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Seoul Hauptstadt Südkoreas. Von 1394 bis zur Teilung des Landes 1948 war sie die Hauptstadt des ganzen Koreas. Seoul hat 10.349.291 Einwohner in der eigentlichen Stadt und 21.545.457 in der Agglomeration (Stand jeweils 1. Januar 2005). 43 Prozent aller Südkoreaner leben in Seoul oder dessen Satellitenstädten.

Seoul ist die größte Stadt sowie Handels-, Industrie- und Kulturzentrum Südkoreas. Die Stadt war 1988 Gastgeber der Olympischen Sommerspiele und 2002 eine der Austragungsstätten der Fußballweltmeisterschaft.

Die Stadt liegt im nordwestlichen Teil des Landes in Grenznähe zu Nordkorea am Unterlauf des Flusses Hangang durchschnittlich 87 Meter über dem Meeresspiegel.

Seoul wird von zahlreichen Bergen umgeben. Der Berg Bukhansan befindet sich im Norden der Stadt. In den umliegenden Tälern liegen viele kleine Dörfer und alte buddhistische Klöster. Im Süden von Seoul befindet sich der Berg Gwanaksan als wichtiges Naherholungsgebiet.

56 Kilometer nördlich von Seoul liegt Panmunjeom. In dem Ort wurde am 27. Juli 1953 das Waffenstillstandsabkommen zwischen Nord- und Südkorea unterzeichnet

Klima

Seoul befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die heißeste Zeit des Jahres ist die Regenzeit von Juli bis August. Von Dezember bis Januar ist es am kältesten und überwiegend trocken.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 11,8 Grad und die jährliche Niederschlagsmenge 1.373 Millimeter. Der wärmste Monat ist der August mit durchschnittlich 25,4 Grad Celsius, der kälteste der Januar mit -3,4 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Juli mit durchschnittlich 369 Millimeter, der wenigste im Januar mit 23 Millimeter im Mittel.

Etwa 4000 v. Chr. siedelten sich erstmals Menschen in der Gegend des heutigen Seoul an. Die Geschichte von Seoul als Hauptstadt kann bis 18 v. Chr. zurückverfolgt werden. In diesem Jahr baute das neugegründete Königreich Baekje hier seine Hauptstadt Hanyang gelegen direkt am Fluss Han.

Zu der Zeit, während die drei Reiche um Vorherrschaft auf der koreanischen Halbinsel kämpften, glaubte man, wer Seoul unter Kontrolle habe, könne die ganze Halbinsel kontrollieren. Aus diesem Grund hat im 11. Jahrhundert der Herrscher der Goryeo-Dynastie einen Palast in Seoul gebaut, der Stadt, die südliche Hauptstadt genannt wurde.

Am 28. Oktober 1394 wurde Hanyang zur Hauptstadt Koreas ernannt und von dem neuen Herrscher der Joseon-Dynastie in Hanseong  umbenannt. Während der japanischen Besetzung lautete der Name Gyeongseong Kēejōo auf Japanisch. Seoul ist auf koreanisch auch die Bezeichnung für Hauptstadt. Es gibt daher kein Hanja, das Seoul bedeutet. Das Schriftzeichen gyeong (?) welches Hauptort bedeutet, wird aber häufig auf Landkarten und Schildern verwendet.

Ursprünglich war die ganze Stadt von einer massiven etwa sechs Meter hohen Schutzmauer umgeben. Diese Umfriedung diente zur Sicherheit der Bürger vor wilden Tieren wie dem Tiger. Der sibirische Tiger war einst in Korea weit verbreitet. Die Mauer schützte auch vor Dieben, Vagabunden und Angriffen. Die Mauer steht heute nur noch teilweise auf Hügeln im Norden und im Süden der Stadt. Die Stadttore sind hingegen erhalten. Zwei der Tore, Sungnyemun (häufig Namdaemun genannt) und Dongdaemun, sind weitläufig bekannt. Während der Joseon-Dynastie wurde jedes Tor täglich geöffnet und geschlossen. Eine laute Glocke wurde geläutet um dies zu signalisieren.

Im Koreakrieg (1950-1953) wurde die Stadt mehrfach von nordkoreanische Truppen eingenommen und wieder zurück erobert. Nach dem Krieg und der Spaltung Koreas wurde Seoul die Hauptstadt üSdkoreas.

Am 18. Januar 2005 gab der Bürgermeister von Seoul, Lee Myung-bak, bekannt, dass die Stadt nach einem Beschluss der Stadtregierung auf Chinesisch Shou'er heißen solle, da die Bezeichnung Hancheng als "chinesische Stadt" interpretiert werden könne und Shou'er phonetisch dem koreanischen Namen Seoul ähnlicher sei.

Die Hauptstadt durchlebte nach dem Koreakrieg (1950-1953) bis in die Gegenwart einen raschen Modernisierungsprozess. Hierzu zählen der rasante Wandel von der vormodernen zur industriellen Gesellschaft und das schnelle Wirtschaftswachstum.

Seoul beherbergt heute eine Vielzahl an Industriebetrieben. Wichtigste Industrieerzeugnisse der Stadt sind chemische Produkte, Textilien, Kleidung, elektrische und elektronische Geräte, Maschinen und Druckerzeugnisse. Der Fremdenverkehr ist ebenfalls von wirtschaftlicher Bedeutung.

Die Stadt besitzt mit Incheon am Gelben Meer einen großen Hafen für die Ein- und Ausfuhr industrieller Güter. In der landwirtschaftlich genutzten Umgebung von Seoul werden Soja, aber auch Hirse und Weizen angepflanzt.

Auf Grund erfolgreicher Dezentralisierungspolitik hat Seoul seine schon in japanischer Kolonialzeit herausgebildete Stellung als bedeutendster Industriestandort des Landes verloren, im Bereich der privaten Leitungsfunktionen seine Vorrangstellung jedoch unverändert beibehalten.

So befinden sich fast alle Institutionen mit den höchsten staatlichen und privatwirtschaftlichen Verwaltungs-, Planungs- und Kontrollbefugnissen sowie deren Beschäftigte in der Hauptstadt. Auch fast alle großen Konzerne, Banken, Handelsunternehmen und Versicherungsgesellschaften Südkoreas haben ihren Hauptsitz in Seoul wo sie fast hundert Prozent ihrer Umsätze erzielen.

 

 

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