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Bulgarien

Hepatitis A: Im Rahmen des gemeldeten Ausbruchs im Plovdiv's Stolipinovo-Distrikt (S) ist die Zahl der seit Juli registrierten Erkrankungen an dieser Form der oral übertragenen infektiösen Gelbsucht bis Anfang September auf 607 angestiegen. Betroffen sind vorwiegend Roma, die für präventive Maßnahmen schwer zugänglich sind; das gilt auch für die von der Regierung angebotene Impfkampagne. Die Infektionsquelle ist letztlich nicht bekannt, die Ausbreitung erfolgt offensichtlich über kontaminiertes Trinkwasser in den zum Teil unzureichend versorgten Quartieren. Hygiene beachten, Impfschutz empfohlen.


China

Bleivergiftung: Gesundheitsschädliche Umweltverschmutzungen sind in China nicht selten; bekannt werden sie in der Regel nur, wenn sie größere Ausmaße annehmen, wie z.B. die Benzolvergiftung des Songhua-Flusses im NO vor einem Jahr mit Trinkwasserproblemen für die gesamte Region bis zum Amur im benachbarten Russland. Jetzt berichten die Medien über Bleivergiftungen bei etwa 900 Menschen im Gebiet von Hui in der Gansu-Provinz (NW), die meisten sind Kinder, teilweise mit Dauerschäden. Verursacher ist eine Metallschmelze, die im Jahr etwa 5.000 t Blei produziert und die Abfälle völlig unsachgemäß entsorgte. Vor allem der Boden in der Umgebung der Industrieanlage war hochgradig kontaminiert. Die Region wird in der Regel nicht bereist. Ansonsten ist es ratsam, auf örtliche Warnhinweise zu achten, auch wenn sie aus nicht-offiziellen Quellen stammen.

Dengue: Nachdem die grippeähnliche, mückenübertragene Viruskrankheit seit langem in den südlichen Küstenregionen des Festlandes endemisch ist, gibt es sie seit Juli d.J. nunmehr auch auf Taiwan. Demgegenüber waren alle 20 Fälle, die in diesem Jahr in Hongkong diagnostiziert wurden, importiert. Schutz vor tag- und nachtaktiven Überträgermücken beachten.

Tollwut: Mit einem Tollwutrisiko vor allem durch infizierte Hunde ist nicht, wie früher angenommen, nur in den südlichen und westlichen Provinzen zu rechnen, sondern auch im Norden einschließlich der Hauptstadt Peking, wo es derzeit nach amtlichen Schätzungen etwa 100.000 streunende Hunde gibt. Auch aus Shanghai wurden in diesem Jahr steigende Fallzahlen gemeldet. Die Statistik weist für 2004 landesweit 2.660 menschliche Todesfälle aus. In den Provinzen Yunnan (S) und Shandong (NW) sind örtliche Behörden dazu übergegangen, alle Hunde - auch geimpfte - in einem 5-km-Radius um einen menschlichen Fall zu töten, was innerhalb und außerhalb Chinas heftige Proteste bei Tierschützern auslöste. Bei vorhersehbarem Risiko und bei längeren Aufenthalten ist für Reisende eine vorbeugende dringend Impfung zu empfehlen.


Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste)

Umweltverschmutzung: Der größte Giftmüllskandal, der bisher in Afrika bekannt wurde, hat Anfang September in Abidjan zu etwa 15.000 Erkrankungen mit mindestens 6 Todesfällen, darunter 4 Kinder, geführt. Symptome sind Atembeschwerden und Allgemeinerscheinungen. Als Ursache gilt eine Ladung von 400 t Ölabfällen aus einem niederländischen Unternehmen, die ein Schiff Mitte August im Hafen der Hauptstadt gelöscht hatte. Die Abfälle wurden auf 10 Deponien in dicht besiedelten Stadtvierteln gelagert. Nach ersten Ermittlungen handelt es sich um hochgiftige Schwefel- und Chlorverbindungen. Die betroffenen Viertel sollten gemieden werden.


Deutschland

Pilzvergiftung: Aufgrund günstiger Witterungsbedingungen gibt es auch in diesem Jahr wieder viele Wald- und Wiesenpilze. Entsprechend zahlreich sind die saisonalen Vergiftungen. Vor allem die norddeutschen Giftnotrufzentralen schlagen Alarm. Aktuell werden schwere Intoxikationen aus Kiel, Rostock und Berlin gemeldet. Inlandurlauber und Hobbysammler sollten sich von Einheimischen oder Sachverständigen beraten lassen.

Masern: Nach Abklingen des spektakulären Frühjahrsausbruchs im Rheinland melden die örtlichen Gesundheitsbehörden nach Ende der Schulferien einen neuen Cluster im Kreis Paderborn. 8 Erkrankungen und 3 Verdachtsfälle lassen sich auf zwei Herde in einer Paderborner Schule und einer Kindertagesstätte zurückführen. Ungeimpfte Kontaktpersonen werden unter häuslicher Quarantäne beobachtet. Als Indexfall gilt nach ersten Ermittlungen ein Kind, dass sich offenbar im Ausland infiziert hat. Impfschutz gegen Masern ist generell empfohlen. Inkubationsimpfungen sind nach den Empfehlungen der STIKO noch bis zum 3. Tag möglich.


Fidschi

Mumps: Die Zahl der Mumpserkrankungen bei Kindern ist innerhalb der letzten zwei Monate deutlich angestiegen. Besonders betroffen sind die Städte Suva auf Viti Levu und Labasa auf Vanua Levu sowie deren Umgebung. Reisende sollten auf Immunschutz achten. Nach dem deutschen Impfkalender sind 2 MMR-Impfungen für alle Kinder vorgesehen. Ein fehlender Impfschutz kann auch später jederzeit, z.B. anlässlich einer Reise, nachgeholt werden.


Frankreich

Trichinellose: Die Darm und Muskulatur befallende Wurmerkrankung hat in letzter Zeit zu mehreren Ausbrüchen unter Jägern sowie deren Angehörigen und Freunden geführt. Ursache war der Verzehr von unzureichend aufbereitetem Wildschweinfleisch. Das Fleisch wurde über eine Art privaten Netzwerks verteilt und gelangte nicht in den offiziellen Handel. Dabei wurden die Grundsätze der Hygiene ausgerechnet von dieser an sich gut informierten Gruppe häufig mißachtet. Die meisten Tiere wurden nicht der auch in Frankreich vorgeschriebenen tierärztlichen Trichinenschau unterzogen. Das Fleisch wurde teils roh, geräuchert oder gepökelt verzehrt bzw. nur im Mikrogrill unzureichend erhitzt. Trichinellose bei Wildschweinen ist in Frankreich - wie auch in anderen Ländern - nicht selten. Es ist ratsam, das Fleisch, speziell wenn es aus privaten Quellen stammt, vor dem Verzehr ausreichend zu erhitzen.

Muschelvergiftungen: Der Verkauf von Muscheln aus dem Bassin d'Arcachon an der französischen Westküste, dem bedeutendsten Aufzuchtgebiete für Austern, ist seit dem 31. August verboten, nachdem 2 Todesfälle mit dem Verzehr von Austern in Zusammenhang gebracht werden. Ob es sich ursächlich um eine Kontamination der Meeresfrüchte mit Bakterien, Algen oder Pilzen handelt, ist noch nicht bekannt. Reisende sollten vorübergehend auf den Genuss von Austern aus dieser Region verzichten.


Italien

Legionellose: Wie in jedem Jahr ist während der Sommersaison vor allem in den Mittelmeerländern mit einem erhöhten Krankheitsaufkommen dieser bakteriellen Erkrankung, die besonders bei älteren Menschen zu schweren Lungenentzündungen führen kann, zu rechnen. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion aus schlecht gewarteten Wasseranlagen im Inneren (z.B. Hotels, Schwimmbädern, Whirlpools) sowie im Freien (Springbrunnen, Kühltürme). Eine Häufung von 15 im Freien erworbenen Fällen wird zwischen Mitte Juli und Ende August aus Venedig gemeldet. Alle Betroffenen haben sich offensichtlich in der Innenstadt infiziert; die eigentliche Infektionsquelle wurde noch nicht ermittelt. Ältere und abwehrgeschwächte Personen sollten verdächtige Infektionsquellen in der Stadt meiden und bei Fieber sofort einen Arzt aufsuchen.


Kanada

West Nile-Fieber (WNF): Die grippeähnliche Viruskrankheit, die vor allem bei älteren und abwehrgeschwächten Menschen zu Hirnentzündungen führen kann, hat sich in den letzten Jahren in Nordamerika ausgebreitet. Mit einer Übertragung durch vorwiegend nachtaktive Mücken ist während der Sommermonate auch im S von Kanada zu rechnen. Schwerpunkte liegen dieses Jahr in Manitoba und Alberta. Mückenschutz beachten.

Milzbrand: Im Rahmen des größten Ausbruchs der Tierseuche, der jemals in Kanada beobachtet wurde, sind seit Juli d.J. mehr als 900 Farmtiere verendet. Betroffen ist die Provinz Saskatchewan sowie mit geringeren Fallzahlen die benachbarten Teile von Manitoba. Zwei menschliche Fälle von Hautmilzbrand(1 Farmer, 1 Tierarzt) wurden bisher beobachtet, beide sind inzwischen geheilt. Milzbrand kann zu bösartigen Geschwüren an Haut oder Darm mit schweren Allgemeinerscheinungen führen. Kranke oder verendete Tiere sollten nicht berührt werden, Fleisch muß vor dem Verzehr ausreichend gegart sein.


Nicaragua

Alkohol-Vergiftung: Mehr als 350 Menschen sind Anfang September in Leon (W) an akuten Alkoholvergiftungen erkrankt, 30 von ihnen sind verstorben. Ursache war ein örtlich illegal hergestellter Drink, der unter dem Namen "Guaron" lokal verkauft wurde und durch unsachgemäße Destillation oder Zusätze einen hohen Anteil von Methanol enthielt. Ereignisse dieser Art sind in tropischen Ländern häufig, in Industrieländern selten aber nicht ausgeschlossen. Bekannt werden sie in der Regel nur, wenn sie größere Dimensionen annehmen. Alkoholbrände aus obskuren Quellen bergen ein hohes Gesundheitsrisiko und sollten prinzipiell gemieden werden. Das gilt besonders für Touristen, die den Ehrgeiz haben, alles zu probieren was der örtliche Markt bietet.


Russland

Alkohol-Vergiftung: Mehr als 500 Menschen sind seit Ende August an akuten Alkohol-Vergiftungen erkrankt, 17 sind verstorben. Bei den zwei getrennten Ausbrüche in den Städten Stary Oskol (Belgorod-Region) und Rzhev (Tverstaya Oblast) handelt es sich nach bisherigen Ermittlungen um Alkohol, der mit diversen Desinfektions- und Vergällungsmitteln vermischt war. Ob auch ein höherer Gehalt an Methanol beteiligt war, ist noch nicht bekannt. Ereignisse dieser Art sind vor allem in tropischen Ländern häufig, kommen aber immer wieder auch in Industrieländern vor. Bekannt werden sie in der Regel nur, wenn sie größere Dimensionen annehmen. Nach offiziellen Angaben sterben allein in Rußland jährlich etwa 42.000 Menschen an derartigen Vergiftungen. Alkoholbrände aus obskuren Quellen bergen ein hohes Gesundheitsrisiko und sollten prinzipiell gemieden werden. Das gilt besonders für Touristen, die den Ehrgeiz haben, alles zu probieren was der örtliche Markt bietet.

Virusmeningitis: Eine Krankheitswelle von Hirnhautentzündungen durch Viren wird seit Ende Juli aus dem Süden der Khabarovsk-Region in russisch Fernost berichtet. Betroffen sind vorwiegend Kinder unter 14 Jahren. Schwerpunkte liegen in den beiden Städten Khabarovsk und Komsomol'sk-na-Amure am Unterlauf des Amur. Die Verläufe sind durchweg leicht. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, aber auch durch Nahrung und Trinkwasser. Hygiene beachten, Kontakt zu Kranken meiden.


Thailand

Leptospirose: Die weltweit vorkommende bakterielle Erkrankung mit ihren unterschiedlichen Organschäden führt in in tropischen Ländern während der Regenzeiten zu höheren Fallzahlen mit örtlichen und regionalen Ausbrüchen. In Thailand wurden in diesem Jahr schon 1.400 Erkrankungen bei der ländlichen Bevölkerung registriert. Einen aktuellen Ausbruch gibt es nach ausgedehnten Überschwemmungen in der Nan-Provinz (NO). Der Erreger wird von Ratten und anderen Nagetieren ausgeschieden, überlebt in Wasser oder feuchtem Erdreich und kann über kleine Hautverletzungen in den Menschen eindringen. Wird eine Exposition mit derart nagerverseuchten Feuchtbiotopen gemieden, besteht keine erhöhte Gefährdung für Reisende.


Türkei

Sicherheitsrisiko: Die Serie der Bombenanschläge reißt seit Ende August nicht ab. Nach den Attentaten in Istambul, in Marmaris und Antalya an der Mittelmeerküste sowie in Catak, Provinz Van wurden am 12. September in Diyarbakir, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, 11 Menschen getötet und 17 verletzt. Die beiden letztgenannten Anschläge ereigneten sich in SO-Anatolien, einem von Kurden bewohnten Gebiet, das, anders als die vorangegangenen Orte, nicht von Touristen frequentiert wird. Ein umfassender Schutz vor derartigen Ereignissen ist praktisch nicht möglich. Sicherheitshinweise und ggf. Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes, im Internet abrufbar unter www.diplo.de, sind zu beachten.


USA

Darminfektionen durch EHEC: Über 100 Personen aus 20 Staaten sind bisher an blutigen Durchfällen durch toxische Coli-Bakterien erkrankt, einige von ihnen schwer. Als Infektionsquelle wurde verpackter frischer Blattspinat der Firma National Selection Foods aus Kalifornien ermittelt, der außer in den USA auch in Kanada und Mexiko verkauft wurde. Die Behörden ermitteln, ob möglicherweise noch Produkte anderer Vertreiber betroffen sind. Auf den Verzehr von unzureichend erhitztem frischen Blattspinat sollte vorerst verzichtet werden.

 

Hinweise zur Vogelgrippe

 

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hallo@abatic.de
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