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Die Republik Singapur ist ein Inselstaat in Südostasien.

Namensherkunft

Der Name Singapur enstammt der Malaiischen Sprache und setzt sich zusammen aus Singha ("Löwe") und Pura ("Stadt"), also Löwenstadt.

Bei der Besiedlung im 7./8. Jahrhundert bekam das damalige Fürstentum zunächst den Namen Temasek ("Stadt am Meer"). Die Legende berichtet, dass dieses jedoch bald in "Löwenstadt" umbenannt wurde. Anlass dafür soll eine Erscheinung in Form eines löwenähnlichen Meeresungeheurs gewesen sein. "Merlion", das Wahrzeichen des Stadtstaates, hat hier seine Ursprünge.

Die mehrheitlich chinesisch-stämmige Bevölkerung nennt die Stadt jedoch Xīinjiāapōo , was keine tiefe Bedeutung hat, sondern eine einfache Umschreibung des malaiischen Namens ist.

Geschichte

Die ersten Aufzeichnungen Singapurs stammen aus chinesischen Texten des 3. Jahrhunderts. Die Insel diente als Außenposten des auf Sumatra beheimateten Srivijaya-Reiches. Ursprünglich trug Singapur den javanischen Namen Temasek. Nachdem Temasek anfangs zu einer bedeutenden Handelststadt aufstieg, verlor es bald wieder an Bedeutung. So kommt es, dass außer ein paar archäologischen Spuren kaum mehr etwas aus jener Zeit erhalten ist.

Politik

Singapur ist eine parlamentarische Republik nach dem Westminster-System ähnlich Großbritannien. Das Staatsoberhaupt ist der Präsident, der mit Veto-Rechten in einigen Schlüsselbereichen ausgestattet ist und die obersten Richter benennt.

Die Legislative ist das Parlament, und die Exekutive wird durch das Kabinett gebildet, welches vom Premierminister als Regierungsoberhaupt geleitet wird.

Die Politik Singapurs wurde seit der Unabhängigkeit 1965 von der People's Action Party (PAP) dominiert. Von Kritikern wird Singapur daher teils auch als Einparteienstaat eingeordnet, und der PAP werden teilweise rigide Handlungen gegen die Oppostitionsparteien vorgeworfen. Dabei soll die PAP teils manipulierend einwirken oder durch zivilrechtliche Klagen (Verleumdung) unliebsame Gegner aus dem Weg schaffen. Auch das strikte Mehrheitswahlrecht trägt zur dominanten Stellung der PAP bei.

Ebenso behaupten Kritiker, dass Singapurs Gerichte auf Seiten der Regierung stehen würden, auch wenn einige Verfahren von der Opposition gewonnen wurden. Westliche Demokratien betrachten Singapurs Regierungsform daher manchmal dem Autoritarismus näher als einer Demokratie im westlichen Sinne.

Trotz dieser Vorwürfe hat Singapur das, was viele eine sehr erfolgreiche und transparente Marktwirtschaft nennen. Die Politik der PAP beinhaltet sozialistische Aspekte, wie z.B. ein großangelegtes öffentliches Wohnraumprogramm, und eine Dominanz staatlicher Unternehmen in der lokalen Wirtschaft. Die PAP wies westliche demokratische Werte durchgehend zurück. Der frühere Premierminister Lee Kuan Yew zitierte in diesem Zusammenhang die Inkompatibilitäten westlicher Demokratien mit "asiatischen Werten". In jüngerer Vergangenheit lockerte die PAP einige Teile ihrer gesellschaftlich konservativen Politik und unterstützt unternehmerische Einstellungen.

Das Zusammenspiel aus konfuzianisch orientierter, staatlich-öffentlich kommunizierter Ethik, strengen Gesetzen, einem hohen Grad an Überwachung, geringer Korruption und hoher Transparenz ließ eine Gesellschaft entstehen, die eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt hat.

Für Touristen ist Singapur vorwiegend Stop-Over-Ziel. Dennoch bietet diese Stadt zahlreiche Attraktionen, die man besuchen kann:

· Jurong Bird Park, ein Vogelpark
· Mohamed Sultan Road, eine für das Nachtleben bekannte Straße
· Geylang District, das einzige Rotlichtviertel von Singapur, in dem legal der Prostitution nachgegangen werden kann
· Zoo und Night Safari
· Botanischer Garten mit Orchideensammlung
· Den Financial District
· Boat und Clarke Quay am Singapore River
· Singapore Art Museum
· Sentosa, eine Freizeitinsel
· Arab Street
· Chinatown
· The Raffles Hotel und Raffles City
· Marina underpass
· Suntec City
· Der East Coast Park mit seinen sehr empfehlenswerten Foodcourts
· Einkaufszentren an der Orchard Road, vor allem nennenswert sind:
· Ngee Ann City (Orchard Road 391A)
· The Heeren
· Paragon
· Wisma Atria
· Cathay Cine Leisure
· Sim Lim Square - ein sechsstöckiges Einkaufszentrum in der Nähe von Little India, mit mehreren hundert kleinen Elektronik- und PC-Händlern
· Lau Pa Sat Festival Market zwischen Robinson Road und Raffles Quay. Dort kann man auf Holzkohle zubereitete Spieße marinierten Fleisches kaufen, die Spezialität Satay
· Little India nahe der Serangoon Road (MRT-Station Bugis) sowie in der Nähe Kampong Glam, das Malaiische Viertel
· Wahrzeichen Singapurs sind der Merlion und das Esplanade, ein 2002 eröffnetes Kulturzentrum in Form einer Stinkfrucht, deswegen in Singapur besser bekannt unter den Namen Durian.
· Die Insel Pulau Ubin nordwestlich der Hauptinsel Singapurs ist im Gegensatz zum restlichen Singapur noch beinahe komplett unbebaut und naturbelassen. Die kleine Insel wird häufig von Einheimischen für Wochenendausflüge und Fahrradtouren in die Natur aufgesucht.

Aufgrund der englischen Kolonialvergangenheit herrscht Linksverkehr. Es bestehen 2 Landverbindungen mit Malaysia. Der Causeway im Norden, eröffnet in den 1920er Jahren, verbindet Woodlands (Singapur) mit Johor Bahru (Malaysia) mit einer Straßen und Bahnverbindung. Außerdem ist sie die Hauptverbindung für die Wasserversorgung Singapurs. Eine zweite Verbindung besteht über eine Brücke im Westen Singapurs, welche 1996 fertiggestellt wurde. Sie verbindet Tuas (Singapur) mit Gelang Patah (Malaysia).

Es gab Überlegungen, den Kanal der Singapur von Malaysia trennt, aufzuschütten und so die Insel mit dem Festland zu verbinden. Dieser Plan wurde aber aufgrund von Grenzproblemen aufgegeben. Singapur hätte die Hauptkosten getragen, Malaysia bestand allerdings auf der Beibehaltung der heutigen Grenzziehung in der Mitte des Kanals.

Singapur hat ein gut ausgebautes U-Bahn-Netz, genannt MRT (Mass Rapid Transit) betrieben von der SMRT Corp.

Im Osten des Stadtstaates befindet sich der internationale Flughafen, der von 64 internationalen Fluglinien angeflogen wird. Der Changi Airport besteht derzeit aus zwei Terminals. Ein drittes Terminal befindet sich bis 2006 im Bau. Eine Verbindung der Terminals wird mit einer Einschienenbahn sichergestellt. In Terminal 2 befindet sich die MRT-Haltestelle, mit der man preisgünstig in die Innenstadt kommt.

Es existiert des Weiteren eine eingleisige Eisenbahnverbindung (nichtelektrifiziert) mit Malaysia, betrieben von der KTM (Keretapi Tanah Melayu). Der Hauptbahnhof Singapurs befindet sich im südlichen Teil der Insel. Die gesamte Eisenbahnanlage ist exteritorrial, d. h. Eigentum Malaysias. Daher passiert man die malayische Grenzkontrolle kurz vor dem Einsteigen des Zuges und reist nach Malaysia ein, verlässt aber erst beim Erreichen der singapurischen Grenzkontrolle am Causeway den Stadtstaat. Fahrtdauer Singapur Hbf nach Kuala Lumpur Sentral ca. 7 Stunden. Durchschnittliche Zuggeschwindigkeit 40-60 km/h. Malaysia hatte die Absicht, diese Verbindung auf zwei Gleise zu erweitern, sowie zu elektrifizieren, sodass Schnellzüge darauf fahren können. Der neue malaiische Ministerpräsident hat diese Pläne erst einmal gestoppt.

Das Nahverkehrs-Bus-System ist ausgezeichnet. Es gibt keinen festen Fahrplan, sondern es wird an den Haltestellen die durchschnittliche Taktrate (z.B. 10 Minuten), wann der nächste Bus verbeifährt, angegeben. Die Haltestellen stehen im Abstand von wenigen hundert Metern auseinander. Sie werden nur bei Bedarf angefahren, d.h. dem Busfahrer muss von der Straße aus ein Signal (Handbewegung nach unten) gegeben werden.

Es gibt klimatisierte wie auch noch nichtklimatisierte Busse, diese sind im Fahrpreis geringfügig günstiger. Bezahlung per Bargeld muss passend sein, es wird kein Wechselgeld herausgegeben. Sehr bequem ist die Bezahlung mit der EZ-link-Karte.

Taxis sind weit verbreitet und äußerst günstig. Allerdings kommt es zu starken Engpässen während der Rush-Hour, Samstags und bei Regen.

Der Besitz eines Privat-Pkws ist sehr teuer (ein einfacher Kleinwagen kostet, einschließlich aller Gebühren, ca. 150% mehr als auf dem europäischen Markt), so dass nur vermögende Singapurer einen besitzen. Regelmäßig entscheidet die staatliche Land Transport Authority (LTA) über die Erteilung von Lizenzen, die in einem Bieterverfahren ersteigert werden können. Dies ist ein wirksames Instrument, um die Anzahl von Pkw in Singapur zu begrenzen. Eine Lizenz hat eine Gültigkeit von zehn Jahren und ist an das Kfz gebunden.

Eine am 17. Februar 1974 eröffnete Seilbahn (Cablecar) verbindet die Touristen-Insel Sentosa im Süden mit Mount Faber auf der Hauptinsel. Eine Zwischenstation befindet sich auf dem World Trade Center im Hafen der Stadt. Sie ist täglich von 8:30 bis 21:00 Uhr in Betrieb.

Der Hafen Singapurs ist einer der geschäftigsten der Welt und rangiert an zweiter Stelle der weltweit bedeutendsten Umschlagplätze für Container.

Rechtliches

Die Gesetze sind oft sehr streng. Ein englisches Sprichwort sagt, "Singapore is a 'fine' city" ("fine" hat die Bedeutung 'schön', aber auch 'Geldstrafe')

· Der Verkauf von Kaugummi war von 1992 bis Mai 2004 absolut verboten. Grund hierfür war, dass Jugendliche mit Kaugummi die Sensoren der MRT-Türen blockierten, was Störungen im Betriebsablauf des Metro-Systems zur Folge hatte. Mittlerweile ist der Verkauf von Kaugummi zwar gestattet, jedoch weiterhin stark eingeschränkt. Der Käufer muss ein Arztrezept und seinen Personalausweis vorzeigen. Falls der Apotheker es versäumt, den Namen des Käufers aufzuzeichnen, kann gegen ihn eine Geldstrafe von 3.000 SGD verhängt werden. Über die Gründe für die Aufhebung gibt es verschiedene Meinungen. Einige Quellen besagen, die Aufhebung des Kaugummiverbots ist dem Ergebnis einer Untersuchung zu verdanken, welche herausfand, dass die Zähne der Singapurer wegen des Verbots eher schlecht sind. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass für effektive Anti-Raucherkampagnen auch der Verkauf von Nikotinkaugummis ermöglicht werden musste. Auf Druck von Wrigleys wurden auch andere zuckerfreie und "der Gesundheit dienliche" Kaugummisorten freigegeben.

· Hohe Geld- und Sozialarbeitsstrafen werden gegen Personen verhängt, die Müll (auch Zigarettenkippen) achtlos auf die Straße werfen.

· Autobesitz unterliegt ebenfalls Einschränkungen. Als Maßnahme der Regierung muss jeder potentielle Autokäufer zuerst eine Berechtigung (Certificate of Entitlement, COE) ersteigern (Kosten um die 30.000 SGD für 10 Jahre). Außerdem darf ein Auto maximal 10 Jahre alt sein; danach muss es entweder verschrottet oder exportiert werden.

· Essen, Trinken, Rauchen sowie der Transport gefährlicher Güter oder der geruchsintensiven Durian-Früchte in öffentlichen Verkehrmitteln unterliegen hohen Strafen (500 bis 5.000 SGD).

· Vandalismus und Graffiti können Prügel mit dem Rohrstock zur Folge haben.

· Die Einfuhr von Tabakwaren ist verboten; damit soll die Kampagne gegen das Rauchen unterstützt werden.

· Es herrscht generelles Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, öffentlichen Verkehrsmitteln und Restaurants (Ausnahme: Bars und Discos) sowie in Personengruppen mit mehr als 5 Personen (z.B. Warteschlangen),

· Bei Einreise aus Malaysia gibt es keine Zollfreigrenze für im Ausland erworbene Waren. Bei Einreise aus Indonesien sind die Zollfreigrenzen gestaffelt, je nach dem, wie lange man (24/48/72 Stunden) Singapur verlassen hat.

· Bei Ausreise muss der Fahrzeugtank noch mindestens zu 75% gefüllt sein. Hintergrund für diese Vorschrift ist, dass in Malaysia der Kraftstoffpreis nur halb so hoch ist.

· Es herrscht eine für westliche Verhältnisse äußerst strenge Zensur:

· Einige ausländische Zeitungen und Magazine, wie das Asian Wall Street Journal und die Far Eastern Economic Review, sind in ihrer Verbreitung eingeschränkt. Zeitungen aus Malaysia sind verboten (umgekehrt in Malaysia).

· Pornographie ist verboten; die Darstellung von Sex und Nacktheit ist eingeschränkt, d.h. der Playboy und andere "Erwachsenenmagazine", wie das Cosmopolitan Magazine, sind verboten. Falls Sex und Nacktheit erlaubt sein soll, muss es zum Kontext passen. Filme, die Nacktheit, Sex oder übermäßige Gewalt zum Inhalt haben, erhalten normalerweise die Altersfreigabe Mature 18 (M18).

· Die Regierung zeigt jedoch Interesse daran, diese Beschränkungen aufzuweichen und hat daher kürzlich die Altersfreigabe M18 geschaffen, um für über 18jährige mehr Erwachsenenmaterial zugänglich zu machen. Es bleiben allerdings die bestehenden Freigaben NC16 ("No Children") und R21 ("Restricted") bestehen. Zu Altersfreigaben in Singapur siehe auch Veröffentlichung der 'Media Development Authority'

· Der Privatbesitz von Satellitenschüsseln ist untersagt. Internationale Sender (wie Deutsche Welle, BBC, CNN etc.) können nur über Kabel empfangen werden.

· Bestimmtes politisch sensitives Material ist verboten

· Schriften und Medien, die das Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen stören und religiöse Gefühle beleidigen, sind verboten.

· Die Vorschriften für Betäubungsmittel sind sehr streng. Jeder, der mit mehr als 15 g Heroin, 28 g Morphium oder 500 g Cannabis erwischt wird, muss mit der Todesstrafe rechnen. Von 1991 bis 2004 wurden 400 Menschen durch den Strang hingerichtet, hauptsächlich wegen Drogenhandels, -besitzes und -schmuggels. In Vergleich zur Bevölkerungsrate des Landes ist dies die höchste Hinrichtungsrate weltweit.

· Sexuelle Praktiken, die von der Regierung als "unnatürlich" angesehen werden, u. a. Oralsex und homosexuelle Praktiken, sind illegal.

Im Jahr 2003 hat das Censorship Review Committee empfohlen, das Verbot der Zeitschrift Cosmopolitan Magazine aufzuheben. Allerdings bleibt das Verbot für den Playboy bestehen, da die singapurische Gesellschaft noch nicht für die freizügigen Fotos bereit sei.

In den letzten Jahren hat die singapurische Regierung einige der strengen Gesetze gelockert. Beispielsweise wurde Bungee-Jumping legalisiert und die Filmzensur gelockert. Es gibt auch Zeichen, dass die Regierung in Betracht zieht, gesetzliche Einschränkungen der Sexualität zu lockern, mit dem Gedanken, die demographische Situation zu verbessern. Dies gilt im übrigen auch für Homosexuelle. In Singapur hat sich mittlerweile ebenso eine kleine "Szene" etabliert wie in anderen Großstädten Süd-Ost-Asiens. Zwar nicht in den Ausmaßen und der Offenheit wie etwa in Bangkok, jedoch ebenso stolz (als äußeres Zeichen mit wehender "Regenbogenfahne").

Es sei angemerkt, dass die strengen (und teilweise lächerlich wirkenden) Gesetze zum Teil nicht sehr rigoros angewendet werden. So ist zum Beispiel der Besitz von Pornografie verboten, es sind aber keine entsprechenden Kontrollen in Kraft, die dies durchsetzen.

 

 

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