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Ulaanbaatar (mong. dt. = roter Held; in Deutschland oft auch Ulan Bator), bis 1924 Urga (dt. = Palast, Hauptquartier), ist die Hauptstadt der Mongolei mit 850.000 Einwohnern (ein Drittel aller Einwohner der Mongolei).
Zentrum der Stadt ist der Sukhbaatar Platz, der nach dem mongolischen Revolutionär benannt wurde, von dem sich auch der Namen der Stadt ableitet. In der Stadt gibt es verschiedene Zeugnisse des Lamaismus, z.B. das Gandan-Kloster, die 26 Meter hohe Janraisig-Statue (Sanskrit: Avalokiteshvara), und den Palast des Oberhaupts des tibetischen Buddhismus in der Mongolei, des Bogd Gegeen Khan, als dessen Sitz Urga auch einst gegründet wurde. Die einzige moderne Universität des Landes, die 1942 gegründet wurde, befindet sich ebenso in Ulan Bator, wie die Bibliothek, die für ihre alten mongolischen, chinesischen und tibetischen Schriften bekannt ist.
Die Stadt liegt in 1350 Meter Höhe am Fluss Tuul und am Fuß des 1914 m hohen Berges Bogdo Khan Uul.
Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von -4 °C gilt sie als die kälteste Hauptstadt der Welt. Ulan Bator wird aus nahegelegenen Revieren mit Kohle versorgt und bildet auch das industrielle Zentrum des Landes. In der Stadt bündelt sich das mongolische Straßen- und Flugnetz, auch die Transmongolische Eisenbahn wurde durch Ulan Bator geführt. Nach wie vor ziehen während der Sommermonate einige Familien als traditionelle Nomaden aufs Land und leben nur in der kalten Jahreszeit in der Stadt.
Geschichte
Gegründet wurde die Stadt 1639 unter dem Namen Urgöö als Sitz des Oberhaupts des Lamaismus in der Mongolei, des Bogd Gegeen bzw. Jebtsundamba Khutugtu. In den ersten anderthalb Jahrhundert wechselte sie über 25-mal ihren Standort, seit 1778 befindet sie sich an ihrer heutigen Stelle. Außerdem wechselte sie mehrfach den Namen: Ab 1706 wurde wurde sie Ikh-Khuree genannt, von 1911 bis 1924 hieß sie Niislel Khuree, ab 1924 schließlich Ulan Bator.
In den 1860er Jahren wuchs die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt durch den Handel zwischen Russland und China, außerdem war sie der Sitz des chinesischen Amban. 1911 erklärte sich die Mongolei unabhängig und die Stadt wurde in Niislel Khuree unbenannt. Allerdings besetzten chinesische Truppen 1919 unter Ausnutzung des russischen Bürgerkriegs erneut die Mongolei und Urga. 1920 wurden die chinesischen Truppen vom weißgardistischen Abenteurer Baron Robert von Ungern-Sternberg vertrieben, der wiederum 1921 von der sowjetischen Roten Armee und einheimischen Revolutionären, angeführt von Sukhbaatar, vertrieben wurden.
1924, nach dem Tod von Sukhbaatar und des Bogd Gegeen, wurde die Mongolische Volksrepublik ausgerufen, und Niislel Khuree in Ulaanbaatar umbenannt.
Sehenswürdigkeiten
Die Hauptstadt Ulan Bator ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Mongolei. In der Stadt gibt es Museen, von denen das Naturkundemuseum das größte ist, mit einer paläontologischen Abteilung (Saurierskelette).
Das Museum der Schönen Künste präsentiert in erster Linie eine Sammlung aus der Zeit vor der Unbhängigkeit 1921. In Ulan Bator sind auch mehrere Theater und Theaterensembles zu Hause, wie zum Beispiel das staatliche Schauspielhaus, die Staatsoper, das Ballett und das Volkslied- und Tanzensemble.
Touristisch bedeutsam sind auch das Choijin-Lama-Museum, das Sukhbaatar-Denkmal auf dem gleichnamigen Platz, der Palast des Bogd Khan und das Zaisan-Denkmal, das an den Zweiten Weltkrieg erinnert. Es liegt auf einem Hügel südlich der Stadt, von dem aus man einen schönen Blick hat.
Die öffentliche Bücherei stellt eine einzigartige Sammlung von Sanskrit-Manuskripten aus dem 11. Jahrhundert aus. Auch die buddhistischen Tempelmuseen und das Gandan-Kloster werden gern besucht. Das buddhistische Kloster liegt westlich des Stadtzentrums. Es ist für seine 26 Meter hohe Buddha-Statue berühmt und das größte Kloster der Mongolei. In seiner nachrevolutionären Geschichte mussten die Mönche des Kloster Repression und Unterdrückung überstehen als in den 30er Jahren ähnlich wie in der Sowjetunion Gläubige verfolgt wurden. 1938 hatten sowjetische Truppen die Buddhastatue demontiert und eingeschmolzen. Die buddhistische Gemeinde ließ nach 1990 mit umgerechnet fünf Millionen Dollar Spenden einen neuen vergoldeten Buddha errichten. Für den Dalai Lama, dem eigentlichen Oberhaupt des Klosters, wurde ein Thronsessel neu erbaut.
Ulan Bator ist eine Stadt zwischen Moderne und Tradition. Einmal im Jahr, am 11. Juli, findet das größte Volksfest des Landes, Naadam, statt. Hierzu kommen die Männer von allen Landesteilen, um sich miteinander im Wettkampf beim Ringen, Reiten und Bogenschießen zu messen.
Verkehr
Ulan Bator ist über die Transmongolische Eisenbahn mit der Transsibirischen Eisenbahn und mit dem chinesischen Bahnnetz verbunden. Es gibt direkte Züge nach Moskau und nach Peking. Bei Buyant-Ukhaa befindet sich der internationaler Flughafen.
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