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Die Republik Zypern ist ein Inselstaat im Mittelmeer. Sie liegt vor der Südküste der Türkei, nicht weit von Syrien entfernt. Zypern wird geografisch Asien zugeordnet, ist faktisch aber ein europäisches Land.
Die Autorität der Regierung der Republik Zypern beschränkt sich auf den griechischsprachigen Südteil der Insel. Der türkischsprachige Nordteil der Insel untersteht der Regierung der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern. Völkerrechtlich wird die Insel durch die Republik Zypern vertreten. Es kann mit dem Zypern-Pfund, in den souveränen königlich-britischen Basen mit dem Britischen Pfund und im Norden des Landes mit der Türkischen Lira bezahlt werden.
Bevölkerung
Die 721.000 Zyperngriechen (2004) machen etwa 70 % der Bevölkerung aus. Die Zahl der Zyperntürken beträgt etwa 200.000. Nach der türkischen Invasion 1974 wurden im Norden etwa 60.000 Türken angesiedelt, um die Bevölkerungszusammensetzung der Gesamtinsel etwas zugunsten der Türken zu verschieben. Dazu kommen 40.000 türkische Soldaten. Genaue Berechnungen sind wegen des Mangels an aktuellen Zahlen nur schwer anzustellen. Man geht heute von etwa 70 % Zyperngriechen und 30 % Zyperntürken auf der Insel aus.
Neben Griechisch und Türkisch wird auch Englisch als Bildungs- und Verkehrssprache innerhalb der im Land stationierten internationalen Truppen gesprochen. Seit der türkischen Invasion leben ca. 200.000 griechische Zyprioten aus dem türkisch verwalteten Norden als Flüchtlinge im griechischen Süden der Insel, die türkischsprachigen Flüchtlinge aus dem Süden haben teilweise Ortschaften gegründet, deren Namen an ihre alten Heimatorte erinnern.
Vor der türkischen Intervention gab es an der Nordspitze Zyperns ein Dorf, dessen maronitische Bevölkerung eine arabische Mundart sprach. Die Kormakiti-Zyprioten wurden in den griechischen Teil der Insel evakuiert und ihr aramäischer Dialekt dürfte im Verschwinden begriffen sein. Das Kormakiti-Arabisch war schon immer stark vom Griechischen beeinflusst, in Wortschatz, Phonetik wie Grammatik, und erweckte das linguistische Interesse ausländischer Arabisten.
99 % der Zyperngriechen sind orthodoxe Christen. Die Zyprisch-Orthodoxe Kirche ist bereits seit dem Konzil von Ephesos im Jahr 431 autokefal, aber in Glaubensgemeinschaft mit den anderen Orthodoxen Kirchen. Die türkischsprachige Bevölkerung ist muslimischen Glaubens. 1 % der Bevölkerung gehören der katholischen Kirche an. Außerdem gibt es auch eine eigene Apostolische Nuntiatur (Sitz eines Nuntius-Botschafters). Ebenfalls ungefähr 1 % der Einwohner sind maronitische Katholiken. Sie besitzen den einzigen auf Zypern selbst ansässigen katholischen Erzbischof.
Zypernkonflikt
1963 gab es Unstimmigkeiten zwischen der türkischen Minderheit (19%) und der griechischen Mehrheit (80%) über Verfassung und Gesetze, Ausübung der Staatsgewalt usw. Dieser Streit machte ein weiteres gemeinsames Regieren unmöglich. Die türkisch-zypriotischen Regierungsmitglieder zogen sich aus der Regierung zurück und strebten seitdem ein selbstverwaltetes Gebiet an. 1974 kam es zum Putsch durch die griechisch-zypriotische Nationalgarde gegen den Präsidenten Makarios. Nachdem dieser kurzzeitig die Insel verließ, führte die Türkei unter dem Eindruck eines drohenden Anschlusses Zyperns an Griechenland eine Invasion auf dem Nordteil der Insel durch. Insgesamt hält die Türkei seitdem ca. 37% des zypriotischen Gebiets besetzt. 1977 starb Makarios, und Kyprianou folgte als Präsident. Dieser wurde von der Türkei und den türkischen Zyprioten allerdings nicht anerkannt. Darauf veranlasste der griechische Süden Wirtschaftssanktionen gegen den Norden. Der Norden seinerseits antwortete mit der Vertreibung von ca. 18.000 griechischen Zyprioten und der Ansiedlung von mehreren Tausend Türken aus Anatolien, wodurch die Gewichtung des Bevölkerungsanteils der türkischen Zyprioten erhöht wurde. 1983 wurde auf dem Nordteil der Insel die Türkische Republik Nordzypern ausgerufen, die allerdings nur von der Türkei anerkannt wird. Eine Annäherung beider Seiten sollen Verhandlungen unter Führung der UN bringen. Es ist ein Konzept nach dem Vorbild der Schweiz vorgesehen. Also ein Staatenbund, bestehend aus zwei Teilstaaten, deren Einwohner sowohl die zypriotische als auch die Staatsangehörigkeit des Landes, aus dem sie stammen, erhalten. Am 4. Juni 1990 ist der Beitrittsantrag Zyperns zur Europäischen Union gestellt worden, der im Übrigen für die gesamte Insel gilt, da auch die EU die Türkische Republik Nordzypern nicht anerkennt. Seit Mai 2004 ist Zypern Mitglied der Europäischen Union.
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