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Die in Ostasien gelegene Republik Korea, weitläufig Südkorea genannt, ist ein Staat auf der südlichen Hälfte der koreanischen Halbinsel. Im Norden grenzt es an Nordkorea, der sozialistischen Hälfte Koreas. Die beiden koreanischen Staaten hatten sich 1948 im aufkommenden Kalten Krieg gegründet, und die Teilung wurde mit dem folgenden Koreakrieg zementiert. Im Osten grenzt es an das Ostmeer (Japanisches Meer), im Süden liegt die Koreastraße und im Westen liegt das Gelbe Meer. Die Hauptstadt ist Seoul.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Korea im Jahre 1945 unfreiwillig aufgeteilt. Bis 1948 wurden die zwei Hälften von verschiedenen Regierungen verwaltet: ein kommunistisches Nordkorea und ein Südkorea, von den USA beeinflusst. Am 15. August 1948 kam es zur Staatsgründung Südkoreas. Im Juni 1950 drangen Truppen von Nordkorea in den Süden ein, was zum Koreakrieg führte. Die USA und die damals von Amerika dominierte UNO unterstützten den Süden, die UdSSR und China den Norden. Der Krieg endete im Jahr 1953 mit einer Patt Situation entlang dem 38. Breitengrad. Ein Waffenstillstand wurde unterzeichnet, und die koreanische Halbinsel mit einer entmilitarisierten Zone (DMZ) geteilt.
Noch vor dem Koreakrieg wurde 1948 Syngman Rhee durch Wahlen im Gebiet Südkoreas zum ersten Präsidenten Koreas gewählt. Er legte erst 1960 sein Amt nieder. Die darauf folgende Chang-Myon Regierung wurde 1961 durch General Park Chung-hee mit einem Staatsstreich entmachtet. 1963 wurde Park zum Präsidenten gewählt. Im Oktober 1979 wurde Park ermordet, und es folgte ein Übergangsregierung unter Kriegsrecht.
1980 wurde Chun Doo-hwan von einem Wahlgremium zum Präsidenten gewählt. Erst 1987 kam es zu einer Verfassungsänderung, nach der der Präsident wieder vom Volk gewählt werden sollte. Danach wurde General Roh Tae-woo und 1992 Kim Young-sam zum Präsidenten gewählt. Mit der Wahl des Vorsitzenden der grössten Oppositionspartei, Kim Dae-jungs, zum Präsidenten im Jahre 1997 war die erste friedliche Machtübergabe in der modernen Geschichte Koreas vollbracht.
Nach dem Koreakrieg konnte Südkorea sich in rasantem Tempo wirtschaftlich entwickeln. Dies wurde erreicht durch ein Zusammenspiel von Wirtschaft und gezielten Förderprogrammen der Regierung. Die Regierung war autokratisch und zivile Unruhen dominierten. Diese wurden immer wieder blutig niedergeschlagen, wie zum Beispiel im Gwangju-Massaker 1980.
Die Wiedervereinigung (Tongil) mit dem Norden bleibt politisch ein aktuelles Thema, aber ein Friedensvertrag wurde noch immer nicht unterzeichnet. Die Politik und auch das Leben in Südkorea werden zudem in grossem Mass von der Angst vor einer neuen Invasion Nordkoreas bestimmt. So ist es Südkoreanern gemäss des Nationalen Sicherheitsgesetzes nicht erlaubt, Kontakt nach Nordkorea aufzunehmen. Auch darf Nordkorea in der Öffentlichkeit nicht gelobt oder für Nordkorea geworben werden. Das aus deutscher Sicht prominenteste Opfer dieses Gesetzes wurde der deutsche Staatsbürger und Exilkoreaner Prof. Du-yul Song, der im November 2003 bei einer Vortragsreise verhaftet und im März 2004 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Inzwischen wurde dieses Urteil zu drei Jahren Gefängnis auf Bewährung revidiert. Eine Abschaffung des Gesetzes ist von Präsident Roh Moo-hyun angedacht, aber noch nicht durchgeführt.
Im Juni 2000 trafen sich die Regierungen von Nord und Süd offiziell. Dieses Treffen wird als Erfolg der Sonnenscheinpolitik des Südens betrachtet.
Im März 2004 wurde Präsident Roh Moo-hyun vom Parlament des Amtes enthoben. Als Übergangspräsident amtierte damalige Regierungschef Goh Kun. Dem Präsidenten wurde vorgeworfen, aus Wahlkampfgründen gegen das strenge Gebot der Neutralitätspflicht im Amt verstossen zu haben. Am 14. Mai 2004 hob das südkoreanische Verfassungsgericht die Amtsenthebung von Präsident Roh Moo-hyun auf. In der Begründung des Urteils hiess es, dass die zwei Monate zuvor im Parlament vorgebrachten Gründe für eine Amtsenthebung nicht ausreichten.
Politik
Das Staatsoberhaupt der koreanischen Republik ist der Präsident, der vom Volk gewählt wird. Der Präsident wird jeweils für fünf Jahre gewählt und kann nicht wiedergewählt werden. Er ist der höchste Vertreter der Republik und der Befehlshaber über die Armee. Der Premierminister wird vom Präsidenten ausgewählt. Er leitet die Regierung. Das Kabinett besteht aus mindestens 15, aber maximal 30 Mitgliedern und wird vom Präsidenten ernannt. Sowohl Premierminister als auch Kabinettsmitglieder müssen vom Parlament bestätigt werden.
Das südkoreanische Parlament hat eine Kammer und wird Gukhoe (Nationalversammlung) genannt. Die Parlamentarier werden für vier Jahre gewählt. Das Parlament besteht aus 299 Abgeordneten. Das System wurde im Jahr 2004 überholt.
Das dritte wichtige Organ im System Südkoreas ist das Verfassungsgericht. Es überwacht die Arbeit der Regierung und entscheidet im Falle von Misstrauensanträgen etc. Das Gericht besteht aus 9 obersten Richtern. Der Präsident ernennt 3 Richter für den höchsten Gerichtshof direkt, das Parlament bestimmt ebenfalls 3, muss diese aber vom Präsidenten bestätigen lassen. Der Vorsitzende des obersten Gerichtshofs ernennt die letzten 3 Richter.
Wirtschaft
Südkorea ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde.
Südkorea gilt als einer der vier Ostasiatischen Tigerstaaten. Noch vor etwa dreissig Jahren war das Bruttoinlandsprodukt des Agrarlands auf dem Niveau von armen Staaten in Afrika und Asien. Im Jahr 2003 war das Pro - Kopf - Bruttoinlandsprodukt Südkoreas mit 17.800 US$ etwa so groß wie das von Portugal. Im III. Quartal 2004 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent, nachdem im II. Quartal 2004 ein BIP-Wachstum von 5,5 Prozent verzeichnet worden war.
Dieses wirtschaftliche Wachstum wurde mit einem Bündnis von Wirtschaft und Regierung erreicht. Maßnahmen beinhalteten gerichtete Kredite, Importrestriktionen, Sponsoring von bestimmten Wirtschaftssektoren und Industrien, und einen enormen Aufwand von Seiten der Arbeiter. Der Import von Rohmaterialien wurde forciert, Investment wurde der Konsumation vorgezogen.
Die Asienkrise im Jahr 1997 hat die Schwachstellen des Wundermodells offenbart, unter anderem hohe Schulden / Eigenkapital - Verhältnisse, massive Überschuldung und Vernachlässigungen im Finanzsektor. Nach der Asienkrise fielen die Wachstumsraten der koreanischen Wirtschaft, aber sind noch immer wesentlich höher als in Europa oder den USA.
Seit dem in den 70 er - Jahren eintretenden Aufschwung konnten sich mehrere südkoreanische Firmen erfolgreich am Weltmarkt etablieren. Darunter fallen beispielsweise Samsung, Hyundai oder Daewoo. Daewoo allerdings überstand die Asienkrise nicht.
Die Bevölkerung Koreas gilt als die reinste in ethnischer und sprachlicher Hinsicht. Die einzige Minderheit ist eine kleine chinesische Gemeinschaft. Da Südkorea neben Japan die grosse Asienkrise (1997) am besten überstanden hat, ist eine grosse Zahl von Arbeitern aus anderen Teilen Asiens (Thailand, Philippinen und Indien) und auch aus Afrika nach Südkorea ausgewandert, um in den grossen Fabriken eine Arbeit zu finden. Durch die Beziehungen zu Amerika findet man mittlerweile eine grosse amerikanische Einwohnerschaft, die einen ganzen Stadtteil von Seoul namens Itaewon-dong prägt. Hier findet man unter anderem auch das „UN-Dorf“ neben vielen Botschaften und ausländischen Unternehmen.
Auf der anderen Seite wohnen viele Koreaner im Ausland, namentlich in der Volksrepublik China und Zentralasien. Josef Stalin sandte tausende von Koreanern dorthin. Als Folge der japanischen Kolonialzeit wohnt auch eine ansehnliche Anzahl von Koreanern in Japan. Politische, soziale und wirtschaftliche Unruhen in Südkorea haben dazu geführt, dass viele Koreaner in die USA und Kanada ausgewandert sind. Seitdem sich allerdings die Lage in Korea wieder stabilisiert hat, sind viele Koreaner (jetzt mit doppelter Staatsbürgerschaft) wieder zurück nach Korea gekommen.
Religion
51 % der Bevölkerung bekennen sich zu einer Konfession. Davon sind 46 % Buddhisten, 52 % Christen (39 % Protestanten und 13 % Katholiken), 1 % sind Konfuzianer und 1 % Sonstige. Viele Menschen nehmen Religion nicht so streng und feiern Feste von verschiedenen Religionen. Schamanische Riten sind immer noch weit verbreitet. Konfuzianische Werte dominieren gegenwärtig noch immer die meisten Aspekte des Koreanischen Alltags.
In Südkorea ist die koreanische Sprache offizielle Amts- und Schriftsprache. Die koreanische Sprache wird von einigen Sprachwissenschaftlern zu den Altaisprachen gezählt, von anderen als isolierte Sprache angesehen. Englisch wird als zweite Sprache von der Primarschule an gelehrt. Später werden auch Chinesisch oder Japanisch gelehrt. Die europäischen Sprachen Französisch, Deutsch und Spanisch werden auch gelehrt, sind aber allgemein weniger beliebt.
In letzter Zeit steigt das Interesse an Angeboten des Goethe-Institutes. Außerdem ist es unter Schulabgängern verbreitet, vor dem Studienbeginn eine Europareise zu unternehmen, was viele dazu bewegt, sich für das Lernen einer europäischen Sprache zu entscheiden.
Die koreanische Schrift Hangeul ist im Gegensatz zu den in Ostasien sonst üblichen Logogramm-Schriften eine echte Alphabet Schrift mit 51 Buchstaben, 24 einfache und 27 zusammengesetzte. Diese Buchstaben werden aber silbenweise zu Blöcken zusammengefasst, wodurch für nicht eingeweihte der Eindruck entstehen kann, sie wäre ähnlich komplex wie beispielsweise die chinesische Schrift. Tatsächlich lassen sich die Grundlagen aber innerhalb von vier bis fünf Stunden lernen, weshalb Hangeul teilweile auch als Atsim-Gul (Vormittags-Schrift, innerhalb eines Vormittags lernbar) genannt wird.
Von der Bedeutung etwa vergleichbar mit Latein in Europa sind die chinesischen Schriftzeichen, die in Korea Hanja genannt werden. Viele koreanische Wörter wurden aus dem Chinesischen übernommen und unterscheiden sich klanglich nicht, werden also auch in Hangeul gleich geschrieben; Die Bedeutung ergibt sich durch den Kontext. Zur Klarstellung wird deshalb in Fachtexten oft hinter wichtigen Wörtern das chinesische Schriftzeichen angegeben. Auch findet jeder koreanische Name seinen Ursprung im Hanja, daher werden auf Visitenkarten die 3 koreanischen Silben meist auch durch die 3 chinesischen Schriftzeichen erklärt.
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