im Primärbereich: 93 %. Universitäten oder vergleichbare Einrichtungen befinden sich in schlechtem Zustand. Analphabetenrate: Männer 32,7 %, Frauen 52,7 %.

· Armee: Berufsarmee mit 77.100 Mann (Heer 80,4 %; Marine 7,3 %; Luftwaffe 12,3 %). Anteil des Militärbudgets am Staatshaushalt: 3,5 %.

Infrastruktur

Das Schienennetz beläuft sich auf 3.505 km. Im Straßennetz sind von 193.198 km 37.000 km befestigt. Es gibt fünf internationale Flughäfen im Land, wichtigster ist in der Hafenstadt Lagos. Die staatliche Fluglinie Nigeria Airways ist bankrott, jedoch gibt es zahlreiche private Fluglinien für den Inlandsverkehr. Wasserwege belaufen sich auf 8.575 km. Überseehäfen finden sich in Lagos, Calabar, Warri und Port Harcourt. Ölhäfen sind Bonny und Buruti. Hauptstadt ist Abuja.

Auf 1.000 Einwohner kommen 66 Fernseher, 3,8 Telefone, 6,1 PCs und 0,01 Internetzugänge. 25 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von rund 1,7 Mio. Stück existieren in Nigeria. Seit Mitte der 1990er Jahre entstand ein Telekommunikationsboom im Mobilfunkbereich mit stetig wachsender Zahl an Mobiltelefonen. Drei Netzbetreiber haben eine zunehmende Flächendeckung und Roamingverträge mit allen wichtigen europäischen Netzen.

Wirtschaft

· Pro-Kopf-Einkommen im Jahr (BSP): 250 Euro

· Ausfuhrgüter: Erdöl (größter Exporteur Afrikas und 5.größtes Erdölvorkommen weltweit), Kakao, Gummi

· Einfuhrgüter: Konsumgüter, Maschinen, Transportmittel, chemische Produkte, Rohmaterialien, Nahrungsmittel und Lebendvieh

· Industrie: Erdölraffination, Bergbau, Nahrungsmittelverarbeitung, Gummi, Eisen und Stahl, Kraftfahrzeuge, Zigaretten, pharmazeutische Produkte, Zellstoff und Papier, Felle und Häute, Textilien, Schuhe, Zement, chemische Produkte, Düngemittel

· Rohstoffe: Agrar-/Forstsektor: Kakao, Kaffee, Erdnüsse, Palmkerne, Holz Mineralsektor: Erdl, Erdgas, kleinere Mengen anderer Mineralien

· Tourismus: Der Tourismus ist weitgehend zum Erliegen gekommen. 739.000 Besucher sorgten 1998 für Einnahmen von 118 Mio. Euro.

 

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