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Die Republik Sudan ist ein Staat in Nordost-Afrika, der am Roten Meer liegt und an Ägypten, Libyen, den Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, Uganda, Kenia, Äthiopien und Eritrea grenzt. Der Sudan ist das flächengrößte Land Afrikas und Khartum ist seine Hauptstadt.
Ein Teil des Staates Sudan ist Teil der Großlandschaft Sudan.
Bevölkerung
Die Lebenserwartung beträgt bei Männern 54,2 Jahre und bei Frauen 58 Jahre. Das Bruttonationaleinkommen (BSP) pro Kopf beträgt 460 US-Dollar (2003).
Wichtigste Sprachen in Reihenfolge der Sprecherzahl: Arabisch, Nubisch Nuer-Dinka, Bedscha, Azande, Bari. Eine kleine Bevölkerungsgruppe spricht Ndogo.
Der Islam ist in Sudan Staatsreligion. Ungefähr 70 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, ca. 15 % Christen (davon ca. 10% Katholiken) und ca. 15 % Animisten. Die Nichtmuslime leben hauptsächlich im Süden des Landes. Zwischen ihnen und den Muslimen gibt es seit Jahrzehnten einen blutigen Bürgerkrieg. Derzeit findet ein Friedensprozess statt, um den Krieg zu beenden.
Der Sudan ist seit dem 1. Januar 1956 eine unabhängige Republik mit einer demokratischen Verfassung, de facto aber von 1958–1964 und seit 1989 eine äMilitrdiktatur mit Präsidialcharakter. Der ehemalige Staatsideologe Hassan al-Turabi war Vorsitzender des sudanesischen Zweiges der Muslimbruderschaft.
Osama Bin Laden Aufenthalt
Nachdem Osama Bin Laden 1992 in Saudi-Arabien zur persona non grata erklärt worden war – 1994 wurde ihm die saudische Staatsbürgerschaft entzogen –, reiste er in den Sudan. Dort plante er den weiteren internationalen Aufbau und die Vernetzung der terroristischen Vereinigung Al-Qaida. Er fand Anhänger in Somalia, Algerien, Marokko, Pakistan und anderen Staaten. Außerdem baute er Kontakte nach Europa und in die USA auf. Im Sudan heiratete er auch die Nichte Hassan al-Turabis. 1996 wurde er jedoch des Landes verwiesen und reiste nach Afghanistan weiter.
Seit etwa 1955 herrscht im Süd-Sudan Bürgerkrieg um dessen Unabhängigkeit/Selbstbestimmung. Dieser Konflikt beherrscht die Innenpolitik wesentlich, da dadurch wertvolle Ressourcen gebunden werden, die der weiteren Entwicklung des Landes fehlen. Im Juni 2002 wurden, unter Mitwirkung des UN-Sonderbeauftragten John C. Danforth, in Machakos (Kenia) zwischen der Regierung und der Sudanese People's Liberation Movement/Army (SPLM/A) Friedensverhandlungen aufgenommen, welche auch tatsächlich Teilerfolge erzielen konnten. So einigte man sich unter anderem darauf, dem Süden für eine Dauer von 6 Jahren ein Selbstbestimmungsrecht einzuräumen und anschließend ein Referendum durchzuführen. Eine der Ursachen für den Krieg ist der Erdölreichtum verschiedener Südprovinzen. Die chinesischen Bemühungen Erdöl aus Afrika zu erhalten, fokussieren sich auf den Sudan.
Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle die Sklaverei im Sudan. Sie hat in dieser Region eine lange Tradition und betrifft die schwarze, meist christliche Bevölkerung des Südens, die von arabisch-muslimischen Nomaden, die als Paramilitärs von Khartum benutzt werden, versklavt und verkauft werden.
Der Konflikt in Darfur (Westsudan) ist schon sehr alt. Schon immer gab es zwischen den arabischen Nomaden und den sesshaften Afrikanern Streit um Ressourcen wie Land und Wasser. Im Februar 2003 eskalierte der Konflikt in der Region Darfur, nachdem afrikanische Milizen, die SLA (Sudanesische Befreiungsarmee) und die JEM (Justice and Equality Movement), staatliche Einrichtungen angegriffen hatten, um sich gegen die Marginalisierung durch Khartum zu wehren. Im April 2004 erinnerte Kofi Annan daran, dass ein UN-Vertreter die Gewalt in der Region als äethnische Suberung bezeichnete.
Inzwischen schlagen Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch Alarm. Der sudanesischen Regierung werden systematische Massaker gegen die aufständische Bevölkerung im Westen vorgeworfen, unter anderem durch Unterstützung der Dschandschawid-Reitermilizen. Zwar werden Vergleiche mit dem Genozid in Ruanda gezogen, dies ist jedoch nicht ganz treffend, da in Ruanda der Tatbestand des Genozids wesentlich offensichtlicher ist. Dennoch ist laut Human Rights Watch der Tatbestand der systematischen Vernichtung im Sudan nachzuweisen. Tausende Sudanesen starben bereits bei ethnischen Säuberungsaktionen, Hunderttausende wurden zur Flucht gezwungen. Dem Land droht eine Hungerkatastrophe.
Die internationale Hilfe war bis zum Jahr 2005 unzureichend, die internationale Gemeinschaft gespalten. Während etliche Staaten, darunter Großbritannien, die USA und Deutschland, die Regierung in Khartum teils scharf kritisieren, verhindern andere wie Russland und die VR China ein entschiedeneres Vorgehen. Dabei spielen auch wirtschaftliche Interessen, insbesondere Öl- Konzessionen, eine wichtige Rolle. Die Truppen der Afrikanischen Union können kaum helfen. Ihr Mandat war zunächst beschränkt auf den Schutz von Beobachtern. Sie sind in ihrer Mobilität abhängig von Ressourcen der Regierung, die sie dann durch das Vorenthalten von Flugbenzin für Hubschrauber ausschaltet.
Auf Grund der anhaltenden dramatischen Lage im Sudan hat am 22. April 2005 der Deutsche Bundestag einem Einsatz von Militärbeobachtern im Süden und Osten des Landes im Rahmen der UN-Mission UNMIS zugestimmt. Das Kontingent, besteht aus 75 unbewaffneten Militärbeobachtern und Stabspersonal. Die Einsatzkosten für die auf zunächst sechs Monate geplante Mission belaufen sich auf 1,3 Millionen Euro. Ziel ist es, die Umsetzung des Friedensabkommens zu überwachen, weshalb die Bundeswehr sich auf eine Mandatszeit von mehreren Jahren einrichtet.
Erstmals in der Geschichte Afrikas hat ab Ende Mai 2005 die NATO eingegriffen, nachdem die Afrikanische Union um logistische Unterstützung der Friedenstruppe in der sudanesischen Krisenregion Darfur gebeten hatte. NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer stellte aber klar, dass die Allianz keine Truppen in das Gebiet schicken werde. Vielmehr gehe es vorläufig um Planungskapazitäten und Logistik.
Der Süden des Landes verfügt über reichhaltige Bodenschätze, wie zum Beispiel Erdöl, Gold, Diamanten und Uran. Allein die Erdölvorkommen werden nach amerikanischen Schätzungen aus den neunziger Jahren auf rund 3 Milliarden Barrel beziffert. Bisher sind die meisten dieser Bodenschätze noch nicht erschlossen – teilweise sind sogar die Konzessionen noch nicht vergeben.
Beziehung mit China
Die Volksrepublik China ist der wichtigste ausländische Investor im Sudan. Mittlerweile deckt das afrikanische Land schätzungsweise acht Prozent der gesamten Öl - Importe Pekings. Trotz ständiger Menschenrechtsverletzungen verhindert China mit seinem Vetorecht im Uno - Sicherheitsrat internationale Sanktionen gegen Khartum.
Beziehung mit Deutschland
Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Sudan bewegen sich im untergeordneten Bereich, haben aber weiter an Intensität gewonnen. Das Handelsvolumen entspricht mit 150 Mio. EUR nicht dem eigentlichen Potenzial beider Länder. Da bislang noch keine Hermesdeckung der Bundesregierung für Auslandgeschäfte mit Sudan möglich ist, bleiben die Perspektiven für eine Ausweitung des bilateralen Handelsaustausches noch beschränkt. Großprojekte wie die Erweiterung des sudanesischen Telekomsektors sowie im Kraftwerksbau und im Luftfahrtbereich haben das Interesse deutscher Unternehmen geweckt, die sich an entsprechenden Ausschreibungen beteiligen. Im März 2004 wurde in Khartum ein deutscher Wirtschaftskreis gegründet, der als Ansprechpartner fungieren und den Austausch beider Seiten fördern soll.
Das bilaterale Handelsvolumen betrug im Jahr 2003 gut 150 Mio. Euro. Sudan exportierte Waren im Wert von 39,7 Mio. EUR nach Deutschland. Traditionelle Hauptexportgüter sind Baumwolle, Gummi Arabicum sowie in geringen Mengen Sesam, Nüsse und Häute.
Die sudanesischen Importe aus Deutschland umfassten im Jahr 2003 Waren im Wert von 111 Mio Euro, darunter hauptsächlich Maschinen und Ausrüstungen, sowie Fertigerzeugnisse, Chemikalien, Lebensmittel und Textilien.
20 deutsche Teilnehmer, haben sich im Januar 2004 erneut an der amtlich geförderten Internationalen Messe Khartum beteiligt. Deutschland gehört zu den wirtschaftlichen Wunschpartnern Sudans.
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