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Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika verbindet eine vitale Freundschaft. Diese Freundschaft ist auf eine solide Basis gemeinsamer Erfahrungen sowie gemeinsamer Werte und Interessen gegründet.
Deutschland verdankt den USA viel: Die USA haben in der Nachkriegszeit zunächst in West-Deutschland wirtschaftliche Hilfe durch den Marshall-Plan und politische Hilfestellung geleistet. Ohne die Vereinigten Staaten als Garanten der Freiheit in den Jahrzehnten des Kalten Krieges hätte Deutschland nicht zur Wiederherstellung seiner staatlichen Einheit in Freiheit finden können.
Für das Gesellschaftsmodell der individuellen, unveräußerlichen Freiheit einerseits, der rechtsstaatlichen Kontrolle und Beteiligung andererseits, stehen beide Länder beispielhaft. Beide Länder verfolgen in Zusammenschlüssen wie den Vereinten Nationen die Ziele von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten - aber auch von freiem Handel, Wohlstand und nachhaltiger Entwicklung für alle Völker in der Welt.
Die enge Zusammenarbeit Deutschlands und der USA bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus wurde weiter intensiviert. Gemeinsam mit seinen Verbündeten hilft Deutschland mit bei der Konfliktbewältigung, wie etwa in Afghanistan oder auf dem Balkan sowohl durch militärisches Engagement als auch durch zivile Beiträge wie Aufbauhilfe für Polizeikräfte oder Entwicklungshilfe. In Irak leistet Deutschland humanitäre Hilfe und ist bereit, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen den zivilen und wirtschaftlichen Wiederaufbau sowie die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte zu unterstützen.
Neben Terrorismusbekämpfung, insbesondere engere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden und der Zukunft des Nahen und Mittleren Ostens stehen im Vordergrund des bilateralen Verhältnisses sicherheitspolitische Themen: das transatlantische Bündnis (NATO) und die Stärkung der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
Die guten, professionellen Kontakte der Regierungsstellen beider Länder und der intensive Meinungsaustausch der deutschen und amerikanischen Parlamentarier sind ein wichtiges Element der bilateralen Beziehungen.
Einen besonderen Aspekt stellt das sensible Verhältnis zu den ca. 6 Mio. jüdischen Amerikanern dar. Bundesregierung und Bundestag pflegen aktive Kontakte mit den amerikanisch-jüdischen Organisationen und legen Wert auf den Dialog mit ihnen, um das gegenseitige Verständnis zu fördern.
Die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen sind weitgehend problemfrei. Die USA sind wichtigster Handelspartner Deutschlands außerhalb der EU. Der bilaterale Handelsverkehr in Waren hat in den letzten 3 Jahren (auf Eurobasis) abgenommen. Wegen deutlicher Kursgewinne des Euros gegenüber dem Dollar im Jahr 2003 hat der Handelsverkehr auf Dollarbasis im Jahresvergleich 2002-2003 allerdings weiter zugenommen. Statistiken auf Eurobasis liegen für das Jahr 2004 noch nicht vor.
Die deutschen Ausfuhren in die USA setzen sich überwiegend aus technischen Produkten zusammen (Anteil am Gesamtexport in Klammern): Kraftfahrzeuge (35%), Maschinen (15%) und elektrotechnische Erzeugnisse (5%). Aus den USA werden nach Deutschland vor allem exportiert: Maschinen (17%), Flugzeuge (17%), Mechatronik (10%).
Beide Länder sind für einander wichtige Investitionsstandorte: Nach US-Angaben (Dept. of Commerce – Bureau of Economic Analysis) betrugen zum 31.12.2002 die unmittelbaren deutschen Direktinvestitionen in den USA 149 Mrd. USD (Ende 2002: 140 Mrd. USD). In der internationalen Rangliste der ausländischen Investoren in den USA liegt Deutschland damit – anders als 2002 – vor den Niederlanden und Frankreich und ist hinter Großbritannien und Japan an die dritte Stelle vorgerückt. Die unmittelbaren amerikanischen Direktinvestitionen in Deutschland betrugen Ende 2003 80 Mrd. USD (Ende 2002: 67,4 Mrd. USD). Im Jahre 2002 waren die USA Hauptanlageland für deutsche Unternehmen und der größte ausländische Investor in Deutschland.
Die kulturellen Beziehungen sind vielfältig. Jährlich reisen Hunderttausende von Menschen über den Atlantik - als Touristen, Teilnehmer der zahlreichen Austauschprogramme oder als Künstler.
Eines dieser Programme ist das in "public-private-Partnerschaft" geführte “Trans- Atlantic-Outreach-Program” (TOP), über das amerikanische Sozialkundelehrer das moderne Deutschland kennenlernen.
Rund 16 Mio. amerikanische Soldaten haben in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihren Familien in Deutschland gelebt, Deutschland schätzen gelernt und den "American way of life" nach Deutschland gebracht. Hunderttausende deutsche Austauschschüler studierten in den USA. Deutsch steht an 3. Stelle der angebotenen Fremdsprachen hinter Spanisch und Französisch an privaten Sekundarschulen, Colleges und Universitäten.
Rund 46 Mio. d.h. mehr als 23% aller Amerikaner führen heute ihre Abstammung auf Deutsche zurück. Anders als z.B. Italiener, Polen oder Iren stellen die Deutsch-Amerikaner aber keine geschlossene Gruppierung dar, die das politische Leben in den USA beeinflusst. Es existiert eine kaum überschaubare Anzahl deutsch-amerikanischer Vereine; diese widmen sich jedoch fast ausschließlich der Brauchtumspflege.
Dieser Artikel basiert auf einem Auszug aus den Seiten des auswärtigen Amtes

