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Das auf der asiatischen Halbinsel Korea gelegene Nordkorea wurde am 9. September 1948 unter Kim Il Sung gegründet. Der offizielle Name ist Demokratische Volksrepublik Korea Im Norden grenzt es an China und Russland (8 km Grenze), im Süden an Südkorea. Nordkorea liegt mit seiner Westküste am Gelben Meer (koreanisch: Westmeer) und an der Bucht von Korea. Im Osten des Landes liegt das Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer).

Das Landesinnere ist wegen seines gebirgigen Charakters nur dünn besiedelt. Der höchste Berg ist der Paektu-san mit 2.744 m Höhe. Die Bevölkerung konzentriert sich auf die Küstenregionen im Westen und Osten des Landes. Im Herbst ist das Land gelegentlich von Taifunen betroffen. Die Hauptstadt Pjöngjang liegt im Westen des Landes und hat ca. 2,7 Mio. Einwohner.

Bevölkerung

Nord Korea hat 22,17 Mio. Einwohner. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer beträgt 60 Jahre, die der Frauen 66 Jahre. Durch die immer wieder auftretenden Hungersnöte und die schlechte medizinische Versorgung hat sich die Lebenserwartung jedoch deutlich reduziert.

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation, insbesondere der schlechten Nahrungsmittelversorgung, sind in den letzten Jahren viele Nordkoreaner nach China geflüchtet. Es wird vermutet, dass sich zwischen 50.000 und 300.000 nordkoreanische Flüchtlinge in China aufhalten. China schiebt jedoch Flüchtlinge aus Nordkorea ab, sodass diese zurück nach Nordkorea müssen. Angaben von Amnesty International zufolge werden Flüchtlinge, die von der chinesischen Grenze zurück kommen, in Nordkorea als Landesverräter angesehen, gefoltert und hingerichtet.

Es wurde wiederholt berichtet, dass die Einwohner von der Regierung in die drei Klassen 1. „Genossen“, d. h. loyale Personen, 2. „schwankende Personen“, und 3. „feindlich gesinnte Personen“ eingeteilt sind. Die Klassenzugehörigkeit beeinflusst den Zugang zu Ausbildung, Beruf und auch zu von der Regierung verteilten Gütern wie z. B. Lebensmitteln. Man schätzt, dass etwa ein Viertel der Bevölkerung zu der Klasse der feindlich Gesinnten gehören.

Offiziell ist Nordkorea ein atheistischer Staat, die traditionellen Religionen sind überwiegend der Buddhismus und der Konfuzianismus.

Nord Korea ist als Folge des Zweiten Weltkriegs und des Koreakriegs entstanden. Kurz vor Ende des Krieges in der Pazifikregion hatten die USA und die UdSSR das von den Japanern besetzte Korea am 38. Breitengrad in Besatzungszonen aufgeteilt. Im Ergebnis wurde die koreanische Halbinsel in einen von den USA unterstützten südlichen und in einen von der Republik China unterstützten nördlichen Staat geteilt. In Südkorea bildete sich unter Syngman Rhee am 15. August 1948 die Republik Korea. In Nordkorea errichtete die Kommunistische Partei unter ihrem Parteivorsitzenden Kim Il Sung eine Volksrepublik nach realsozialistischem Muster, die am 9. September 1948 ausgerufen wird. Der Ostblock, unter anderem auch die DDR, unterstützte Nordkorea mit Entwicklungshilfe. Unter Kim Il Sung, getauft und christlich erzogen, wurden 260 Kirchen niedergewalzt und 2.300 christliche Gemeinden ausgelöscht, die Ausübung des christlichen Glaubens verboten. Nordkoreanische Truppen überschritten am 25. Juni 1950 den 38. Breitengrad und griffen den Süden an. Damit begann der bis 1953 währende Koreakrieg.

Kim Il Sung blieb unumschränkter Herrscher bis zu seinem Tod 1994. Der für das Land keinerlei wirtschaftliche Entwicklung bringende Charakter seiner Herrschaft wurde durch die Tatsache unterstrichen, dass sein Sohn Kim Jong Il seither in unveränderter Weise über das Land herrscht. Wer sich nicht vor der Statue des "Gott-Königs" Kil Il Sung verneigt und sie nicht mit Blumen ehrt, wird bestraft. In 25 Gefangenenlagern verbüßen schätzungsweise 200.000 politische Gefangene lebenslängliche Haftstrafen, weil sie angeblich ihren Führer beleidigt haben. Sie werden gezwungen, täglich bis zu 18 Stunden zu arbeiten und damit 40 % des Sozialproduktes zu erwirtschaften. Ein großer Teil dieser Produkte wird auch nach Westeuropa exportiert: Vasen, Kiunstblumen, Textilien, Tischtücher.

Die südkoreanische Initiative zur Annäherung der beiden koreanischen Staaten führte im Jahr 2000 zu einem ersten Gipfeltreffen der beiden Staatsführer. Im Anschluss waren kurzfristig Besuche von seit Jahrzehnten durch die koreanische Teilung getrennt lebenden Familienangehörigen möglich. Eine grundlegende Wandlung in Richtung auf die Einheit Koreas hat sich dadurch jedoch noch nicht ergeben.

Bedingt durch das Wirtschaftssystem, den Zusammenbruch der wirtschaftlichen Beziehung zur früheren Sowjetunion und auch durch Naturkatastrophen kam es im Verlauf der 1990er Jahre zu einer Hungersnot. In dieser Zeit sind nach vorsichtigen Schätzungen mindestens 220.000 Menschen verhungert. Andere Schätzungen gehen von 1 Mio. bis zu 3,5 Mio. Hungertoten aus.

Am 22. April 2004 kam es in der an der Grenze zur Volksrepublik China gelegenen Stadt Ryongchon zu einer großen Eisenbahn - Katastrophe. Nach ersten Berichten wurden bis zu 3.000 Menschen verletzt oder getötet

Nordkorea ist ein realsozialistischer Staat mit deutlichen Zügen des Personenkultes in der Herrschaftsstruktur. Die offizielle Doktrin ist die so genannte „Juche-Ideologie“, die die politische Abschottung und die wirtschaftliche Autarkie des Landes fordert (siehe auch: Autonomie, Isolationismus). Es gibt neben der kommunistischen Arbeiterpartei von Korea, die den Regierungsapparat dominiert, kleinere politische Parteien, die aber nicht in Opposition zu ihr stehen. Wie in jedem totalitären Staat, werden auch in Nordkorea politische Gegner zur Erhaltung der Stabilität der Machtverhältnisse des Landes verfolgt.

Es gibt zwar den Posten eines Regierungschefs, tatsächlich aber liegt die Macht bei Kim Jong Il, der zwar nominell nicht Präsident ist, dies bleibt seinem verstorbenen Vater Kim Il Sung vorbehalten, der 1998 zum „Ewigen Präsidenten“ erklärt wurde, aber Partei- und Armeechef ist. Er ist Träger verschiedener Spitzenämter im Machtapparat, davon sind die wichtigsten die Posten des Generalsekretärs der Arbeiterpartei von Korea, des Vorsitzenden der Nationalen Verteidigungskommission und der des Oberbefehlshabers der Koreanischen Volksarmee. Innerhalb des Landes wird er in der Öffentlichkeit mit „Geliebter Führer“ tituliert. In den deutschen Medien wird seine Position als „Machthaber“ (oder fälschlich als „Staatschef“) umschrieben.

Nordkoreas Verfassung von 1972 wurde 1992 und 1998 geändert. Dem Verfassungstext nach wird das Land theoretisch von einem Ministerpräsidenten und einem Zentralen Volkskommitee, das als wichtigstes Entscheidungsgremium firmiert, regiert.

Wie in realsozialistischen Staaten häufig der Fall, gilt das Parlament, die Oberste Volksversammlung, offiziell als höchstes Staatsorgan, so dass dessen Vorsitzender, der auch für die Beglaubigung auswärtiger Gesandten zuständig ist, als de facto Staatschef angesehen wird.

Die 687 Mitglieder der Obersten Volksversammlung werden für vier Jahre durch das Volk gewählt, da aber keine Gegenkandidaten vorgesehen sind, hat diese Wahl eher zeremoniellen Charakter. Das Parlament tritt zweimal jährlich für jeweils wenige Tage zusammen, es werden jedoch weitgehend lediglich vorher gefasste Beschlüsse der Arbeiterpartei ratifiziert. Für den Zeitraum zwischen den Sitzungstagen existiert ein Ausschuss mit legislativen Funktionen, der vom Parlament gewählt wird.

Die Bevölkerung leidet immer wieder an Hungersnöten, es mangelt an Konsumgütern und die Infrastruktur ist unzureichend. Das Gesundheitssystem des Landes ist ungenügend. Jedoch sei die Staatsführung laufend bemüht, diese Probleme in den Griff zu bekommen, wobei diese Bemühungen selten von Erfolg gekrönt sind, da der Fokus nordkoreanischer Politik auf die Wehrhaftigkeit gerichtet ist. Hauptsächlich arbeitet die Regierung daran, ihre Streitkräfte zur Kontrolle und zum Schutz des Volkes vor einer amerikanischen und südkoreanischen Bedrohung aufzurüsten, und die Bevölkerung wird auf Wehrhaftigkeit getrimmt. Dazu wird ein propagandistisch geprägtes Bedrohungsszenario gegenüber der Bevölkerung aufrechterhalten, welches von der stetig akuten Gefahr einer auswärtigen Aggression ausgeht. Die Streitkräfte dienen ebenfalls zur Unterdrückung des eigenen Volkes und zur Stabilisisierung des diktatorischen Regimes.

Im März 2000 kam es zu einem Staatsbesuch des damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae-Jung in Nordkorea. Vereinbart wurde damals auch die Öffnung einer Straße zwischen beiden Ländern, was im Februar 2003 geschah.

Atomwaffenkonflikt

1991 wurde erstmals ein Atomprogramm Nordkoreas vermutet. Im Zuge einer ohnehin geplanten Reorganisation amerikanischer Atomstreitkräfte zogen die USA ihre Waffen aus Südkorea zurück, was die nordsüdkoreanische Denuklearisierungserklärung von 1992 ermöglichte.

Ein Jahr später begann Nordkorea mit der Wiederaufarbeitung von Kernbrennstäben und erklärte seinen Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag. In drei Verhandlungsrunden konnten die USA das Einfrieren des nordkoreanischen Atomprogramms durch das Genfer-Rahmenabkommen erreichen, das am 13. August 1994 unterzeichnet wurde. Nordkorea wurde zur Stilllegung seines Atomwaffenprogramms verpflichtet und sollte dafür von den USA weniger atomwaffentaugliche Reaktoren, Energielieferungen, jährlich 500.000 t Erdöl, diplomatische Anerkennung und einen formalen Schutz vor Atomwaffenangriffen erhalten. Die Internationale Atomenergiebehörde überwachte seit Oktober 1994 wieder die Abrüstung Nordkoreas.

Am 22. Januar 1995 lockerten die USA die Handelsbeschränkungen. Am 18. April 1996 wurden die ersten „Vierer-Gespräche“ bestehend aus Nordkorea, Südkorea, USA und China zelebriert. Aus diesen Gesprächen resultierte am 5. August 1997 die Anerkennung des Waffenstillstandsabkommens von 1963. Weitere Verhandlungen scheiterten.

Am 31. August 1998 überflog eine koreanische Mittelstreckenrakete vom Typ „Godong-1“ Japan.

1999 inspizierten die USA die Atomanlagen von Yongbyon. Die vermutete Eignung zur Herstellung atomwaffenfähigen Materials wurde nicht bestätigt.

Im Jahr 2000, noch zu Zeiten der Regierung Clintons, zeichneten sich erste Entspannungserfolge ab. Besuche zwischen nord- und südkoreanischen Familien wurden gestattet, Nordkorea durfte am Asean Regional Forum teilnehmen, und Nord- und Südkorea nahmen gemeinsam als „Korea“ bei den XXVII. Olympischen Spielen in Sydney teil

Nordkorea verurteilte die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA. Am 28. desselben Monats stimmte Nordkorea der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zur Bekämpfung des Terrorismus zu.

Bei der Rede zur Lage der Nation von US-Präsident George W. Bush im Januar 2002 landete Nordkorea auf der Liste der „Schurkenstaaten“, der „Achse des Bösen“. Hierauf sah sich das kleine Land immens bedroht durch die USA. Bereits im Oktober 2001 hatte US-Präsident George W. Bush Nordkorea provoziert, Kim Jong Il als „Pygmäen“ beschimpft und die Absicht zum Sturz des Staatschefs geäußert.

Im Oktober 2002 gab Nordkorea zu, an einem Atomwaffenprogramm zu arbeiten und räumte somit eine ernstzunehmende Verletzung des mit den USA vereinbarten Abkommens ein, welches Nordkorea die Entwicklung und den Bau von Atomwaffen untersagt und im Gegenzug einen Angriff der USA verbot. Allerdings hatte US-Präsident George W. Bush diesen Vertrag schon kurz nach seinem Amtsantritt für irrelevant erklärt, da Nordkorea das Abkommen schon vorher stets verletzt habe.

2002/2003 nahm Nordkorea das Recht der Selbstverteidigung für sich in Anspruch, nachdem es wiederholte Angriffsdrohungen der USA gegeben hatte.

Im April 2003 fanden in Peking Gespräche zwischen den USA und Nordkorea statt, die einen Tag früher als geplant beendet wurden, nachdem die nordkoreanische Delegation offiziell erklärt haben soll, über Atomwaffen zu verfügen

Am 10. Februar 2005 erklärte Nordkorea erneut und diesmal öffentlich, funktionsfähige Atomwaffen zu besitzen. Gleichzeitig gab es seinen Rückzug aus den äSechs-Parteien-Gesprchen über die Beilegung des Atomstreites bekannt, an denen neben Nord- und Südkorea auch die Volksrepublik China, Russland, Japan und die USA teilgenommen hatten und drohte mit dem Ausbau seines Arsenals. Die staatliche Nachrichtenagentur Nordkoreas, KCNA, warf in der Verlautbarung den USA eine „Politik zur Isolierung und Erstickung“ vor und rechtfertigte den Atomwaffenbesitz als Mittel der Selbstverteidigung gegen die USA.

Die „Militär zuerst“-Politik Songun ist der vorherrschende Polit-Slogan Nordkoreas. Es ist eine Art Verteidigungsparole Nordkoreas gegen die Drohkulisse Washingtons.

„Der Schutz der revolutionären Führung um jeden Preis ist der höchste Patriotismus und die erste Priorität unseres Militärs und des Volkes“, hieß es nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap in einem Leitartikel der offiziellen Zeitung Rodong Shinmun.

Das Beispiel Irak zeigte, dass ein spätes Einlenken Saddam Husseins nicht einen militärischen Angriff der USA verhindern konnte. Nordkorea hat sich daher auf eine aggressive Drohgebärde, Aufrüstung mit Atomwaffen zur Abschreckung eines befürchteten Angriffes festgelegt. Nach neuesten Meldungungen des japanischen Geheimdienstes steht der erste Test einer nordkoreanischen Atomwaffe kurz bevor.

 

 

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